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    Kein Stillstand auf der Großbaustelle Uniklinik

    11.04.2008

    In den kommenden Jahren will der Freistaat Bayern das Klinikum der Universität Würzburg weiter modernisieren und ausbauen. In einem ersten Schritt steht dabei die Sanierung der Kopfklinik an, die rund 100 Millionen Euro kosten wird. Dies erklärte Wissenschaftsminister Thomas Goppel nach einer Besichtigung des Klinikgeländes.

    Die Augenklinik
    100 Millionen Euro wird die Sanierung der Kopfklinik kosten, zu der auch die Augenklinik gehört. (Foto Universitätsklinikum)

    Viel Geld ist in den vergangenen zehn Jahren in Baumaßnahmen des Universitätsklinikums Würzburg geflossen: Der Neubau des Zentrums Operative Medizin, umfangreiche Umbauten an der Zahnklinik, die Sanierung von Teilen der Frauenklinik, das Zentrum Innere Medizin, das 2009 bezogen werden soll, sowie etliche weitere Projekte haben rund 500 Millionen Euro verschlungen. Kein Wunder, dass Wissenschaftsminister Thomas Goppel der Ansicht ist, „der Freistaat Bayern hat in den vergangenen Jahren gerade hier in Würzburg kräftig investiert“.

    Dass es damit allerdings nicht getan ist, davon konnte sich Goppel während eines Besuchs am Klinikum am vergangenen Donnerstag einen Eindruck verschaffen. Begleitet von Unipräsident Axel Haase, dem Ärztlichen Direktor Christoph Reiners, Dekan Matthias Frosch und weiteren Vertretern des Klinikvorstands und vom Bauamt ließ sich der Minister über den aktuellen Zustand und den Modernisierungsbedarf informieren.

    Die ersten 41 Millionen Euro sind bewilligt

    An oberster Stelle dort rangiert das Kopfklinikum. 1974 bezogen, ist es mittlerweile in die Jahre gekommen und muss dringend saniert werden; die geschätzten Kosten dafür übersteigen die 100-Millionen-Euro-Grenze leicht. Der Startschuss für die Renovierung bei laufendem Betrieb könnte schon im kommenden Jahr fallen: „Nach der Fertigstellung des Zentrums Innere Medizin werden wir den ersten Bauabschnitt in Angriff nehmen“, sagte Manfred Ach, Vorsitzender des Haushaltsausschusses im Bayerischen Landtag. Die dafür notwendigen 41 Millionen Euro habe der Ausschuss soeben bewilligt.

    Weitere 200 Millionen Euro sollen in den Folgejahren in die Sanierung und Erweiterung der technischen Infrastruktur des Klinikgeländes fließen, und wenn dann noch Geld vorhanden ist, steht die Einrichtung eines Mutter-Kind-Zentrums für geschätzte 115 Millionen Euro auf der Wunschliste der Klinikverantwortlichen.

    Axel Haase dankte dem Minister für die bisherige Finanzierung der Klinikumsprojekte. Er sei zuversichtlich, dass sich der Freistaat auch weiterhin auf ähnliche Weise für die Uniklinik engagieren werde. Haase betonte, dass Investitionen im Bereich der Medizin für die gesamte Universität von großer Bedeutung seien – schließlich sei es die Medizinische Fakultät, die in Rankings regelmäßig hervorragend abschneide. „Vernünftige Bauten und moderne Labors“ seien dafür Voraussetzung.

    Die gesamte Universität im Auge behalten

    Als Präsident, der die Gesamtuniversität im Auge behalten müsse, erinnerte Haase allerdings auch daran, dass es „an der gesamten Hochschule bauliche Mängel“ gebe. Gleichzeitig äußerte er seine Hoffnung, dass dort in ähnlicher Weise Geld in Sanierung und Neubau gesteckt werde wie im Bereich des Klinikums.

    Wenn es nach Goppel geht, steht dem nichts im Wege: Ausbau, Erneuerung und Sanierung der Hochschulen in Bayern bezeichnete er als „eines der zentralen politischen Ziele der nächsten Legislaturperiode“. Diese Herausforderung sei das nächste „dicke Brett“, das die bayerische Wissenschaftspolitik zu bohren habe. Schließlich sei nicht zu übersehen, dass sich in den vergangenen Jahren an den bayerischen Hochschulen „ein enormer Modernisierungsbedarf“ ergeben habe.

    Von Gunnar Bartsch

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