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    Kongoprojekt weiter ausgebaut

    18.08.2011

    Mit der Auszeichnung weiterer Exzellenz-Stipendiaten und der Knüpfung und Vertiefung von Kontakten zu wichtigen Kooperationspartnern wurde die Zusammenarbeit mit der Würzburger Partneruniversität Kinshasa in der Demokratischen Republik Kongo weiter ausgebaut.

    Neue BEBUC-Stipendiaten an der Uni Kinshasa (mit blauer Mappe), dabei Gutachter und ein Gast (von links): Damien Tshibangu (in Vertretung von Cédric Sinamuli, der in Triest studiert), Karine Ndjoko, Gerhard Bringmann, Dieudonné Tshitenge Tshitenge, Alex
    Neue BEBUC-Stipendiaten an der Uni Kinshasa (mit blauer Mappe), dabei Gutachter und ein Gast (von links): Damien Tshibangu (in Vertretung von Cédric Sinamuli, der in Triest studiert), Karine Ndjoko, Gerhard Bringmann, Dieudonné Tshitenge Tshitenge, Alexander Roth als Vertreter der deutschen Botschaft, Shetonde Oscar Mihigo, Virima Mudogo und Mathieu Bokolo.

    Mit dem Stipendiensystem BEBUC, initiiert vom Würzburger Naturstoffchemiker Professor Gerhard Bringmann und seinem kongolesischen Kollegen Virima Mudogo, werden an der Universität Kinshasa herausragende Studierende gefördert. Erstmals gibt es nun Stipendiaten in allen vier Abschnitten der akademischen Karriere: im Bachelor- und Master-Studium, bei der Doktorarbeit und, ganz entscheidend, in der Phase der Rückkehr in den Kongo.

    Im Kongo nahm Bringmann nun als Gutachter an der Auswahl weiterer Stipendiaten teil. Mitglieder im Prüfungsausschuss waren außerdem Dr. Karine Ndjoko von der Universität Genf und die kongolesischen Professoren Virima Mudogo, Alumnus der Uni Würzburg, und Mathieu Bokolo sowie nicht-ständige Ad-hoc-Gutachter. Die Stipendienurkunden wurden in einer kleinen Zeremonie überreicht, bei der auch Alexander Roth als Vertreter der deutschen Botschaft zugegen war.

    Hohe Anforderungen an Master-Stipendiaten

    Anders als für Bachelor-Stipendien müssen sich die Master-Kandidaten nicht nur durch ausgezeichnete Noten qualifizieren, sondern vor allem durch einen zukunftsorientierten Studien- und Forschungsplan. Das Masterstudium soll möglichst an einer exzellenten afrikanischen Universität durchgeführt werden. Als Alternative gibt es die Möglichkeit eines „Sandwich-Verfahrens“: Das eigentliche Studium wird dann in Kinshasa absolviert, die Masterarbeit an einer erstklassigen europäischen Universität.

    Darüber hinaus müssen die Kandidaten für ein Master-Stipendium auch schon die Planung für ihre Doktorarbeit, für die Rückkehr in den Kongo und die dann durchzuführenden Forschungsarbeiten vorlegen. Dieses Konzept soll die kongolesische und afrikanische Identität stärken, nach den Auslandsstudien eine möglichst hohe Rückkehrquote in den Kongo garantieren und so zur Erneuerung der Professorenschaft und zum Wiederaufbau im Kongo beitragen.

    Master-Stipendiat für die Uni Würzburg

    Einer der neuen Master-Stipendiaten ist Dieudonné Tshitenge Tshitenge, ein herausragender Pharmazie-Student, der seine Experimentalarbeit an der Uni Würzburg im Arbeitskreis von Gerhard Bringmann durchführen möchte. Hier will er sich mit der Analyse und Bewertung von Antimalariamitteln aus der traditionellen Medizin des Kongo befassen.

    Erstes Rückkehr-Stipendium vergeben

    Erstmals wurde auch ein Rückkehr-Stipendiat gekürt, Dr. Shetonde Oscar Mihigo. Er hat in Kinshasa (Bachelor) und in Gaborone in Botswana (Master) studiert und dort auch seine Doktorarbeit angefertigt. Mit der Unterstützung seiner Rückkehr in den Kongo vervollständigt sich erstmals das Konzept des BEBUC-Stipendiensystems: die Förderung akademischer Karrieren durch Bachelor-, Master- und Doktoranden-Stipendien sowie durch das Rückkehr-Stipendium.

    Mihigo erwies sich sogleich als äußerst würdiger Träger des Rückkehr-Stipendiums: Auf der panafrikanischen Naturstofftagung NAPRECA erhielt er kürzlich den Preis für den besten wissenschaftlichen Vortrag eines Nachwuchswissenschaftlers.

    Unterstützung durch Premierminister und Wirtschaft

    Gestärkt wurde auch das Umfeld des inzwischen so erfolgreichen und vermutlich weltweit einzigartigen Stipendiensystems. Gerhard Bringmann, Karine Ndjoko, Virima Mudogo und Mathieu Bokolo stellten das System Professor Daniel Mukoko Samba vor, dem Stellvertreter des Premierministers. Wie schon zuvor der Premierminister selbst, sagte auch er seine Unterstützung zu.

    Mit Mukoko Sambas Hilfe erhielten die Wissenschaftler die Gelegenheit, das Stipendienkonzept bei der Vereinigung der Unternehmen des Kongo vorzustellen, bei der FEC (Fédération des Entreprises du Congo). Denn die Stipendien sollen nicht nur die Universitäten stärken, sondern auch die Wirtschaft, die Verwaltung und die gesamte Infrastruktur des Landes.

    Bei der FEC gab es ein sehr positives Echo, man lud BEBUC dazu ein, als institutionelles Mitglied mitzuwirken. Zugleich bot die Vereinigung Hilfe an bei der Einbindung der Stipendiaten in Industriepraktika, bei der Unterstützung der in den Kongo zurückkehrenden Wissenschaftler und bei einer gemeinsamen Initiative zur Förderung durch die Weltbank.

    Kontakte zur Medikamenten-Kontrollbehörde und zum DNDi

    Intensiven Kontakt haben die Wissenschaftler aufgebaut zur Medikamenten-Kontrollbehörde des Kongo, dem OCC (Office Congolais de Contrôle), das Forschungsarbeiten wie die von Dieudonné Tshitenge Tshitenge unterstützen wird. „Für ein Land wie den Kongo ist die verlässliche Analyse und Kontrolle von Medikamenten eine wichtige Grundvoraussetzung für eine verbesserte Gesundheitsversorgung“, so Bringmann.

    Auch gab es ein orientierendes Treffen mit Vertretern der Initiative „Medikamente für vernachlässigte Krankheiten“, DNDi (Drugs for Neglected Diseases Initiative). Diese führt derzeit im Kongo klinische Studien über die Schlafkrankheit durch. Es ist geplant, dass ein oder zwei Stipendiaten aus der Medizin dort ihre Master-Arbeiten durchführen.

    Weltgipfel der Francophonie 2012 in Kinshasa

    Kontakt aufgenommen wurde zudem mit Professor Isidore Ndaywel E Nziem, der 2012 den Weltgipfel der Francophonie, der Vereinigung der französisch sprechenden Länder, in Kinshasa organisiert. Er stellte in Aussicht, dass Gerhard Bringmann und seine Kollegen dort das neue Stipendiensystem vorstellen können.

    Ausdehnung auf alle kongolesischen Unis?

    Besonders ermutigend war der Besuch beim Erziehungsminister Professor Léonard N. Mashako Mamba. Er dankte dem Wissenschaftlerteam für die erfolgreiche Arbeit mit dem neuartigen Stipendiensystem und bat darum, dieses zukunftsorientierte Programm recht bald auf alle kongolesischen Universitäten auszudehnen. Er will einen Aufruf an alle Unis starten und diese Initiative in jeder Hinsicht unterstützen.

    Treffen in der deutschen Botschaft und weitere Pläne

    Weitere Aktivitäten sind geplant, so will der deutsche Botschafter in Kinshasa, Dr. Peter-Christof Blomeyer, führende Vertreter von Wirtschaft, Politik, Kultur und Universitäten zu einem großen Treffen zusammenrufen, auf dem Bringmann und seine Kollegen das Stipendiensystem vorstellen sollen.

    Zugleich soll das Netz auch nach außen hin ausgebaut werden. Mit der University of KwaZulu-Natal in Pietermaritzburg bei Durban (Südafrika) soll eine erste vertraglich eingebundene Uni-Kooperation etabliert werden. Sie wird vor allem dazu dienen, dass dort künftig Masterstipendiaten der Universität Kinshasa aufgenommen werden.

    Kontakt

    Prof. Dr. Gerhard Bringmann, Institut für Organische Chemie der Universität Würzburg,
    T (0931) 31-85323, bringman@chemie.uni-wuerzburg.de

    www.foerderverein-uni-kinshasa.de

    Weitere Bilder

    Von Robert Emmerich

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