piwik-script

English Intern

    Engagierte Tutoren und Mentoren

    23.05.2013

    Schon über 600 Studierende haben sich im Tutoren- und Mentorenprogramm KOMPASS engagiert und bislang 4000 Studienanfänger mitbetreut. Viele Tutorien wurden auch neu konzipiert – hier stellen wir einige Beispiele vor.

    Die Medizinstudenten Basheer Al-Shameri und M Bara Tama sind Mentoring-Partner im KOMPASS-Programm der Uni Würzburg. (Foto: Annette Popp)
    Die Medizinstudenten Basheer Al-Shameri (links) und M Bara Tama sind Mentoring-Partner im KOMPASS-Programm der Uni Würzburg. (Foto: Annette Popp)

    Studierende aus höheren Semestern lehren als Tutoren und begleiten als Mentoren Studierende in den ersten Semestern: Darum geht es beim Tutoren- und Mentorenprogramm KOMPASS, das 2012 an der Universität Würzburg gestartet ist. Bevor die älteren ihre jüngeren Kommilitonen betreuen, absolvieren sie ein umfassendes Schulungsprogramm. Es bereitet sie didaktisch und methodisch auf ihre Aufgabe vor.

    Finanziert wird KOMPASS aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im „Qualitätspakt Lehre“. Das universitätsweite Programm verfolgt das Ziel, mehr Tutorien in kleineren Gruppen anzubieten – hier setzt beispielsweise die Philosophische Fakultät II ihren Schwerpunkt. Im Rahmen von KOMPASS wurden außerdem viele Tutorien neu konzipiert. Die Studierenden nehmen die zusätzlichen Angebote sehr gut an.

    Neu konzipierte Tutorien

    Einige Beispiele für neue Tutorien gefällig? Die Juristische Fakultät hat den „Jura-Guide“ eingerichtet, der Studieneinsteigern eine Übersicht über die Besonderheiten des Jurastudiums bietet. Die Fakultät für Mathematik und Informatik bietet Kurse an, bei denen Neulinge erste Programmiererfahrungen machen können. Viele Fächer, unter anderem die Physik, bauen mit dem Geld vom BMBF ihr Angebot an Vorbereitungskursen für Prüfungen aus.

    Ein spezielles Angebot für Lehramtsstudierende hat die Fakultät für Chemie und Pharmazie entwickelt: Im „Lehr-Lern-Labor“ leiten erfahrene Lehramtsstudierende die jüngeren bei der Betreuung von Schülern an. So können die angehenden Lehrkräfte schon mit Schulklassen arbeiten, bevor sie ihre Praktika an Schulen antreten.

    Sehr gut angenommen werden in den Wirtschaftswissenschaften die „Orientierungstutorien für Bachelor- bzw. Master-Erstsemester“ (BOT, MOT): Über 400 Erstis haben im Wintersemester 2012/13 das erste BOT erfolgreich absolviert und dabei ihre Tutoren kennen gelernt. Julian Hornung (3. Semester Wirtschaftsinformatik) ist einer der KOMPASS-Tutoren, der viel Zeit dafür investiert, dass sich neue Studierende gut in Würzburg einleben und sich an der Fakultät schneller orientieren können. Bei der Vorbereitung seines Tutoriums hat Hornung viele Informationen aufbereitet, von denen zum Beispiel Studienanfänger Sebastian Härer (1. Semester Business Management) profitiert hat.

    Neue Ideen für gute Lehre

    Die verstärkte Einbeziehung gut ausgebildeter studentischer Tutoren in die Lehre ist nur eine Maßnahme im BMBF-Projekt. Zu dessen Zielen gehört auch der vermehrte Einsatz innovativer Lehrverfahren. Diesen Aspekt greifen zum Beispiel die KOMPASS-Tutoren in der Fakultät für Biologie in ihren neuen Tutorien auf: Sie planen den Einsatz von E-Clickern als Teil des Lehrkonzepts „peer instruction“ und sie werden mit der innovativen Lehrmethode „Just in time teaching“ arbeiten, um die Studierenden noch besser auf Praktika und Prüfungen vorzubereiten.

    Mentorate als individuelle Unterstützung

    Neu eingerichtet hat die Philosophische Fakultät I mit der Katholisch-Theologischen Fakultät eine „Studierwerkstatt“: Dort geben geschulte Mentoren fachlichen Input und Beratung und begleiten hilfesuchende Studierende von Semesterbeginn an bis zu sechs Monate lang.

    Bei den KOMPASS-Mentoren finden jüngere Studierende auch individuelle Betreuung: Wenn zum Beispiel an der Medizinischen Fakultät ausländische Studierende vor Sprachbarrieren stehen, hilft ihnen ein geschulter Mentor, diese zu überwinden. Oder der Mentor arbeitet mit seinem Mentee einen detaillierten Zeitplan für das anstehende Semester aus.

    Basheer Al-Shameri (6. Semester Medizin) engagiert sich für KOMPASS: „Ich möchte gern meine Erfahrungen und Kenntnisse weitergeben, die ich als ausländischer Studierender an der Uni gemacht habe.“ Sein Mentee M Bara Tama ist im zweiten Semester. Er schätzt nicht nur die fachliche Hilfe, sondern auch den Gewinn neuer Kompetenzen: „Mein Mentor hilft mir ganz individuell, so dass ich möglichst wenig Zeit im Studium verliere. So eine Mentoring-Partnerschaft möchte ich später als Mentor auch einmal übernehmen“.

    Eine spezielle Betreuung bietet KOMPASS in Kooperation mit KIS an, der Kontakt- und Informationsstelle der Universität für Studierende mit Behinderung und chronischen Krankheiten: Studentische Mentoren bereiten Studienmaterialien so auf, dass sie auch für blinde und sehbehinderte Studierende zugänglich werden.

    Studierende für Studierende

    4000 betreute Studierende und 600 engagierte Tutoren und Mentoren im KOMPASS-Programm nach nur drei Semestern Laufzeit – das belegt, dass das Programm sehr gut angenommen wird. Und das zeigt, dass Studierende in höheren Semestern sich gerne für ihre jüngeren Kommilitonen einsetzen und ihnen beim Studienstart an der Universität Würzburg zur Seite stehen – trotz der knappen Zeit, die Bachelor- oder Masterstudierenden neben dem Studium zur Verfügung steht.

    Weitere Informationen

    KOMPASS Tutoren- und Mentorenprogramm

    Aktuelles aus dem BMBF-Projekt im „Qualitätspakt Lehre“

    Weitere Bilder

    Von Annette Popp / Manuel Schmidt

    Zurück