piwik-script

Intern

    Medizinische Fakultät entzieht zwei Doktortitel

    06.11.2012

    Der Promotionsausschuss der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg hat in seiner Sitzung am 5. November beschlossen, zwei Doktortitel zu entziehen. Die Arbeiten sind vor mehr als zehn Jahren am Institut für Geschichte der Medizin angefertigt worden.

    Die Entziehung der Doktorgrade erfolgte, da die Arbeiten nicht den Regeln guter wissenschaftlicher Praxis entsprachen und erhebliche Teile aus anderen Arbeiten entnommen waren, ohne dies korrekt zu kennzeichnen.

    Ausgelöst wurde die Prüfung dieser und weiterer Arbeiten durch ein 40-seitiges anonymes Schreiben, das im Frühjahr 2011 bei der Universität einging. Darin werden massive Vorwürfe zur Promotionspraxis in der Medizingeschichte erhoben. Die Vorwürfe beziehen sich auf mehrere Jahre alte Doktorarbeiten, die alle vom 2002 emeritierten Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin betreut worden waren.

    Diese Doktorarbeiten waren bereits von 2005 bis 2007 Gegenstand einer universitären Untersuchung, die zur Übergabe des Verfahrens an die Staatsanwaltschaft führte. Dieses Verfahren endete mit einem Strafbefehl gegen den früheren Institutsleiter. Die Medizinische Fakultät hat zwischenzeitlich ihre Promotionsordnung grundlegend überarbeitet, um ähnliche Fälle von vornherein zu verhindern.

    Die Universität und ihre Medizinische Fakultät haben 2011 und 2012 mehr als zwanzig Doktorarbeiten aus dem Institut für Geschichte der Medizin durch externe Fachgutachter begutachten lassen. Dabei ergab sich bei mehreren der untersuchten Arbeiten ein Plagiatsverdacht.

    Universitätsintern wurde die Ständige Kommission der Universität zur Untersuchung wissenschaftlichen Fehlverhaltens mit einer Prüfung des anonymen Schreibens beauftragt. Diese Prüfung ergab in verschiedenen Fällen ebenfalls Hinweise auf ein wissenschaftliches Fehlverhalten. Ob auch bei weiteren Arbeiten ein Entzug des Doktortitels vorzunehmen ist, hängt vom weiteren Verlauf der entsprechenden Verfahren ab.

    Zurück