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    Neue Hörsäle fürs Hubland

    18.03.2008

    Im Jahr 2011 entlassen die Gymnasien in Bayern einen doppelten Abiturjahrgang. Auch an der Uni Würzburg werden sich dann deutlich mehr Studienanfänger einschreiben – und das bei ohnehin steigenden Studierendenzahlen und einer schon jetzt deutlich spürbaren Raumnot. Um den Studierenden dennoch möglichst gute Bedingungen bieten zu können, sind unter anderem zusätzliche Räume dringend nötig. Als ersten Schritt hierzu realisiert die Uni jetzt ein zentrales Hörsaal- und Seminargebäude auf dem Hubland-Campus.

    Modell des geplanten Hörsaal- und Seminargebäudes am Hubland. Bild: Staatliches Bauamt Würzburg
    Modell des geplanten Hörsaal- und Seminargebäudes (links) am Hubland. Unten im Bild das Philosophiegebäude, rechts die Unibibliothek und der Campus. Bild: Staatliches Bauamt Würzburg

    Geplant ist das Gebäude auf einer Fläche im Norden der Universitätsbibliothek, gleich bei der Straße Am Galgenberg, die an der Leighton-Kaserne entlangführt. Die Pkw-Parkplätze, die sich derzeit dort befinden, werden zur Parkplatzanlage beim Philosophiegebäude verlagert. Im neuen Gebäude sind ein großer Hörsaal mit rund 650 Plätzen sowie zwei kleinere Hörsäle mit je rund 200 Plätzen geplant. Vorgesehen sind außerdem 23 Seminarräume für je 30 bis 50 Studierende. Alles in allem entsteht so eine Infrastruktur für die Ausbildung von rund 2.000 Studierenden; das Gebäude soll fakultätsübergreifend genutzt werden.

    Baubeginn wird voraussichtlich Anfang 2009 sein. Die Nutzfläche des Hörsaalgebäudes beläuft sich auf rund 3.000 Quadratmeter, die Baukosten sind mit 16,7 Millionen Euro veranschlagt. Das Geld stammt aus Sondermitteln, die der Freistaat eigens für den Ausbau seiner Hochschulen bereitstellt.

    Erst im Dezember 2007 hatte das Staatliche Bauamt den Wettbewerb für den Neubau ausgelobt, und schon Mitte März wurde das Siegermodell präsentiert. Laut Dieter Maußner, der für den Hochschulbau zuständig ist, war diese Rekordzeit durch ein „abgespecktes Wettbewerbsverfahren“ möglich. Und Eile ist durchaus geboten, denn schließlich sollen 2011 die ersten Vorlesungen im Neubau zu hören sein.

    Plan der ArchitektenDer erste Preis des Wettbewerbs ging an eine Arbeitsgemeinschaft der Würzburger Architekten Rainer Kriebel, Christian Teichmann und Michael Hetterich. Sie präsentierten einen „schlichten und zurückhaltenden“ Baukörper mit einem „funktionalen Innenleben über drei Ebenen“ (siehe Abbildung, auf Klick vergrößerbar). Der Siegerentwurf und zwei weitere ausgezeichnete Arbeiten sind bis Donnerstag, 20. März, im Staatlichen Bauamt in der Kroatengasse 4-8 im ersten Obergeschoss ausgestellt (Öffnungszeiten 8 bis 12 und 12.30 bis 16 Uhr).

    Im Bild: So stellen sich die Architekten eine Ebene des neuen Hörsaalgebäudes vor. Foto: Staatliches Bauamt Würzburg

    Um dem erwarteten Anstieg der Studierendenzahlen begegnen zu können, ist am Hubland außerdem ein neues Praktikumsgebäude für die Biologen, Chemiker und Physiker vorgesehen. Es soll zwischen dem Institut für Anorganische Chemie und dem Theodor-Boveri-Ring gebaut werden. Die Planungen laufen auf Hochtouren, denn auch dieses Gebäude soll 2011 fertig sein.

    Weiterer Ausbau der Universität

    Doch mit diesen beiden Neubauten ist noch nicht Schluss. So weist das Hörsaalgebäude, das nördlich der Bibliothek geplant ist, deutlich in die Zukunft: auf das Gelände der Leighton Barracks. Die Amerikaner werden diese Kaserne im Herbst 2008 räumen. Staatsregierung und Universität wollen dort neue Flächen für Forschung und Lehre nutzbar machen; als langfristiges Ziel sind 35.000 Quadratmeter Gebäudefläche auf knapp 40 Hektar im Gespräch.

    Von Robert Emmerich

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