piwik-script

English Intern

    Neue Schmuckstücke im Mineralogischen Museum

    27.10.2006

    Mit Stolz präsentiert das Mineralogische Museum der Uni Würzburg 250 prachtvolle neue Exponate. Die außergewöhnlichen Stücke stammen aus der Sammlung von Albert Schröder, der sie dem Museum geschenkt hat.

    Zwei ausgesuchte Kristallformen - igelartig und sperrig verwachsen.
    Igelartig oder sperrig verwachsen – diese und andere besondere Kristallformen (rechts Krokoitkristalle, links ein Aggregat aus igelartig gewachsenen Skolezitkristallen) aus der Sammlung von Albert Schröder sind im Mineralogischen Museum zu bewundern. Fotos: Klaus-Peter Kelber

    „Die Formenvielfalt, die Größe einiger Bergkristall- oder Gipsstufen sowie die Farbenpracht der Kristalle werden die Besucher in Staunen versetzen“, verspricht Dorothee Kleinschrot. Bei der Beschreibung der neuen Stücke gerät die Mineralogin regelrecht ins Schwärmen: „Eine Augenweide sind die himbeerroten, durchscheinenden Rhodochrositkristalle, die auf dunkelgrauem Nebengestein gewachsen oder mit stängeligen bis nadeligen Quarzkristallen verwachsen sind.“

    Bewundernswert auch die gelben Schwefelkristalle aus Sizilien, gewachsen auf einem Rasen aus Calcitkristallen. Bergkristall-Liebhaber finden zahlreiche, ausgefallene Stufen in verschiedenen Größen aus den USA, Brasilien, Peru oder Indien. Auch wer sich für besondere Kristallformen interessiert, kann in der Sammlung Schröder fündig werden. Da ist zum Beispiel ein „igelartiges Aggregat aus weißen, nadeligen Skolezitkristallen, verwachsen mit lachsfarbenen Stilbitkristallen, die wiederum auf einer nierig-traubigen Matrix aus Manganoxiden entstanden sind“, so Kleinschrots blumige Beschreibung.

    Der Anfang für diese großartige Ergänzung des Mineralogischen Museums wurde in den 90er-Jahren gesetzt: Damals besuchte Albert Schröder mit seiner Ehefrau Anneliese Schröder-Ramser das Museum auf dem Uni-Campus am Hubland. Die Ausstellung gefiel dem Kenner, und so lud er den wissenschaftlichen Betreuer des Museums, Eckard Amelingmeier, zu sich nach Versbach ein. Er wollte ihm seine eigene große Mineraliensammlung zeigen, die er dem Mineralogischen Museum in Hamburg zu schenken gedachte. Amelingmeier war begeistert von den Schmuckstücken und besuchte das Ehepaar Schröder noch einige Male, um die außergewöhnliche Sammlung eingehender studieren zu können.

    Schließlich fasste Albert Schröder den Entschluss, nach seinem Ableben seine Sammlung dem Würzburger Mineralogischen Museum zu vermachen. Schröder, am 8. Oktober 1930 in Hamburg geboren, hatte eine kaufmännische Ausbildung absolviert. In den 22 Jahren vor seiner Pensionierung (1994) war er als Prokurist für den Einkauf und das Materialwesen der Firma Knauf in Iphofen verantwortlich. Dort setzte er neue Maßstäbe in der Energie- und Fertigungssteuerung, die auch von einigen Partnerunternehmen übernommen wurden. Seine Freizeit widmete er seiner großen Leidenschaft, dem Mineraliensammeln. Schröder hatte ein Gespür für außergewöhnliche Mineralstufen, seine Sammlung umfasste schließlich mehr als 500 Exponate aus aller Welt.

    Am 12. Juni 2003 starb Albert Schröder. Wie in der Schenkungsvereinbarung festgelegt, zogen Mitte 2005 dann 250 Exponate seiner Sammlung einschließlich eines beleuchteten Vitrinenschrankes in das Mineralogische Museum um. Nur ein Jahr später waren die fotografische Dokumentation sowie die detaillierte Beschreibung der wertvollen Stücke einschließlich Katalogisierung und Aufstellung abgeschlossen. Laut Amelingmeier stellt die Sammlung eine erhebliche Bereicherung für das Museum dar.

    Wer die Vielfalt der Schröder-Sammlung bewundern möchte, kann das Mineralogische Museum zu den regulären Öffnungszeiten besuchen: sonntags von 14 bis 17 Uhr und mittwochs von 14 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei, Führungen für Gruppen können auch außerhalb der Öffnungszeiten gebucht werden, T (0931) 888-5421 und 888-5407.

    Von Robert Emmerich

    Zurück