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    Plagiatsverdacht untersucht

    28.06.2013

    Die Medizinische Fakultät der Universität Würzburg ist einem Plagiatsverdacht nachgegangen, der öffentlich gegen die Doktorarbeit von Hubert Haderthauer geäußert wurde. Ein Gutachter kommt zu dem Ergebnis, dass der Plagiatsverdacht unbegründet ist.

    Die medizinische Doktorarbeit von Hubert Haderthauer ist 1985 als Publikation mit dem Ko-Autor Professor Peter Kugler (Anatomisches Institut der Universität Würzburg) in der „Zeitschrift für mikroskopisch-anatomische Forschung“ erschienen:

    Haderthauer H, Kugler P (1985): Histochemicalandbiochemicalstudies in thekidneyoffemalerats after castrationandtreatmentwithsexhormones [Peptidasenhisto- und biochemie in der Niere weiblicher Ratten nach Kastration und Behandlung mit Geschlechtshormonen]. Z MikroskAnat Forsch. 99(5):763-72.

    Es handelt sich um eine aufwändige, experimentelle Doktorarbeit unter Verwendung histochemischer und biochemischer Methoden. Der experimentelle Zeitaufwand für die Arbeit betrug nach Aussage des Doktorvaters etwa 1,5 bis 2 Jahre. Die Ergebnisse wurden in einem renommierten deutschen Journal publiziert. Diese Publikation wurde – nach der damals gültigen Promotionsordnung der Medizinischen Fakultät – in Form eines Sonderdrucks mit Deckblatt als schriftliche Promotionsleistung eingereicht und von der Fakultät angenommen.

    Die Publikation der Doktorarbeit ist ein besonderer Qualitätsbeweis und in der Form, dass nur Doktorand und Betreuer als Autor zeichnen, in nur ganz wenigen Fällen möglich gewesen, so der Dekan der Medizinischen Fakultät, Herr Prof. Frosch. Damit zähle die Doktorarbeit zu den wissenschaftlich besonders erfolgreichen Arbeiten und sei entsprechend mit der Note „magna cum laude“ bewertet worden.

    Wie die Arbeit durchsucht wurde

    Gegen diese Arbeit ist nun öffentlich ein Plagiatsverdacht laut geworden: Mit einem Suchprogramm wurden eine Reihe von Wörtern (darunter Wissenschaftszitate, Personen, biochemische Begriffe, Tier- und Gerätebezeichnungen, außerdem Begriffe wie „Untersuchung“ und „Biochemie“), Wortkombinationen (z.B. „ in leichter Äthernarkose“, „mit dem simultanen Azokopplungsverfahren“) und teils ganze Sätze (z.B. „Die Nieren wurden in situ dekapsuliert und vom Gefäßstiel scharf getrennt“) identifiziert, die ebenfalls in einer anderen Publikation (Hammerschmidt R., Kugler P. 1984) und /oder in der Habilitationsschrift von Professor Kugler gefunden wurden.

    Was der Gutachter sagt

    Dem Plagiatsverdacht ist nun ein Gutachter der Medizinischen Fakultät nachgegangen. Er kommt zu dem Ergebnis:

    „Bei allen Begriffen, Wortkombinationen und (Teil-)Sätzen, die in den drei miteinander verglichenen Publikationen vorkommen, handelt es sich ausschließlich um Begriffe/ Formulierungen, die technisch-methodische Vorgehensweisen beschreiben.“

    „In den Kapiteln „Ergebnisse“ und „Diskussion“ sind praktisch keine Formulierungsgemeinsamkeiten mit den verglichenen Publikationen gefunden worden (außer einigen Fachbegriffen und Namen). Das Literaturverzeichnis enthält naturgemäß zahlreiche Literaturstellen, die in allen miteinander verglichenen Publikationen auftauchen. Wort- und Formulierungsübereinstimmungen betreffen also fast ausschließlich methodische Standardformulierungen, die sprachlich kaum alternativ formuliert werden können.“

    Fazit: Der Plagiatsverdacht gegen die 1986 von der Medizinischen Fakultät der Uni Würzburg angenommene Promotionsarbeit von Hubert Haderthauer sei unbegründet, so der Gutachter.

     

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