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    Protestmarsch gegen geplante Kürzungen

    17.11.2010

    An die 3.000 Studierende und Mitarbeiter der Würzburger Hochschulen haben am Mittwoch gegen die geplanten Sparmaßnahmen der bayerischen Staatsregierung protestiert. Kämpferisch war die Rede von Uni-Vizepräsident Wolfgang Riedel.

    Uni-Vizepräsident Wolfgang Riedel (dritter von rechts) lief an der Spitze des Demonstrationszuges mit.
    Uni-Vizepräsident Wolfgang Riedel (dritter von rechts) lief an der Spitze des Demonstrationszuges mit.

    Bei der Abschlusskundgebung auf dem Unteren Markt erinnerte Riedel daran, dass der Freistaat mit seinen Hochschulen zur Bewältigung des doppelten Abiturjahrgangs das Innovationsbündnis 2013 geschlossen hat. Es diene der Sicherstellung der Leistungsfähigkeit der bayerischen Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften.

    Wesentliches Element des Innovationsbündnisses ist die Zusage an die Hochschulen, dass ihre finanzielle Grundausstattung die Ansätze des Nachtragshaushalts 2008 nicht unterschreitet. „Das gab uns Planungssicherheit, darauf haben wir uns verlassen“, so Riedel. Wenn aber nun auf die angekündigte Weise in den Haushalt der Universität eingegriffen werde, mache das den Effekt des Bündnisses zumindest teilweise zunichte, es gefährde den Ausbau der Hochschulen und die Bewältigung des doppelten Abiturjahrgangs.

    Geld fehlt schon jetzt

    Riedel wies darauf hin, dass die Universität Würzburg bereits für 2010 insgesamt 1,7 Millionen Euro an schon zugewiesenen Mitteln wieder zurückgeben musste – dringend benötigtes Geld, das den Fakultäten nun für Lehrveranstaltungen oder die Reparatur von Geräten fehle. Die geplanten Kürzungen würden in den kommenden Jahren die Berufungsverhandlungen mit neuen Professoren erschweren. Spitzenkräfte nach Würzburg zu holen, werde so immer schwieriger.

    Im ohnehin bereits unterfinanzierten Baubereich sieht Riedel ebenfalls riesige Probleme auf die Universität zukommen. Dabei bestehe seit Jahren beträchtlicher Sanierungsbedarf bei der Hublandmensa, der Chemie und der Kopfklinik.

    Gefahren für den Ausbau des Hubland-Campus

    Mittelfristig bedeuten die geplanten Kürzungen laut Riedel beträchtliche Gefahren für den weiteren Ausbau des neuen Geländes am Hubland. Schon jetzt greife die Universität auf ihre ohnehin geringen laufenden Mittel zurück, um dort weitere ehemalige Wohngebäude und Schulen für eine Nutzung zu ertüchtigen. Das Ziel, am Hubland neue Gebäude zu errichten, wie das zur Verbesserung der Konkurrenzfähigkeit der Würzburger Geisteswissenschaften so dringend benötigte Geisteswissenschaftliche Zentrum, rücke mit diesen Kürzungen in weite Ferne.

    Vertrauensverluste in die Politik

    Riedel betonte, dass die Hochschulleitung durchaus Verständnis für das Ziel der Staatsregierung habe, einen ausgeglichenen Haushalt zu schaffen. „Überraschende, ja hektische Ad-hoc-Maßnahmen mitten in der Phase einer Mehrbelastung – durch die Umstellung der Studiengänge und den doppelten Abiturjahrgang – ziehen allerdings beträchtliche Vertrauensverluste in die Politik nach sich“, so der Vizepräsident.

    Abschließend appellierte Riedel an die Verantwortlichen in der Politik, ihre Position zu überdenken und gerade im Bereich Bildung und Wissenschaft zu einer Politik der Planungssicherheit, der Stabilität und Nachhaltigkeit zurückzukehren. Nur so könne der Jugend und zukünftigen Generationen eine Perspektive gegeben werden.

    Organisatoren der Demonstration

    Zur Demonstration hatten Studierendenvertreter der Würzburger Universität und der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt sowie weitere Organisationen aufgerufen. Die Leitung der Universität hatte sich bereits im Vorfeld solidarisch gezeigt. Auf der Demonstration vertrat Wolfgang Riedel den Unipräsidenten Alfred Forchel, der zurzeit den bayerischen Wirtschaftsminister auf einer Japanreise begleitet.

    Der Protestzug startete vor der Sanderring-Uni. Bei Kundgebungen in der Münzstraße vor der Fachhochschule, vor dem Stadttheater und schließlich auf dem Unteren Markt verurteilten Vertreter der Studierenden beider Hochschulen sowie Vertreter der Gewerkschaften, Parteien und des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (BLLV) einhellig die geplanten Einschnitte im Bildungssystem und forderten die Politik zur Rücknahme ihrer Sparbeschlüsse auf.

    Weitere Bilder

    Von Georg Kaiser

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