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    Das Herz schlägt für die Forschung

    21.06.2007

    Professor Martin Lohse, Leiter des Rudolf-Virchow-Zentrums, wird heute, 22. Juni, in Bologna, Italien, für hervorragende Leistungen im Bereich der kardiovaskulären Forschung mit dem „Research Achievement Award“ geehrt. Mit der Auszeichnung ist eine Forschungsförderung von 30.000 US-Dollar verbunden.

    Martin Lohse
    Prof. Martin Lohse (Foto privat)

    Rudolf-Virchow-Zentrum, Institut für Pharmakologie und Toxikologie oder Graduiertenschule: Die Liste seines Engagements für die Universität Würzburg ist lang. Auch außerhalb Würzburgs sieht das nicht anders aus. Professor Martin Lohse ist Mitglied des Senats der Deutschen Forschungsgemeinschaft und setzt sich als Mitglied des Nationalen Ethikrates für die kritische Auseinandersetzung mit ethischen Fragen der Lebenswissenschaften ein. Im letzten Jahr erhielt er den Bayerischen Verdienstorden.

    Wichtige Aufgaben, die viel Zeit fordern. Doch spricht er über die Forschung, funkeln seine Augen „Forschung ist Spannung pur. Wenn ich mit meinen Mitarbeitern die Forschungsergebnisse diskutiere, vergeht die Zeit wie im Flug“, so Martin Lohse. Jetzt hat er für sein Engagement den „Research Achievement Award“ der Internationalen Gesellschaft für Herzforschung (ISHR) erhalten. Sie vergibt die Auszeichnung alle drei Jahre an Wissenschaftler, die besondere Beiträge zur kardiovaskulären Forschung geleistet haben und fördert mit dem Preisgeld dessen zukünftige Forschung.

    Martin Lohse erforscht G-Protein gekoppelte Rezeptoren. Das sind Proteine, die in der undurchlässigen Zellmembran sitzen und Signale von außen in die Zelle leiten. An ihrer Außenseite sitzen Andockstellen, an die sogenannte Liganden binden können, der Rezeptor wird stimuliert. Innen wird das Signal dann an kleine Proteine, die G-Proteine weitergegeben, die Zelle wird aktiviert. Solche Rezeptoren sind in eine Vielzahl lebenswichtiger Prozesse in unserem Körper involviert. Martin Lohse und sein Team haben sich vor allem mit einer Untergruppe, den adrenergen Rezeptoren beschäftigt, sie vermitteln Signale in Blutgefäßen, Nerven und im Herzen. Wie eine chronische Überstimulation dieser Rezeptoren zu Herzmuskelschwäche führen kann, zum Verständnis dieses Mechanismus hat Martin Lohse entscheidend beigetragen. Diese Erkenntnisse versprechen neue Therapiewege.

    Martin Lohse, 1956 in Mainz geboren, studierte Medizin und Philosophie in Göttingen, London und Paris. Er promovierte 1981 in Neurobiologie am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen. Nach seiner Habilitation an der Universität Heidelberg zog es Lohse in die USA, an die Duke University in Durham, North Carolina. Dort blieb er bis 1990 und übernahm dann die Leitung einer Arbeitsgruppe an der Universität München und am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried. Seit 1993 ist er Lehrstuhlinhaber der Pharmakologie und Toxikologie an der Universität Würzburg, seit 2001 Sprecher des Rudolf-Virchow-Zentrums.

    Von Sonja Jülich

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