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    Die Zukunft steckt in neuen Materialien

    30.06.2006

    Studiengang „Technologie der Funktionswerkstoffe" startet zum Wintersemester an der Universität Würzburg

    Neue Materialien sind die Grundlage, auf der aus Visionen neue Produkte entstehen. Mit ihren maßgeschneiderten Eigenschaften ermöglichen sie Anwendungen, die vorher undenkbar waren. Von den Innovationen der Werkstofftechnik profitieren ganze Industriezweige, von der Automobilindustrie über die Medizin- und Biotechnik bis hin zur Unterhaltungselektronik. Die Materialwissenschaft ist damit eine der wichtigsten Quellen des Erfolgs in Industrienationen. Mehr als 70 Prozent des Sozialproduktes westlicher Technologieländer basieren direkt oder indirekt auf Werkstoffen. Neue Werkstoffe sind somit der Schlüssel für Produkt- und Verfahrensinnovationen in den nächsten Jahrzehnten. (Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie).

    Diesem Befund trägt die Universität Würzburg Rechnung. Ab dem kommenden Wintersemester bietet sie deshalb den bundesweit einzigartigen interdisziplinären Ingenieurstudiengang „Technologie der Funktionswerkstoffe" an. Derzeit läuft die Bewerbung für die 30 Studienplätze. Bewerbungsschluss ist am 15. Juli.

    „Dieser Studiengang hat als Schlüsseltechnologie höchste Zukunftsrelevanz": Mit diesen Worten charakterisiert Universitätspräsident Prof. Dr. Axel Haase die Einrichtung des neuen Studiengangs an der Universität Würzburg. Die gezielte Synthese und Technologie neuer Materialien zähle neben der Nanotechnologie, der Informationstechnik und der Bio- und Gentechnologie zu den prägenden Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts.
    Bei dem Studiengang handelt es sich um den dritten Baustein des Gesamtkonzepts der Universität zur Einführung ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge. Bereits realisiert sind die Nanostrukturtechnik und die Technische Informatik. Während im Studiengang Nanostrukturtechnik die Strukturtechnologie sowie Bauteile und Systeme auf der Basis von Nanostrukturen – also im Bereich von Millionstel Millimetern – im Mittelpunkt der Ausbildung stehen, werden im Studiengang Technologie der Funktionswerkstoffe vorrangig die Herstellungsverfahren und das daraus resultierende Einsatzverhalten dieser Werkstoffe behandelt.

    Sechs Semester dauert das Studium bis zum ersten berufsqualifizierenden Abschluss. Der neue Studiengang ist nach den Bologna-Vorgaben konzipiert, das heißt, Gliederung und Inhalte des Studiums sind europaweit kompatibel. Im Wintersemester startet die Universität Würzburg zunächst den Bachelor-Studiengang, der nach drei Jahren mit dem Bachelor-Examen abschließt. Rechtzeitig wird dann der auf diesem Abschluss aufbauende Master-Studiengang begonnen, der weitere zwei Jahre umfasst.

    Für die Studierenden bietet die Universität Würzburg optimale Bedingungen. Im Kern wird der Studiengang von drei Lehrstühlen getragen, die unterschiedlichen Fakultäten angehören, die aber die Technologie der Funktionswerkstoffe gemeinsam zum Gegenstand haben. Darüber hinaus ist der Studiengang mit anderen Fakultäten und Einrichtungen eng vernetzt. Es laufen derzeit an der Universität bereits einschlägige Projekte im Bereich der Funktionsmaterialien an den Fakultäten für Chemie und Pharmazie, für Physik und Astronomie, für Biologie und für Medizin. Ergänzt wird diese Basis durch Kooperationen mit dem Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC, dem Bayerischen Zentrum für Angewandte Energieforschung und dem Süddeutschen Kunststoff-Zentrum. Über den „Würzburger Forschungsverbund Funktionswerkstoffe" sind auch eine Reihe hier ansässiger Firmen an dem Projekt beteiligt.

    Die Studierenden werden auch von der technologischen Kompetenz der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt profitieren. Dort besuchen sie im Grundstudium mehrere Lehrveranstaltungen, wie zwischen Universität und Fachhochschule in einem, in dieser Form bisher einmaligen Kooperationsabkommen vereinbart wurde. Über das reine Fachwissen hinaus sollen ihnen auch Kenntnisse in grundlegenden industriellen Arbeits- und Führungstechniken vermittelt werden. Das Studienprogramm umfasst zudem Lehrveranstaltungen aus den Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. So wird beispielsweise auch das Thema „Technikfolgen-Abschätzung" behandelt.

    Dass die Universität Würzburg mit dem neuen Studiengang den richtigen Weg beschreitet, hat ihr auch der Wissenschaftsrat bestätigt. In einer Stellungnahme schrieben die Experten: „Bei dem Studiengang ‚Technologie der Funktionswerkstoffe’ handelt es sich um einen zukunftsträchtigen und innovativen Studiengang aus dem Bereich der Materialwissenschaften. Insbesondere die Konzeptionierung des Studiengangs zusammen mit Vertretern der Wirtschaft bietet aus Sicht des Wissenschaftsrats die Chance, in einem zunehmenden nationalen und internationalen Wettbewerb qualifizierte Ingenieure für die regionalen Unternehmen zu gewinnen". Auch die so genannte Mittelstrass-Kommission hat sich positiv über den Studiengang geäußert: In Würzburg, heißt es da, „ginge es darum, durch Fokussierung und vertiefte Ausrichtung auf bestimmte Schwerpunkte gemeinsam mit Fachhochschulen (wie im Falle des kooperativen Studiengangs 'Technologie der Funktionswerkstoffe' mit der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt) und ausgewählten außeruniversitären und benachbarten universitären Einrichtungen eine schon jetzt leistungsstarke Wissenschaftsregion durch kooperative Elemente zu verstärken".

    Dementsprechend gut sind die Berufsaussichten für die zukünftigen Absolventen. „Der Bedarf an Ingenieuren wird in diesem Bereich auf lange Zeit sehr hoch sein", sagte Prof. Gerd Müller, ehemaliger Leiter des Würzburger Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung ISC und einer der Gründungsväter des neuen Studiengangs. In der Informations- und Kommunikationstechnologie, im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der Verkehrs- und Medizintechnik kommen Funktionswerkstoffe zum Einsatz. In all diesen Branchen ist Unterfranken besonders stark, wie eine Studie zeigt, welche die Prognos AG im Auftrag der Marketing-Initiative „Chancenregion Mainfranken" durchgeführt hat. Der neue Studiengang soll darum auch die Region mit den benötigten Fachleuten versorgen.

    Interessierte können sich ab sofort in der Studentenkanzlei der Universität Würzburg um einen der 30 Studienplätze bewerben.

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