piwik-script

English Intern

    Elektronische Semesterapparate sind beliebt

    26.08.2008

    Seit dem Sommer bietet die Universitätsbibliothek den Service an, elektronische Semesterapparate zu erstellen – also die gesamte Literatur zu digitalisieren, die Lehrende und Studierende für Seminare oder Vorlesungen brauchen. Dieser Dienst kommt sehr gut an, wie eine Umfrage der Bibliothek gezeigt hat.

    Ein Mitarbeiter der UB beim Digitalisieren von Literatur für einen elektronischen Semesterapparat. Foto: UB
    Ein Mitarbeiter der UB beim Digitalisieren von Literatur für einen elektronischen Semesterapparat. Foto: UB

    Von insgesamt 87 angeschriebenen Dozenten beteiligten sich 35 an der Umfrage. Sie alle wollen diesen Service der Unibibliothek (UB) weiterempfehlen, und 85 Prozent von ihnen werden fürs Wintersemester wieder einen elektronischen Semesterapparat beantragen. Dass sich ihr Kopieraufwand deutlich oder zumindest leicht verringert habe, gaben 63 beziehungsweise 29 Prozent an. 91 Prozent beurteilen den neuen Dienst als hilfreich bei der Vorbereitung der Lehrveranstaltungen. Alle Ergebnisse der Online-Umfrage stehen im Internet hier.

    Der Service in Sachen elektronische Semesterapparate war im Winter 2007 zunächst als Pilotprojekt gestartet. Seitdem er durch Studienbeiträge finanziert wird, konnte er auf die gesamte Universität ausgeweitet werden. Im Sommersemester 2008 hatte die Universitätsbibliothek insgesamt 90 elektronische Apparate eingerichtet, die meisten davon (76) für die beiden Philosophischen Fakultäten.

    Uni-Stempel: Finanziert aus StudienbeiträgenAls Semesterapparat wird im Hochschulbetrieb das „Literaturbündel“ bezeichnet, das viele Dozenten ihren Studierenden empfehlen. Die elektronischen Apparate enthalten digitalisierte Aufsätze aus Zeitschriften und Sammelbänden. Bisher wurden diese Materialien den Studierenden als Kopiervorlage auf Papier zur Verfügung gestellt – ein Service, den die Unibibliothek nach wie vor anbietet: Lehrende können in der Zentralbibliothek am Hubland diejenigen Bücher und Medien zusammenstellen lassen, die allen Teilnehmer ihrer Lehrveranstaltung bis zum Ende des Semesters zur Verfügung stehen sollen. In diesem Zeitraum sind die Medien nicht ausleihbar.

    Die Möglichkeit, diese Materialien jetzt online als pdf-Dateien zu erhalten, entlastet nicht nur die Lehrenden bei der Zusammenstellung der Kopiervorlagen. Auch die Studierenden sparen dadurch Zeit und Geld: Sie können die Literatur zu den Veranstaltungen über die universitätsweit verfügbare Lernplattform WueCampus jederzeit und von jedem Ort aus herunterladen.

    Dozenten, die zum Wintersemester einen elektronischen Semesterapparat einrichten möchten, haben dafür noch bis 1. September Zeit. Bis dahin müssen sie der UB in einem Online-Formular mitteilen, für welche Lehrveranstaltung die Bibliothek welche Aufsätze digitalisieren soll. Das Rechenzentrum erhält eine Kopie des Formulars und legt auf WueCampus einen entsprechenden Kursbereich an. Dort deponiert die UB dann die digitalisierten Aufsätze, dort können die Dozenten außerdem Skripten, Vorlesungsfolien, Aufgaben und weiteres Material hinterlegen.

    Ganze Lehrbücher allerdings dürfen die Mitarbeiter der UB nicht digitalisieren – dem steht §52a des Urheberrechtsgesetzes entgegen. Dieser legt fest, dass ein elektronischer Semesterapparat nur „veröffentlichte kleine Teile eines Werkes, Werke geringen Umfangs sowie einzelne Beiträge aus Zeitungen und Zeitschriften“ enthalten darf. Auch ist er nur „zur Veranschaulichung im Unterricht an Schulen, Hochschulen“ erlaubt und dort wiederum nur für einen „abgegrenzten Kreis von Unterrichtsteilnehmern“. An der Universität Würzburg wird dieser Bestimmung Rechnung getragen, weil Studierende in WueCampus nur auf Lehrveranstaltungen zugreifen können, für die sie zugelassen sind.

    Weitere Informationen über die elektronischen Semesterapparate der UB gibt es hier.

    Von Robert Emmerich

    Zurück