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    IHK-Förderpreis für Rettungsdrohne

    30.04.2014

    Für die Entwicklung einer fliegenden Rettungsdrohne ist Nils Gageik vom Lehrstuhl Informatik VIII der Uni Würzburg mit dem Förderpreis der IHK ausgezeichnet worden. Die 35.000 Euro Preisgeld fließen direkt in die Weiterentwicklung des Fluggeräts.

    Helfende Hand: ein Quadrokopter stopft ein leckgeschlagenes Chemiefass. (Montage: Jan Balzer; Universität Würzburg)

    Ein Mensch steuert, über eine große Entfernung zum Gefahrenherd per Fernbedienung, eine fliegende Rettungsdrohne, die mit einem Roboterarm ausgestattet ist. Mit diesem technischen Hilfsmittel könnten Türen in einem einsturzgefährdeten Raum gefahrlos geöffnet und undichte Fässer mit gefährlichen Chemikalien abgedichtet werden. Möglich ist auch der Einsatz bei einem Brand in einem Tunnel, der für Feuerwehrmänner oft mit größten Gefahren verbunden ist.

    Derartige Szenarien sind mögliche Anwendungsfelder für das Forschungsprojekt von Nils Gageik vom Lehrstuhl für Informatik VIII (Informationstechnik für Luft- und Raumfahrt) der Universität Würzburg. Seine Idee, einen Quadrokopter, ein Fluggerät mit vier Propellern, als helfende Hand  zu nutzen, belohnte der Universitäts-Förderpreis der Mainfränkischen Wirtschaft jetzt mit 35.000 Euro.

    "Irgendwann Leben retten"

    IHK-Präsident Dieter Pfister überreichte Projektleiter Nils Gageik in der IHK in Würzburg den Scheck, der die weitere Finanzierung von Gageiks Projekt unterstützt. "Mit Hilfe des Förderpreises wollen wir unser System um eine entscheidende Komponente erweitern – einen Roboterarm", sagte Gageik. Damit soll es dem fliegenden Rettungshelfer gelingen, in seine Umgebung im wahrsten Sinne des Wortes einzugreifen: "Der Quadrokopter könnte künftig Gegenstände bewegen, Knöpfe drücken, vielleicht auch Türen öffnen." 

    Gageik kann sich vorstellen, dass die Idee aus dem Fluglabor schon in wenigen Jahren zur Anwendung gelangt: "Spricht man mit Feuerwehrleuten über das Thema, trifft man auf großes Interesse und sehr viel Hilfsbereitschaft. Aber auch eine ganze Menge Skepsis. Manch einer fürchtet, er soll durch eine Drohne ersetzt werden." Dabei sei eine Rettungsdrohne nur eine "Feuerwehraxt des 21. Jahrhunderts. Ein Werkzeug, das den Feuerwehrmann unterstützt, das seine Arbeit leichter und vor allem sicherer machen kann", sagt Gageik und ergänzt: "Wer möchte schon in einem Gebäude arbeiten, das jeden Augenblick explodieren oder einstürzen kann? Es wäre ein Traum, wenn unsere Arbeit eines Tages dabei helfen kann, Leben zu retten."

    IHK verteilt durch Förderpreis in 32 Jahren knapp eine Millionen Euro

    "Im besten Fall führen Innovationen zu neuen Produkten, vielleicht sogar zu neuen Unternehmen und damit zu Arbeitsplätzen", sagte IHK-Präsident Pfister und unterstrich die Bedeutung von Arbeiten wie der von Gageik und seinen Kollegen an der Uni Würzburg: "Mit Innovationen sichern wir den Erfolg unserer mittelständischen Wirtschaft langfristig, und sie entstehen meist in einem Forschungsumfeld."

    Zur Verbesserung der Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft rief die IHK bereits 1982 eine Stiftung im Universitätsbund ins Leben, die innovative und technologieintensive Forschungsvorhaben an der Universität fördert. Die Stiftung verfügt heute über ein Stiftungskapital von rund 1,2 Millionen Euro. Bisher profitierten 89 Projekte von insgesamt 895.000 Euro. Im August 2011 hat die IHK eine weitere Stiftung gegründet und analog zum Universitäts-Förderpreis auch einen FH-Förderpreis der Mainfränkischen Wirtschaft ins Leben gerufen.

    Video des BR zum Quadrokopter: http://bit.ly/1iH2ldS

    Kontakt

    Nils Gageik, Lehrstuhl für Informatik VIII (Informationstechnik für Luft- und Raumfahrt), T. (0931) 31-83977, E-Mail: nils.gageik@uni-wuerzburg.de

     

    IHK-Präsident Dieter Pfister (links) überreicht Nils Gageik (Mitte) einen Scheck in Höhe von 35.000 Euro für sein Projekt "Rettungshelfer mit Propellern". Mit ihnen freuen sich Universitätskanzler Uwe Klug (2. v. r.), Universitätspräsident Alfred Forchel (3. v. r.) und IHK-Hauptgeschäftsführer Ralf Jahn (rechts).

    Von Marco Bosch

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