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    Gehirn-Computer-Schnittstellen im Einsatz

    14.03.2012

    Nach Schlaganfällen oder bei anderen Krankheiten können viele Patienten kaum noch sprechen und sich nicht mehr richtig bewegen. Gehirn-Computer-Schnittstellen schaffen hier prinzipiell Abhilfe. Ist diese Technologie im täglichen Leben einsatzfähig? Darum geht es ab 20. März bei einem Workshop.

    Verkabelt mit dem Rechner durch eine Mensch-Computer-Schnittstelle. Foto: Robert Emmerich
    Verkabelt mit dem Rechner durch eine Mensch-Computer-Schnittstelle. Foto: Robert Emmerich

    Gehirn-Computer-Schnittstellen (Brain Computer Interfaces) sind Vorrichtungen, mit denen sich Computer, Prothesen oder andere Geräte allein durch die elektrische Aktivität des Gehirns steuern lassen. Eine mit Elektroden versehene Kappe erfasst dabei die Gehirnströme eines Menschen und leitet sie an einen Computer weiter. Mit speziellen Messverfahren und passender Software können dann zum Beispiel gelähmte Menschen nur durch ihre Gedankenkraft E-Mails schreiben oder im Internet surfen.

    Mit der Alltagstauglichkeit von Gehirn-Computer Schnittstellen befasst sich vom 20. bis 22. März ein wissenschaftlicher Workshop im Saalbau Luisengarten. Sein Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz der Technik in der Rehabilitation von Schlaganfall-Patienten, organisiert wird er vom Team der Psychologie-Professorin Andrea Kübler von der Universität Würzburg. Tagungssprache ist Englisch.

    Patienten und Wissenschaftler berichten

    Der Workshop soll zeigen, wie Gehirn-Computer-Schnittstellen funktionieren und welche Anwendungsfelder im Mittelpunkt stehen. Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen, die bereits mit solchen Schnittstellen gearbeitet haben, berichten über ihre Erfahrungen; Wissenschaftler stellen die neuesten Forschungsergebnisse vor.

    Als Gastredner sind Professor Gregor Renner von der Katholischen Hochschule Freiburg und Professor Mick Donegan von der University of East London eingeladen. „Beide sind Experten für Technologien zur Unterstützung von Menschen mit Beeinträchtigungen“, sagt Andrea Kübler. „Mit ihnen, mit Vertretern der Industrie und mit möglichen Nutzern werden wir den aktuellen Stand von Brain Computer Interfaces kritisch diskutieren.“

    Teilnahme und Anmeldung

    Die Veranstalter erwarten rund 90 Teilnehmer. Studierende und interessierte Gäste können die Veranstaltung gegen eine Gebühr von 50 Euro besuchen. Sie müssen sich dafür bis Sonntag, 18. März, registrieren mit einer E-Mail an tobiworkshop@uni-wuerzburg.de

    Live-Schaltung zum Brain Painting

    Zum Abschluss des ersten Veranstaltungstages gibt es eine Live-Schaltung zur Brain-Painting-Ausstellung in Rostock. Dort malen Künstler, Patienten mit schwersten Lähmungen und Ausstellungsbesucher Bilder mittels Gehirn-Computer-Schnittstellen. Das Team von Andrea Kübler begleitet die Ausstellung wissenschaftlich.

    TOBI: Forschung für Patienten mit Schlaganfall und schwersten Lähmungen

    Der Workshop findet im Rahmen des europaweiten Forschungsprojekts TOBI statt (Tools for Brain Computer Interaction), das von Andrea Kübler geleitet wird. Sein Ziel: Gehirn-Computer-Schnittstellen so anwenderfreundlich zu gestalten, dass sie im Alltag auf den Gebieten der Schlaganfall-Rehabilitation und Kommunikation bei schwersten Lähmungen einsatzfähig sind.

    Die Europäische Union fördert das Projekt mit insgesamt zwölf Millionen Euro. Neben dem Team von Andrea Kübler sind Einrichtungen aus Italien, der Schweiz, Großbritannien und Österreich beteiligt.

    Homepage des TOBI-Workshops 

    Programm des TOBI-Workshops (pdf)

    Kontakt

    Prof. Dr. Andrea Kübler, Institut für Psychologie, Universität Würzburg,
    T (0931) 31-82831, andrea.kuebler@uni-wuerzburg.de

    Von Robert Emmerich

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