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    Solarstrom für die Forschung

    10.01.2008

    Eine neu gestartete Initiative will die Wissenschaft an der Uni Würzburg fördern. Ihre Idee ist ganz einfach: Unternehmen sollen ihre Dachflächen für die Montage von Solarstrom-Anlagen zur Verfügung stellen und auf einen Teil der Miete verzichten, die ihnen dafür zusteht. Dieser Anteil kommt dann der Forschungsstelle Umweltenergierecht an der Juristischen Fakultät der Universität Würzburg zugute.

    Getreu ihrem Konzept nennt sich die Initiative „Ein Dach für die Wissenschaft“. Von ihr sollen Umwelt, Forschung und die mitmachenden Firmen profitieren. Unternehmer, die sich für das Projekt interessieren, können im Internet erfahren, ob ihre Dächer die nötigen Mindestflächen und Neigungen besitzen und wie die weiteren Konditionen aussehen: www.ein-dach-fuer-die-wissenschaft.de

    Was sich hinter dem Projekt verbirgt, erklärten die Beteiligten bei einem Pressegespräch in der Universität am Sanderring. Dort begrüßte Universitätspräsident Axel Haase die Initiative, die von der Tauber-Solar Management GmbH (Tauberbischofsheim) und dem Universitätsbund Würzburg getragen wird. Eine exzellente Forschung sei an den Hochschulen heute nur noch möglich, wenn Staat, Förderorganisationen und andere Geldgeber zusätzliche Mittel zur Verfügung stellen. „Solche privaten Initiativen sind für die Forschung dringend nötig“, sagte Haase. Er hoffe darauf, dass bei dem Projekt genug Mittel zusammenkommen, um das Gebiet Umweltenergierecht dauerhaft an der Uni Würzburg halten zu können.

    Sein Antrieb sei es gewesen, die Forschung in einem innovativen Bereich zu fördern, sagte Leo Haaf, einer der Geschäftsführer der Tauber-Solar Management GmbH. Relativ neu ist das Gebiet Umweltenergierecht in der Tat, wie Jurist Helmuth Schulze-Fielitz bestätigte: „Vor fünf bis zehn Jahren gab es diesen Begriff noch gar nicht.“ Am Lehrstuhl des Würzburger Professors (Öffentliches Recht, Umweltrecht und Verwaltungswissenschaften) ist die Forschungsstelle Umweltenergierecht angesiedelt.

    Deren Leiter Thorsten Müller erklärte, was er und seine drei wissenschaftlichen Mitarbeiter erforschen. „Zu unseren Hauptmotiven gehört es, für den Klimaschutz einzutreten“, so der Jurist. Also: Wie lässt sich Energie umwelt- und klimaverträglich erzeugen und nutzen? Wie handelt der Staat bei dieser Aufgabe, wie könnte er handeln und welche rechtlichen Probleme werfen sich dabei auf? Wie agieren andere Staaten auf diesem Rechtsgebiet? Ein Arbeitsschwerpunkt seines Teams liege derzeit etwa auf dem Erneuerbare-Energien-Gesetz aus dem Jahr 2000, zu dem die Bundesregierung im Dezember eine umfassende Novelle auf den Weg gebracht hat. Dieses Regelwerk soll die Nutzung regenerativer Energiequellen wie Wind, Wasser und Sonne zur Stromerzeugung weiter vorantreiben.

    Präsident Haase dankte den drei Schirmherren der Aktion, die alle Absolventen der Universität Würzburg sind. Zwei von ihnen, die Bundestagsabgeordneten Walter Kolbow (SPD) und Hans-Josef Fell (Bündnis 90/Die Grünen), nahmen an der Pressekonferenz teil. Sie wollen tatkräftig dabei mithelfen, freie und geeignete Dachflächen zu finden. Das wird auch Schirmherrin Anja Weisgerber (CSU) tun, Mitglied des Europaparlaments. Sie konnte bei der Konferenz aus Termingründen nicht dabei sein.

    Weitere Informationen: Forschungsstelle Umweltenergierecht, Thorsten Müller, T (0931) 31-2359, Mobil (0179) 7507293, thorsten.mueller@jura.uni-wuerzburg.de Internet: www.umweltenergierecht.de

    Die Initiatoren, Schirmherren und Unterstützer der Aktion Ein Dach für die Wissenschaft

    Die Initiatoren, Schirmherren und Unterstützer der Aktion „Ein Dach für die Wissenschaft“ setzen auf Sonnenenergie und halten darum ein Solarmodul hoch (von links): Alfons Ledermann, Schriftführer des Universitätsbundes, Jura-Professor Helmuth Schulze-Fielitz, Leo Haaf, Geschäftsführer der Tauber-Solar Management GmbH, Schirmherr Walter Kolbow, Universitätspräsident Axel Haase, Thorsten Müller, Leiter der Forschungsstelle Umweltenergierecht, und Schirmherr Hans-Josef Fell. Foto: Robert Emmerich

    Von Robert Emmerich

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