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    Digital Media Lab goes 3D

    13.11.2013

    Das Rechenzentrum hat sein neues „Digital Media Lab“ in Betrieb genommen. Konnten dort bisher nur zweidimensionale Objekte digitalisiert werden, ist jetzt auch der Schritt in die dritte Dimension möglich. 3D-Scanner und 3D–Drucker machen es möglich.

    Modell und erstes grobes Datenraster nach dem 3D-Scan
    Modell und erstes grobes Datenraster nach dem 3D-Scan

    Sie sieht aus wie eine Kreuzung aus einem Bügeleisen und einer LED-Taschenlampe, kostet aber ein Vielfaches davon: die neueste Errungenschaft des Rechenzentrums der Universität Würzburg – ein Scanner, der Objekte dreidimensional erfassen kann. Das Gerät komplettiert die 3-D-Ausstattung des Digital Media Labs. Scannen, konstruieren, bearbeiten, projizieren und drucken: All diese Arbeitsschritte sind dort ab sofort in 3D möglich und stehen Hochschulmitgliedern für Lehre und Forschung zur Verfügung. Mit einer Info-Veranstaltung haben die Verantwortlichen jetzt das neue Angebot der Öffentlichkeit vorgestellt.

    Das Digital Media Lab

    „Ursprüngliche Aufgabe des Digital Media Labs war es, analoge Medien wie beispielsweise Dias, Fotos oder VHS-Kassetten zu digitalisieren, damit sie auch weiterhin in der Lehre verwendet werden können“, sagte Matthias Funken, Leiter des Rechenzentrums, in seiner Begrüßung. Eine dreidimensionale Erfassung und Darstellung sei hingegen bislang an der verfügbaren Technologie beziehungsweise deren Kosten gescheitert – auch wenn diese in vielen Fällen vorteilhaft gewesen wären. „Den Verlauf von Nerven an einem anatomischen Modell zu demonstrieren, funktioniert an einem dreidimensionalen Modell, das sich drehen und wenden lässt, eben deutlich besser als auf einem zweidimensionalen Foto“, so Funken.

    3D wird bezahlbar

    Inzwischen sind die neuen Möglichkeiten der 3D-Technik allerdings halbwegs bezahlbar. Weshalb sich das Rechenzentrum aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vor wenigen Wochen den ersten Scanner zugelegt hat, der Objekte dreidimensional erfassen kann. Egal, ob das Objekt nur wenige Zentimeter groß ist oder die Dimensionen eines VW-Bus hat: Der Scanner ist in der Lage, sämtliche Gegenstände räumlich zu erfassen. Mit der entsprechenden Rechenleistung dahinter, die im Rechenzentrum natürlich zur Verfügung steht, lassen sich diese Daten anschließend in lebensechte digitale Modelle umwandeln. „Das Rechenzentrum bietet jetzt den kompletten 3D-Workflow vom Erfassen übers Bearbeiten bis zum Projizieren oder Drucken“, schilderte Michael Tscherner, Leiter der Multimedia-Dienste des Rechenzentrums.

    Filmen und fotografieren in 3D

    Stichwort Erfassen: Neben dem 3D-Scanner hat das Digital Media Lab (DML) auch eine digitale Videokamera im Angebot, die über zwei Objektive verfügt und somit dreidimensionale Aufnahmen ermöglicht. Die entsprechende Software für die Nachbearbeitung ist auf den Rechnern installiert. Und wer es lieber unbewegt mag, der kann sich im DML zwei Fotoapparate auf einer Schiene montiert ausleihen, die stereoskopische Aufnahmen ermöglichen – vorausgesetzt, er ist Mitarbeiter der Uni und hat eine Einweisung durch Rechenzentrumsmitarbeiter erhalten. Geht es hingegen darum, Objekte dreidimensional zu zeigen, die in der Realität noch nicht existieren, finden sich im DML verschiedene Varianten von Konstruktions-Software.

    Dreidimensional projizieren

    Stichwort Projektion: Dreidimensionale Aufnahmen von Objekten sind selbstverständlich nur dann sinnvoll, wenn der Betrachter sie auch dreidimensional erleben kann. Dafür hat das DML spezielle 3D-Beamer im Angebot, die in Kombination mit sogenannten „Shutter-Brillen“ dem Zuschauer ein räumliches Bild vor Augen führen – ähnlich, wie er es vom 3D-Kino kennt. Alternativ dazu können die Bilder so bearbeitet werden, dass sie auch auf herkömmlichen LED-Monitoren den 3D-Eindruck vermitteln, wenn der Betrachter eine spezielle Brille aufsetzt, wie sie auch in 3D-Kinos verwendet wird.

    Objekte aus dem 3D-Drucker

    Stichwort Druck: Im vergangenen August hat das Rechenzentrum einen 3D-Drucker angeschafft. Der verflüssigt Kunststoffe und trägt in einem mehrstufigen Prozess so viele Schichten hintereinander auf, bis am Ende ein dreidimensionales Objekt entsteht. Anatomische Modelle, Beispiele aus der Architektur, Moleküle: Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, für welche Zwecke der Drucker zum Einsatz kommen könnte.

    Natürlich stellt das Rechenzentrum im DML nicht nur Geräte und Software zur Verfügung. „Wir bieten auch einen umfassenden Service mit Schulungen, Beratung und Hilfe bei individuellen Problemen“, sagt Matthias Funken. So findet beispielsweise am 12. Dezember ein Einführungskurs „3D-Print“ statt, in dem die Teilnehmer mit einer speziellen Software 3D-Konstruktionen am Rechner erstellen und diese anschließend mit dem 3D-Drucker Gestalt werden lassen.

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    Kontakt

    multimedia@uni-wuerzburg.de

     

    Weitere Bilder

    Von Gunnar Bartsch

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