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    Spitzenpreis für Martin Lohse

    17.10.2008

    Der Biomediziner Martin Lohse von der Uni Würzburg gehört zu den zehn deutschen Spitzenforschern, die vom Europäischen Forschungsrat jeweils 2,5 Millionen Euro bekommen. Mit dem Geld will Lohse neue Analysemethoden erarbeiten, die für die Entwicklung von Arzneimitteln bedeutsam sind.

    Professor Martin Lohse. Foto privat
    Professor Martin Lohse. Foto privat

    Die Konkurrenz war hart: Insgesamt 766 Lebenswissenschaftler hatten sich um das Fördergeld beworben. Europaweit waren am Ende 78 davon erfolgreich, darunter zehn Deutsche. Den Wettbewerb für Spitzenforscher um die ERC Advanced Grants hatte der Europäische Forschungsrat erstmals durchgeführt.

    Mit den 2,5 Millionen Euro will Lohses Team so genannte G-Protein-gekoppelte Rezeptoren und deren Regulation untersuchen. Diese Rezeptoren leiten die Signale von Hormonen und anderen chemischen Botenstoffe ins Innere der Zellen weiter. Sie sind an vielen lebensnotwendigen Prozessen beteiligt und darum auch wichtige Angriffspunkte für Arzneimittel.

    Die Signale, die einzelne Rezeptoren in die Zellen hinein abgeben, lassen sich bislang nicht messen. Dafür sind die verfügbaren Analysemethoden viel zu unempfindlich. Lohses Arbeitsgruppe will das ändern – mit neuen Sensor-Molekülen und innovativen Mikroskopie-Verfahren. „Die neuen Techniken werden für die Grundlagenforschung und für die Entwicklung neuer Arzneimittel wichtig sein“, sagt der Professor.

    Neue Art der Forschungsförderung

    Die Spitzenforscher Europas sind mit den ERC Advanced Grants erstmals in einen offenen Wettbewerb eingetreten. Erstmals hatte der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) dazu Anfang 2008 aufgerufen. Gefragt sind innovative Projektideen aus allen Bereichen der Grundlagenforschung; feste Themen sind nicht vorgegeben.

    Das Besondere daran: Die Projektideen dürfen durchaus „risikobehaftet“ sein. Die Wissenschaftler können also auch Vorschläge mit eher ungewissen Erfolgsaussichten einreichen. „Genau so kann eine bahnbrechende und visionäre Forschung funktionieren. So können neue Ideen entstehen, die die Gesellschaft verändern“, sagt Martin Lohse. Denn Forschen sei wie einen Berggipfel zu finden, von dem noch niemand wusste, dass er überhaupt existiert.

    Der Europäische Forschungsrat sieht das offenbar genauso und fördert daher rein nach wissenschaftlicher Exzellenz. Die erfolgreichen Anträge waren in langen Begutachtungsprozessen mit bis zu neun Gremien und nach einer Vielzahl von Kriterien ausgewählt worden.

    Über Martin Lohse

    Martin Lohse, 1956 in Mainz geboren, studierte Medizin und Philosophie in Göttingen, London und Paris. Er promovierte 1981 in Neurobiologie am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen.

    Nach seiner Habilitation an der Universität Heidelberg zog es ihn in die USA, an die Duke University in Durham. Dort blieb er bis 1990 und übernahm im Anschluss die Leitung einer Arbeitsgruppe an der Universität München und am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried. Seit 1993 hat er den Lehrstuhl für Pharmakologie an der Universität Würzburg inne. Sprecher des Rudolf-Virchow-Zentrums ist er seit 2001.

    Der Europäische Forschungsrat

    Der Europäische Forschungsrat ist eine von der Europäischen Kommission eingerichtete Institution zur Förderung der Grundlagenforschung. Er ist Bestandteil des siebten Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Union (2007-2013) und schreibt zwei Förderlinien aus: den ERC Starting Grant für Nachwuchswissenschaftler und den ERC Advanced Grant für exzellente erfahrene Wissenschaftler.

    Von Robert Emmerich

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