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    Prunkstücke der Uni-Geschichte

    21.12.2012

    Zwei prachtvolle Zepter aus dem Jahr 1656 bilden den Mittelpunkt einer Ausstellung zur Geschichte der Universität. Die beiden Prunkstücke werden erstmals seit 1944 wieder in Würzburg gezeigt.

    Marcus Holtz (rechts), Leiter des Universitätsarchivs, mit Unipräsident Alfred Forchel (Mitte) und Professor Dieter Salch vor den barocken Universitätszeptern. Foto: Gunnar Bartsch
    Marcus Holtz (rechts), Leiter des Universitätsarchivs, mit Unipräsident Alfred Forchel (Mitte) und Professor Dieter Salch vor den barocken Universitätszeptern. Foto: Gunnar Bartsch

    „Von Siegel, Szepter und Talar zur Corporate Identity“: Diese Ausstellung zur Geschichte der Universität Würzburg ist bis 2. Februar im Martin-von-Wagner-Museum im Südflügel der Residenz zu sehen. Ihre prachtvollsten Stücke sind zweifellos die beiden barocken Zepter, die von 1846 bis 1944 an der Uni Würzburg in Gebrauch waren – als Zeichen für die Eigenständigkeit und Autorität der Hochschule.

    Geschichte der Universitätszepter

    Ursprünglich waren die beiden Zepter im Jahr 1656 für die Universität Salzburg hergestellt worden. Darum verwendet der Ausstellungstitel auch nicht den in Deutschland gebräuchlichen Ausdruck „Zepter“, sondern das österreichische Wort „Szepter“.

    Wie die prächtigen Stäbe nach Würzburg kamen? 1810 fiel Salzburg an Bayern, und 36 Jahre später wies der bayerische König die Zepter der Universität Würzburg zu. Hier waren die Zepter dann fast 100 Jahre lang in Gebrauch: Der Rektor trug sie bei offiziellen Anlässen, unter anderem bei den Prozessionen zu Fronleichnam.

    1944 mussten die Zepter nach Salzburg zurückgebracht werden, und zwar auf Druck des dortigen Gauleiters und Reichsstatthalters. Als Leihgabe der Paris-Lodron-Universität Salzburg, der die Zepter heute gehören, sind sie nun bis Anfang Februar in Würzburg ausgestellt.

    Konzept der Ausstellung

    Die Ausstellung im Martin-von-Wagner-Museum macht deutlich, dass die Universität Würzburg in früheren Zeiten mehr war als eine Bildungs- und Forschungsstätte. Sie verfügte beispielsweise über eine eigene Gerichtsbarkeit und demonstrierte ihr Selbstbewusstsein mit vielen Gegenständen, die auf Außenwirkung bedacht waren – mit den Zeptern ebenso wie mit Siegeln und Talaren.

    Goldene Amtskette und historische Urkunden

    Der majestätische Talar und die goldene Amtskette des Rektors von 1834 gehören ebenso zur Ausstellung wie verschiedene Siegel, Medaillen und historische Dokumente.

    Herausragend darunter sind drei Originalurkunden. Die älteste stammt aus dem Jahr 1402; Papst Bonifaz IX. hatte damit der ersten Würzburger Universität ihre Privilegien gewährt. Ein Dokument aus dem Jahr 1595 dagegen enthält das „Studienabgangs- und Sittenzeugnis“ für den Studenten Johann Andreas Ganzhorn.

    Die Besucher erfahren auch Details über die Fakultätssiegel und das große Siegel, das noch heute im Universitätslogo zu sehen ist, sowie über seine Vorgänger und Nachfolger. Zudem bekommen sie Informationen über das studentische Leben in der Vergangenheit und über die ausgedehnte Grundherrschaft der Uni im Raum Würzburg.

    Insgesamt bieten sich damit Einblicke in die komplexe Welt einer Universität, die auf eine über 600 Jahre lange Tradition zurückblicken kann.

    Initiator und Organisation

    Die Idee für die Ausstellung stammt von Professor Dieter Salch. Der Jura-Alumnus, Ehrensenator und Mäzen der Universität ist stark historisch interessiert: Er hat erst in diesem Jahr das Buch „Symbole und Insignien der Würzburger Universität“ vorgelegt. Dr. Marcus Holtz, der Leiter des Universitätsarchivs, hat die Sonderausstellung dann mit seinem Team konzipiert und realisiert.

    Eröffnet wurde die Ausstellung am 17. Dezember mit Grußworten von Universitätspräsident Alfred Forchel. Dieter Salch stellte das Konzept vor; danach nahm Marcus Holtz die Gäste mit zu einem kleinen Rundgang durch die Exponate.

    Öffnungszeiten

    „Von Siegel, Szepter und Talar zur Corporate Identity“: 17. Dezember 2012 bis 2. Februar 2013, Martin-von-Wagner-Museum der Universität, Gemäldegalerie, Residenzplatz 2. Eintritt frei. Dienstag bis Samstag von 10 bis 13:30 Uhr, außerdem an den Sonntagen 6. und 20. Januar.

    Vom 27. bis 29. Dezember von 10 bis 13:30 Uhr, geschlossen am 31. Dezember und am 1. Januar.

    Kontakt

    Dr. Marcus Holtz, Archiv der Universität Würzburg, uniarchiv@uni-wuerzburg.de

    Weitere Bilder

    Von Robert Emmerich

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