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    Exzellenzen in Sport und Studium

    19.03.2007

    Die Universität Würzburg und der Olympiastützpunkt Tauberbischofsheim haben beschlossen, ihre Kooperation zu vertiefen. In Zukunft sollen Studierende, die gleichzeitig erfolgreich Spitzensport betreiben, einen Mentor aus ihrem Fachbereich zur Seite gestellt bekommen, der ihnen dabei hilft, Sport und Studium unter einen Hut zu bringen.

    Foto von den Teilnehmern der Pressekonferenz
    Kooperationspartner zugunsten studierender Sportler (v.l.): Dieter Schneider, Katja Wächter, Axel Haase, Pia Beckmann, Sabine Bau und Daniel Strigel. (Foto Gunnar Bartsch)

    Zielstrebig zu studieren und gleichzeitig als Sportler erfolgreich zu sein, ist keine leichte Aufgabe. Damit beides möglich ist, ohne dass eines leidet, haben die Universität Würzburg, der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband und der Olympiastützpunkt Tauberbischofsheim bereits vor fünf Jahren ein Kooperationsabkommen geschlossen. In der Vereinbarung hat die Universität zugesichert, den Sportlern so weit wie möglich entgegenzukommen, wenn beispielsweise Prüfungstermine mit Wettkämpfen kollidieren oder eine regelmäßige Teilnahme an einem Seminar nicht möglich ist.

    Wenn demnächst ein Großteil der Studiengänge auf Bachelor und Master umgestellt wird, könnte es jedoch für Spitzensportler schwieriger werden, ihr Hobby und ihre Ausbildung miteinander zu vereinbaren. Denn dann wird am Ende jeder Veranstaltung eine Prüfung stehen, deren Bewertung in die Abschlussnote einfließt; eine zentrale Zwischen- oder Magisterprüfung wird es nicht mehr geben. Der Koordinierungsbedarf zwischen Sport und Studium wird gewaltig wachsen.

    „Wir haben deshalb beschlossen, dass jeder Spitzensportler einen Mentor als konkreten Ansprechpartner zur Seite gestellt bekommt, der helfen soll, wenn Probleme im Studium auftauchen“, erklärte Unipräsident Axel Haase auf einer gemeinsamen Pressekonferenz von Universität und dem Olympiastützpunkt Tauberbischofsheim sowie der Stadt Würzburg. Dieser Mentor soll aus der Fakultät kommen, in der der jeweilige Sportler eingeschrieben ist; seine Aufgabe wird es sein, seinem „Schützling“ den Rücken frei zu halten, damit der sich „auf seine Vorbereitung konzentrieren kann“, wie Haase sagte.

    „Mit dieser Unterstützung wird es für unsere Sportler einfacher, ihre Doppelbelastung zu bewältigen“, sagte Daniel Strigel, Leiter des Olympiastützpunktes, und betonte, dass die Kooperation auch schon in der Vergangenheit gut funktioniert habe.

    Wie wichtig die Nähe zu einer Universität sei, erklärte Dieter Schneider, Vorstandsmitglied des Fecht-Clubs Tauberbischofsheim. Besonders im Fechten gebe es einen hohen Anteil von Akademikern, die sich nicht unbedingt für Tauberbischofsheim als Trainingsstandort entschieden hätten, wenn sie nicht in Würzburg ihr Studium hätten absolvieren können. „Von unseren 165 Medaillen hätte es wahrscheinlich die Hälfte nicht gegeben ohne eine Uni oder FH in der Nähe“, sagte Schneider.

    Dass es wichtig ist, Spitzensportlern die Möglichkeit zu schaffen, „in Würzburg gut zu leben, zu studieren und ihren Abschluss zu machen“, sagte Oberbürgermeisterin Pia Beckmann. Dies sei auch für die Stadt von Vorteil, wenn sich „Spitzen- und Breitensport gegenseitig befruchten“. Beckmann regte darüber hinaus an, Sportlern in besonderen Situationen eine spezielle Förderung, zum Beispiel in Form eines Stipendiums, zu gewähren. Die Idee könne er nur unterstützen, sagte Axel Haase, auch wenn er einräumen musste, dass die Universität für solch ein Stipendienprogramm nicht über die notwendigen Finanzen verfüge. Denkbar sei jedoch ein Modell, das durch Spenden von außen getragen werde.

    Die große Bedeutung einer erfolgreichen Ausbildung auch für Spitzensportler betonte Dr. Sabine Bau. Die Olympiasiegerin 1988 im Fechten hat an der Universität Würzburg Medizin studiert und ist heute Ärztin und Mitglied des Vorstands im Fecht-Club Tauberbischofsheim. Während ihres Studiums habe sie es immer wieder erlebt, dass sich Professoren sehr für sie eingesetzt hätten, teilweise bis hin zum Privatunterricht für sie, um verpasste Stunden nachzuholen. Sie ist überzeugt davon, dass sich sportliche und berufliche Karriere miteinander vereinbaren lassen. „Und das wird auch immer wichtiger“, sagte sie. „Schließlich kann man mit unserem Sport sich seinen Lebensunterhalt nicht verdienen“.

    Zwölf Studierende der Universität Würzburg sind zurzeit „Kaderathleten“ im Olympiastützpunkt Tauberbischofsheim. Die Mehrzahl von ihnen ist in den Rechtswissenschaften eingeschrieben, etliche studieren für ein Lehramt, aber auch Mediziner und Betriebswirte sind unter ihnen zu finden. Nicht alle kämpfen nach der Uni mit Degen oder Florett, denn in Tauberbischofsheim bereiten sich auch Leichtathleten, Schwimmer, Ruderer und Ringer auf ihre Wettbewerbe vor.

    Katja Wächter ist eine dieser Kaderathleten. An der Universität Würzburg studiert sie Germanistik und Volkskunde; in Tauberbischofsheim wurde sie jüngst als Deutsche Meisterin im Damenflorett gefeiert. Aktuell hat sie zwei Ziele: Die Magisterarbeit, die im Frühling 2008 fertig sein soll, und danach – im Sommer 2008 – die Olympischen Spiele in Peking. Sollte sie beides erfolgreich zum Abschluss bringen, wäre dies ein Beispiel mehr für die gelungene Kooperation von Uni und Sport. Eine Kooperation zwischen, wie Axel Haase sagte, „einem Exzellenzzentrum des Sports und einer exzellenten Universität“.

    Von Gunnar Bartsch

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