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    Smartphone ist Teil des Balzgehabes

    09.10.2014

    Viele Tiere haben eine Balztracht – Vögel beispielsweise ein besonderes Federkleid, welches das andere Geschlecht betören und anlocken soll und nur bei der Partnersuche zum Einsatz kommt. Auch bei jungen Männern gehört laut einer Studie der Uni Würzburg das Smartphone zur Balztracht.

    "Das Handy ist auch ein sexuelles Signal und sagt etwas über die Fortpflanzungsstrategien seines Besitzers aus", sagt Medienpsychologe Professor Frank Schwab.
    "Das Handy ist auch ein sexuelles Signal und sagt etwas über die Fortpflanzungsstrategien seines Besitzers aus", sagt Medienpsychologe Professor Frank Schwab (Foto: Marco Bosch).

    Die Medienpsychologen Christine Hennighausen und Frank Schwab von der Uni Würzburg befragten 123 Männer und 229 Frauen im Alter von 16 bis 34 Jahren. Anders als bei ähnlichen wissenschaftlichen Vorarbeiten, bezogen Professor Schwab und die Doktorandin den Beziehungsstatus der Teilnehmer in die Studie mit ein. Veröffentlich wurde die Studie in der aktuellen Ausgabe der "Letters on Evolutionary Behavioral Science".

    Männliche Teilnehmer, die zum Zeitpunkt der Befragung nicht in einer festen Partnerschaft waren und an kürzeren Bindungen interessiert waren, gaben eher an, den Besitz eines auffälligen Smartphones mit einem hohen Status anzustreben. "Das Handy ist mehr als ein Handy. Es ist auch ein sexuelles Signal und sagt etwas über die Fortpflanzungsstrategien seines Besitzers aus", sagt Schwab.

    "Aufhübschen" mit Statussymbol Smartphone

    Die betreffenden Männer möchten sich zur Erreichung der partnerschaftlichen Ziele "aufhübschen"  und somit aus der Masse der potenziellen Mitbewerber herausstechen. Die Studie zeigte auch, dass Männer, die an langfristigen Bindungen interessiert sind, eher ein günstiges Smartphone mit niedrigerem Status bevorzugten.

    "Damit könnten Männer, die sich in keiner festen Bindung befinden, signalisieren, dass sie eher an einer langfristigen Beziehung interessiert sind. Denn wer seine wertvollen Ressourcen nicht für teure Luxusgüter und Statussymbole ausgibt, könnte damit zeigen, dass er diese für eine Langzeit-Partnerin und eine potentielle Familie aufspart", erklärt Christine Hennighausen.

    Dies gelte aber nur dann, wenn der Mann, der sich ein günstigeres Smartphone zulegt, auch genauso viel verdient, wie ein Mann, der sich ein teures Smartphone kauft, sagt Christine Hennighausen. Es gibt Studien, welche einen ähnlichen Effekt für den Kauf von Autos zeigen.

    Auch unter Frauen könnten Smartphones Signalwirkung haben

    Es müsse jedoch immer die Kombination von Fortpflanzungsstrategie, Partnerschaftsstatus und weiteren Faktoren als Ganzes gesehen werden. Nur weil der aktuelle Freund also sofort beim Verkaufsstart des aktuellen iPhones in den Laden gestürmt ist, muss dies nicht bedeuten, dass er untreu ist oder vorhat, dies in Kürze zu werden.

    Und wie ist es bei den Frauen? In der aktuellen Internetbefragung antworteten Männer und Frauen  mit Blick auf die Männer. "Wir machen da weiter", versichert Schwab. "Bei den Frauen könnte es sein, dass ein teures, luxuriöses Smartphone als Geschenk des Partners eher ein Signal an andere Frauen ist. Es zeigt, dass dieser Mann fest mit seiner Partnerin verbunden ist und andere Frauen wenig Chancen bei diesem Mann haben", sagt Hennighausen.

    "Relationship status moderates men’s conspicuous consumption of smartphones", C. Hennighausen & F. Schwab in Letters on Evolutionary Behavioral Science Vol.5, No.2 (2014) 13-16.
    doi: 10.5178/lebs.2014.30

    Kontakt

    Christine Hennighausen, christine.hennighausen@uni-wuerzburg.de, T. +49 931 31-89828
    Professor Frank Schwab, frank.schwab@uni-wuerzburg.de, T. +49 931 31-82395

     

    Von Marco Bosch

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