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    RobotRecht: Preis für Forschungsstelle

    03.06.2015

    Rechtliche Fragen rund um Roboter, Automatisierung und Vernetzung: Das ist das Metier der Forschungsstelle RobotRecht an der Universität Würzburg. Für ihre Arbeit erhielt die Stelle jetzt das Prädikat „ausgezeichneter Ort im Land der Ideen“.

    Katrin Hennig (Initiative „Land der Ideen“) und Stefan Schellhorn (Deutsche Bank, rechts) überreichen Eric Hilgendorf die Auszeichnung für die Forschungsstelle RobotRecht. (Foto: Robert Emmerich)
    Katrin Hennig (Initiative „Land der Ideen“) und Stefan Schellhorn (Deutsche Bank, rechts) überreichen Eric Hilgendorf die Auszeichnung für die Forschungsstelle RobotRecht. (Foto: Robert Emmerich)

    Technische Innovationen werfen häufig neue Rechtsfragen auf: Wer haftet, wenn ein Industrie-Roboter außer Kontrolle gerät? Oder wenn der „smarte“ Kühlschrank 3000 Flaschen Limonade bestellt? Was, wenn ein autonomes Fahrzeug eine falsche Entscheidung trifft? Wer kommt für den Schaden auf, wenn die automatische Einparkhilfe nicht funktioniert und als Folge davon andere Autos beschädigt werden?

    Die Antworten auf solche Fragen kennt die Forschungsstelle RobotRecht an der Juristischen Fakultät der Universität Würzburg. Professor Eric Hilgendorf und sein Team beraten Hersteller und Anwender neuer Technologien zur aktuellen Gesetzeslage und klären sie schon in der Entwicklungsphase über rechtliche Risiken auf. Kurzum: Sie führen sicher durch den Paragraphendschungel.

    Dafür wurde die Forschungsstelle im bundesweiten Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ zum Preisträger für 2015 gekürt. Mehr als 1000 Institutionen hatten sich beworben, 100 davon fanden am Ende Gefallen vor der Jury. Die Würzburger bekamen die Auszeichnung – eine Urkunde und einen Pokal – am 1. Juni 2015 im Alumni-Hörsaal der Alten Universität überreicht.

    Lob für ein bundesweit einzigartiges Projekt

    „Deutschlandweit einzigartig“ sei die Idee, Unternehmen bei der Einführung neuer Technologien rechtlich zu unterstützen, so Stefan Schellhorn von der Deutschen Bank bei der feierlichen Preisverleihung. Die Deutsche Bank ist der nationale Förderer des Wettbewerbs, der von der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft initiiert wurde.

    Der Wettbewerb solle Deutschland als Land der Innovationen und des Ideenreichtums darstellen und auch international sichtbar machen, sagte Katrin Hennig, die als Vertreterin der Initiative „Land der Ideen“ zur Preisverleihung gekommen war. Die Universität Würzburg hat das Prädikat „Ausgezeichneter Ort“ in den vergangenen Jahren mehrfach verliehen bekommen. 2014 zum Beispiel ging es an das universitäre Firmengründungsprojekt green spin.

    Forschungsstelle feiert fünften Geburtstag

    In seiner Ansprache erinnerte Hilgendorf an die Ursprünge der Forschungsstelle RobotRecht, die es seit mittlerweile fünf Jahren gibt. Bei einer Gremiensitzung der Universität sei er mit dem Würzburger Informatiker und Robotik-Experten Klaus Schilling ins Gespräch gekommen. Der entwickelte damals das autonome Roboter-Fahrzeug „Scooter“ und bekam aus rechtlichen Gründen nicht die Erlaubnis, es auf Würzburgs Straßen fahren zu lassen.

    Aus ihrer Unterhaltung heraus beschlossen die zwei Professoren, die Problematik „Robotik und Recht“ in einem Forschungsprojekt anzugehen. Ein Förderantrag an die Deutsche Forschungsgemeinschaft war erfolgreich, „und dann kamen sehr schnell erste Anfragen aus der Wissenschaft und der Industrie“, so Hilgendorf: „Das war die Geburtsstunde der Forschungsstelle.“

    Ausdehnung der Arbeit auf neue Themen

    Sven Hötitzsch, Geschäftsführer der Forschungsstelle, beschrieb dann deren weitere Entwicklung: „Ausgehend von dem Scooter-Fahrzeug haben wir unsere Arbeitsgebiete kontinuierlich erweitert.“ Heute befassen sich die Würzburger Juristen nicht nur mit Rechtsfragen rund um autonome Fahrzeuge, sondern unter anderem mit Gebieten wie Digitalisierung und Vernetzung, Automatisierung und Robotereinsatz in der Industrie. Dabei ergeben sich auch Fragen zum Datenschutz, etwa wenn ein Industrieroboter aus Gründen der Arbeitssicherheit mit seiner Sensorik ständig den Standort der Arbeiter erfasst – das kommt einer totalen Überwachung am Arbeitsplatz gleich.

    Publikumssieger wird im Herbst online gewählt

    Der Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ steht 2015 unter dem Motto „Stadt, Land, Netz! Innovationen für eine digitale Welt“. Gewürdigt werden Ideen und Projekte, die den Herausforderungen des digitalen Wandels begegnen.

    Aus den 100 preisgekrönten Projekten kann die Öffentlichkeit im Herbst per Online-Abstimmung einen Publikumssieger wählen. Dieser wird dann auf einem Empfang im November geehrt, und zwar zusammen mit den sechs Bundessiegern, die für jede Kategorie des Wettbewerbs von einer Jury ermittelt werden.

    Zur Homepage der Forschungsstelle RobotRecht

    Zur Homepage des Wettbewerbs 2015

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    Von Robert Emmerich

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