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    Seehofer besucht Leightons

    07.08.2009

    Auf seiner Reise durch Unterfranken hat Ministerpräsident Horst Seehofer das Erweiterungsgelände der Universität in den Leightons besucht. Seehofer versprach, dass sich der Freistaat dort auch über das Jahr 2011 hinaus engagieren werde.

    Horst Seehofer (l.) im Gespräch mit Axel Haase. (Foto Barbara Herbert)
    Horst Seehofer (l.) im Gespräch mit Axel Haase. (Foto Barbara Herbert)

    „Auf geht’s, Zeit reinholen.“ Horst Seehofer hat es eilig. Eben war er noch in der Regierung von Unterfranken, wo er mit Schülern und Studierenden diskutiert hat. Jetzt wartet die versammelte Politprominenz Würzburgs in der heißen Mittagssonne auf dem ehemaligen Hubschrauber-Landeplatz mitten im Leighton-Gelände. Dort, wo in unmittelbarer Nachbarschaft in naher Zukunft Studierende der Uni Würzburg Vorlesungen und Seminare besuchen werden, will sich der Ministerpräsident ein eigenes Bild von dem Erweiterungsvorhaben der Uni machen.

    Auf dem Teil des Leighton-Geländes, auf das sich die Universität ausdehnen möchte, stehen Wohngebäude, Schulen sowie eine große Betreuungseinrichtung für Kinder, die verhältnismäßig gut in Schuss sind und sich bis 2011 schnell nutzbar machen lassen. Mit den nötigen Erschließungsmaßnahmen, Umbauten und Sanierungen wird die Universität schon in wenigen Wochen beginnen.

    Zweitgrößter Universitätsstandort in Bayern

    „Ein Gelände, so groß wie die Altstadt Würzburgs“, erklärt Dr. Bernd Weiß, Staatssekretär im bayerischen Innenministerium, vor drei Lageplänen, die an einer Tafel in einem Pavillon angebracht sind. Wenn die Ausbaupläne für Bayerns Hochschulen so realisiert würden wie geplant, werde Würzburg zum zweitgrößten Universitätsstandort im Freistaat.

    „Super“, sagt Seehofer und fragt: „Seid ihr jetzt zufrieden in Würzburg?“ Ja, die Würzburger sind zufrieden, bestätigt Unipräsident Axel Haase. Barbara Stamm, Würzburger Abgeordnete und Landtagspräsidentin, kann es sich allerdings nicht verkneifen, Seehofer darauf hinzuweisen, dass es anfänglich Widerstand in München gegen die unterfränkischen Erweiterungspläne gegeben habe. „Aber man muss auch mal den Leuten vor Ort glauben, die wissen, was Sache ist“, mahnt Stamm. Jetzt sei sie froh, „dass der Ministerpräsident weiß, dass jeder Euro hier bestens ausgegeben ist“.

    Auf vorerst 10.000 Quadratmetern Hauptnutzfläche will die Uni dafür sorgen, dass für Forschung und Lehre kurz- und mittelfristig mehr Raum zur Verfügung steht. Für diese erste Ausbauphase ist die Verlagerung der Mathematik, der theoretischen Naturwissenschaften, des Sprachenzentrums sowie Teile der Fakultäten für Biologie und der Philosophischen Fakultäten auf das Leighton-Areal geplant. Die dort vorhandene Einrichtung zur Kinderbetreuung wollen Universität, Stadt und Studentenwerk gemeinsam nutzen. Parallel dazu sind ab dem Jahr 2011 diverse Gebäude für eine Zwischennutzung vorgesehen, beispielsweise für die Uni-Bibliothek oder das Rechenzentrum.

    Auch nach 2011 soll der Ausbau weitergehen

    „Wir sind alle dankbar für das Engagement des Freistaats in dieser Angelegenheit“, sagt Axel Haase und drückt gleich im Anschluss seine Hoffnung darauf aus, „dass auch nach 2011 die zweite Bauphase in gleicher Weise verwirklicht wird“. Dann will die Universität ein geisteswissenschaftliches Zentrum auf dem Leighton-Gelände schaffen. Dort sollen unter anderem Altertumswissenschaften, Philosophie, Katholische Theologie und Geschichtswissenschaften vereint werden.

    Seehofers Antwort kommt prompt: „Der Weg ist unumkehrbar. Das ziehen wir jetzt durch. Das Projekt wird in seiner Gesamtheit realisiert. Fertig“, sagt er in typischer Seehofer-Manier. Zwar gingen auch in Bayern gerade die Steuereinnahmen zurück, trotzdem sei es das Schlechteste, jetzt an der Bildung zu sparen. „Dafür würden wir später teuer bezahlen“, so Seehofer. Sagt’s und drängt - kaum 15 Minuten nach seiner Ankunft - zum Aufbruch. Schließlich stehen heute noch etliche weitere Termine auf seiner Unterfranken-Tour an, und der Zeitplan hinkt schon kräftig hinterher.

    Von Gunnar Bartsch

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