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    Sehr zufrieden mit Würzburgs Lebensqualität

    03.08.2007

    Von den 20.000 Studierenden der Universität Würzburg stammt nur ein Fünftel aus Würzburg oder Mainfranken; fast die Hälfte von ihnen besitzt ein eigenes Auto – trotzdem benutzen rund 80 Prozent täglich den Studentenausweis als Fahrkarte für Bus und Straba. Und ebenso viele fühlen sich nach eigenen Angaben sehr wohl in der mainfränkischen Universitätsstadt. Dies sind nur einige Ergebnisse einer großangelegten Online-Studierendenbefragung, die die Forschungsgruppe UNI IMPACT des Zentrums für Regionalforschung der Universität Würzburg durchgeführt hat.

    Studierende im Straßencafé
    Das Freizeitangebot und die Lebensqualität von Stadt und Umland gefällt Würzburgs Studierenden ganz besonders. (Foto Andreas Maisch)

    20.000 Studierende sind an der Universität Würzburg eingeschrieben; über 5000 Studierende von ihnen haben an der Umfrage teilgenommen, was einer Rücklaufquote von 25 Prozent entspricht. Forschungsziel war es, aktuelle, gesicherte Daten zu Lebens-, Studien-, Einkaufsgewohnheiten und der finanziellen Lage der Würzburger Studierenden zu gewinnen. Oder anders formuliert: Wie viel Geld lässt der „Durchschnitts-Studierende“ wo in der Region? Wie profitieren Stadt und Region von ihren Studierenden? Zwei jetzt veröffentlichte Vorabberichte lassen erste, interessante Trends erkennen, bringen aber auch Unerwartetes und Überraschendes ans Licht.

    Bildungswanderung nach Würzburg

    Würzburg zieht als Bildungsstandort Studierende an! Nur eine Minderheit von ungefähr zwanzig Prozent der befragten Studierenden stammt aus Würzburg oder Mainfranken. Hingegen haben mehr als die Hälfte (54 Prozent) der befragten Studierenden ihr Abitur in einer Entfernung von mehr als 100 Kilometern abgelegt und sich für ein Studium in der unterfränkischen Domstadt entschieden. Eine weitere Beobachtung: Würzburg ist keine „Pendler-Universität“. 90 Prozent der befragten Studentinnen und Studenten wohnen in der Stadt Würzburg oder den Umland- und Randgemeinden.

    Keine Generation Praktikum

    Die medial weit verbreitete These, dass jeder Studierende Praktikum nach Praktikum während seines Studiums absolviert, wird durch die Studierendenbefragung relativiert: 47,5 Prozent der befragten Studierenden haben bislang noch überhaupt kein Praktikum absolviert! Die Zahl der „Mehrfach-Praktikanten“ mit fünf oder mehr Praktika während ihres Studiums liegt hingegen lediglich bei knapp acht Prozent und blieb damit wohl hinter vielen Erwartungen zurück.

    Multimedial in einer Wohngemeinschaft

    „Surfend gemeinsam wohnen“, so könnte das Wohnmotto unter den Würzburger Studierenden lauten. Ungefähr 60 Prozent der Befragten ziehen Wohngemeinschaft oder Studierendenwohnheim der Single-Wohnung oder der Wohnung unter dem Dach der Eltern vor. Als Richtwert ebenfalls interessant: Meist bezahlen die befragten Studierenden im Jahr 2007 für ein Würzburger Dach über dem Kopf zwischen 150 und 300 Euro. Ein weiteres Ergebnis dürfte in Zeiten hoher Benzinpreise und einer angespannten Parksituation in Würzburg den Einen oder Anderen verblüffen: 44 Prozent der Studierenden verfügen über ein Auto.

    Für das tägliche Hin- und Herfahren zwischen den einzelnen Fakultäten nutzen die Studierenden hingegen sehr häufig das Semesterticket: 80 Prozent von ihnen fahren mit ihrer Immatrikulationsbescheinigung als Fahrschein ein bis mehrmals täglich. Multimedial befindet sich die Studierendengeneration 2007 mitten im „Internet-Zeitalter“. 97 Prozent der Befragten besitzen PC und/oder Notebook, davon surfen knapp drei Viertel per DSL-Verbindung auf der „Datenautobahn“.

    Studienfinanzierung durch die Eltern

    Die durchschnittlich 400 bis 600 Euro studentisches Budget lassen sich zwei Drittel der Befragten hauptsächlich durch ihre Eltern sponsern, oftmals ergänzt um einen eigenen Studentenjob. Eine Bildungsfinanzierung durch Bafög sowie Bildungskredite steht im studentischen Ranking weit unten. Auch die im Sommersemester erstmals eingeführten Studienbeiträge bezahlen die befragten Studierenden überwiegend durch eigene Erwerbstätigkeit oder mit Hilfe ihre Eltern. Die beliebtesten Studentenjobs 2007 sind an der Universität selbst, bei Dienstleistern, in der Gastronomie oder im Handel zu finden.

    Wohlgefühl in Würzburg

    Obwohl die Studienbeiträge das derzeitige Stimmungsbild der befragten Studierenden etwas trüben – 85 Prozent der Befragten glauben, dass sich ihre persönliche Studiensituation in nächster Zeit nicht verbessern oder sogar verschlechtern wird – fühlen sich über 80 Prozent der Studierenden sehr wohl in der mainfränkischen Universitätsstadt.

    Was mag der Würzburger Studierende zwischen Universität am Sanderring und Hubland-Campus ganz besonders? Das Freizeitangebot, die Einkaufsmöglichkeiten und die Lebensqualität von Stadt und Umland führen die Hitliste der gefühlten Standortfaktoren an.

    Mehr Infos unter www.wifak.uni-wuerzburg.de/befragung/berichte/

    Weitergehende Berichte folgen in den nächsten Monaten.

    Ansprechpartner: Dr. Manfred Plagens, Forschungsgruppe UNI-IMPACT, Zentrum für Regionalforschung, Tel.: (0931) 31-2586, E-Mail: manfred.plagens@uni-wuerzburg.de

    Von Manfred Plagens

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