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    Neuer Forschungsverbund am Start

    20.06.2013

    Klimaänderung, Ressourcenknappheit, Medienwandel: Die Gesellschaft steht vor tief greifenden Veränderungen. Mit ihnen befasst sich der neue bayerische Forschungsverbund „Fit for Change“, an dem zwei Wissenschaftler der Uni Würzburg mitarbeiten.

    Junger Mann schreibt Nachrichten am Smartphone. Foto: Robert Emmerich
    Ständig online, ständig erreichbar: Wie sich der Medienwandel auf junge Menschen auswirkt, untersucht eine Würzburger Gruppe im neuen Forschungsverbund „Fit for Change“. (Foto: Robert Emmerich)

    Das bayerische Wissenschaftsministerium hat am 19. Juni die Einrichtung des neuen geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschungsverbunds „Fit for Change“ bekannt gegeben. Der Freistaat stellt dafür in den kommenden vier Jahren rund 2,8 Millionen Euro bereit.

    „Angesichts tief greifender gesellschaftlicher Umbrüche untersuchen die 13 Projekte des interdisziplinären Verbunds gegenwärtige Veränderungsprozesse und ihre Wechselwirkungen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Ministeriums. Klimawandel, Ressourcenknappheit, Finanzkrise, Arbeitsunsicherheit, zunehmende Medialisierung der Gesellschaft oder demografischer Wandel – solche Aspekte nehmen die Forschungsgruppen in den Blick.

    Von der Universität Würzburg sind Professor Jörn Hurtienne (Institut für Mensch-Computer-Medien) und Professorin Gerhild Nieding (Institut für Psychologie) am neuen Verbund beteiligt. Für ihre beiden Projekte fließen rund 330.000 Euro an die Universität.

    Wandel der Arbeit und psychische Belastungen

    Jörn Hurtienne fragt danach, ob und wie der Wandel der Arbeitswelt zu psychischen Belastungen für „Wissensarbeiter“ führt. Außerdem untersucht er, wie einzelne Personen und Teams mit solchen Belastungen umgehen und was die Arbeitgeber dagegen unternehmen. Insbesondere geht es darum, Strategien und theoretische Ansätze herauszuarbeiten, die den Umgang mit Zeitknappheit und gestiegenen Anforderungen erklären und nachhaltig verbessern.

    Medien und ihr Einfluss auf Jugendliche

    Gerhild Niedings ForChange-Projekt befasst sich mit dem stark beschleunigten Medienwandel in der Gesellschaft durch Internet, Smartphones und andere technische Neuerungen. Dabei hat die Psychologin vor allem die Medienkompetenz Jugendlicher und junger Erwachsener im Blick. Sie fragt auch danach, wie jüngere Menschen ihr Leben und ihr Verhalten an die modernen medialen Möglichkeiten anpassen und wie Medienkompetenz gefördert werden kann, um eine Teilhabe an Kultur, Politik und Gesellschaft zu ermöglichen.

    Wer im Verbund mitarbeitet

    Im bayerischen Forschungsverbund Fit for Change (ForChange) arbeiten Gruppen aus den Universitäten Augsburg, Erlangen-Nürnberg, München (LMU), Regensburg und Würzburg zusammen. Beteiligt sind die Fachbereiche Betriebswirtschaftslehre, Geografie, Kommunikationswissenschaften und Medienforschung, Philosophie, Politikwissenschaft, Psychologie, Rechtswissenschaften, Theologie, Soziologie sowie Volkswirtschaftslehre. Sprecherin des Verbunds ist Professorin Claudia Binder, Inhaberin des Lehrstuhls für Mensch-Umwelt-Beziehungen an der LMU München.

    Handlungsempfehlungen als Ziel

    Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch betont: „Dieses Vorhaben kann nur in interdisziplinärer Perspektive und in Zusammenarbeit von Wissenschaft und unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen und Institutionen gelingen. Der Forschungsverbund wird neben wissenschaftlichen Ergebnissen auch konkrete Handlungsempfehlungen für Gesellschaft und Politik entwickeln.“

    Bayerische Forschungsverbünde

    In den bayerischen Forschungsverbünden arbeiten Wissenschaftler aus verschiedenen Hochschulen und teils aus Unternehmen interdisziplinär zusammen, um komplexe Fragestellungen in zukunftsrelevanten Bereichen zu beantworten. Durch die Kooperation im Verbund wird eine Bündelung und Vernetzung der bayernweiten Kompetenzen erreicht.

    Zur Homepage der bayerischen Forschungsverbünde 

    Kontakt

    Prof. Dr. Jörn Hurtienne, Lehrstuhl für psychologische Ergonomie, Uni Würzburg, T (0931) 31-86676, joern.hurtienne@uni-wuerzburg.de

    Prof. Dr. Gerhild Nieding, Professur für Entwicklungspsychologie, Uni Würzburg, T (0931) 31-82747, nieding@psychologie.uni-wuerzburg.de

    Von Robert Emmerich

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