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    Brücke in die Wirtschaft gebaut

    10.03.2014

    Geisteswissenschaftler auf einen schnellen Berufseinstieg vorbereiten – diese Möglichkeit bietet das erstmals durchgeführte studienbegleitende Programm „DIREKT – Brücke Studium-Wirtschaft“. Lea und Sebastian haben mitgemacht und ziehen ein erstes Fazit.

    Lea und Sebastian freuen sich auf ihr kommendes Praktikum. (Foto: Julia Dreßen)
    Lea und Sebastian freuen sich auf ihr kommendes Praktikum. (Foto: Julia Dreßen)

    Studium und dann in den Job – was für die meisten nach einem ganz normalen Plan klingt, ist für Geisteswissenschaftler nicht selbstverständlich. Der Arbeitsmarkt bietet nicht genügend Stellen in traditionellen geisteswissenschaftlichen Bereichen. Um ihre Chancen auf einen reibungslosen Berufseinstieg zu erhöhen und sie fit zu machen für die Arbeit als Fach- und Führungspersonen, wurde an der Universität Würzburg das Programm „DIREKT – Brücke Studium-Wirtschaft“ ins Leben gerufen.

    20 Tage lang haben rund 40 Teilnehmer bei der Premiere des Projekts betriebswirtschaftliche Themen gepaukt und sich mit Inhalten beschäftigt, die sonst so gar nichts mit ihrem Studienfach zu tun haben. Am Ende des ersten Theorieblocks ist nun Zeit für ein Fazit.

    Praxis und Theorie verknüpfen

    Lea Michel und Sebastian Steenpaß sind als Teilnehmer beim Projekt dabei. Die Studentin der Medienkommunikation und der Student des Faches „Political and Social Studies“ haben in ihren Seminaren zwar unterschiedliche Themenschwerpunkte gesetzt, sind sich aber in einem Punkt einig: Das „DIREKT“-Programm ist eine tolle Möglichkeit, sich ergänzend zum Studium betriebswirtschaftliches Wissen anzueignen und bei intensiver persönlicher Betreuung Theorie und Praxis zu verknüpfen – denn zum Projekt gehört auch ein Praktikum in einem Unternehmen.

    Überraschend interessante Themen

    Lea Michel aus Rimpar war zunächst etwas misstrauisch, ob ihr das Fach „Betriebliche Informationsverarbeitung“ überhaupt gefallen würde. Denn unter dem Titel konnte sie sich erst nicht so recht vorstellen, was sie erwartet. Am Ende des Theorieblocks ist sie aber begeistert: Sie weiß jetzt, dass Prozessabläufe und Informationssysteme in Unternehmen ein spannendes Gebiet sein können. Und das neue Wissen darüber kann sie auch noch optimal mit den Inhalten ihres Medienkommunikations-Studiums, zum Beispiel der Medieninformatik, verknüpfen.

    Motivation für die Teilnahme

    Als Gründe für die Teilnahme am Projekt nennt die 19-Jährige vor allem ihr Interesse an betriebswirtschaftlichen Vorgängen. Aber ein bisschen Angst, keinen Job zu finden, schwingt auch mit. „Medienkommunikation ist zwar ein interdisziplinäres Studium, das Wissen aus verschiedenen Bereichen vermittelt, aber weil der Studiengang noch so neu ist, wissen die Unternehmen noch nicht, was wir können“, erklärt Lea.

    Sport-Marketing als Traumberuf

    Um ihrem Traumberuf im Sport-Marketing einen Schritt näher zu kommen, nimmt sie daher gerne den Arbeitsaufwand von acht Wochen in der vorlesungsfreien Zeit auf sich. Natürlich sei so viel Theorieunterricht am Tag anstrengend, aber durch die Beratungsgespräche zu Beginn wusste jeder Teilnehmer, was auf ihn zukommt.

    Passende Praktikumsplätze vermittelt

    Nach dem ersten Theorieblock geht Lea nun für ein vierwöchiges Praktikum zur GE Sport-Trade GmbH nach Schweinfurt, wo sie die verschiedenen Unternehmensabteilungen von Logistik bis zum Online-Marketing durchlaufen wird. Es ist kein Zufall, dass Leas Praktikum so gut mit ihrem späteren Berufsziel zusammenpasst. Die IHK Würzburg-Schweinfurt hat den Kontakt zu den Firmen hergestellt und der Career-Service der Uni kümmerte sich darum, dass Studierende und Unternehmen gut zueinander passen. „Die Zeit und der Aufwand waren es bisher absolut wert“, sagt die Medienkommunikations-Studentin aus dem vierten Semester. Jetzt freut sie sich auf viele neue Erfahrungen und Einblicke in den Unternehmensalltag.

    Starke Verbindung von Politik und Wirtschaft

    Auch Sebastian Steenpaß wartet nicht erst ab, wie es mit den Berufschancen nach dem Studium aussieht. Der Wiesbadener studiert das Fach Political and Social Studies im 7. Semester. Sein Herz schlägt aber nicht nur für Politik und Soziologie, sondern auch für die Betriebswirtschaftslehre. „Politik und Wirtschaft haben eine starke Verbindung. Da mein Studium aber kein Wirtschaftswissen vermittelt, versuche ich mich durch Zusatzkurse weiterzubilden“, erklärt Sebastian. Er weist darauf hin, dass der Lernstoff sehr interessant, aber auch sehr komplex ist und der Arbeitsaufwand für das Projekt nicht unterschätzt werden sollte.

    Praktikum in der Getränkebranche

    Durch das Seminar „Einkaufs- und Supply Chain Management“ fühlt er sich optimal auf sein achtwöchiges Praktikum vorbereitet. Das erworbene Wissen wird er in der HW Brauerei Service GmbH anwenden, einem Brauerei-Dienstleister in Erbshausen, circa 20 Kilometer nördlich von Würzburg. Tätigkeiten in Marketing, Vertrieb und Einkauf des Unternehmens warten dort auf den 24-Jährigen. Ein Praktikum, das ihn auf dem Weg zu einer betriebswirtschaftlichen Tätigkeit im Marketing weiterbringen und gleichzeitig Sprungschanze für weitere Praktika sein soll.

    Zufriedene Teilnehmer

    Marie-Christin Hogreve von der Akademie für Weiterbildung der Uni Würzburg und Lehrkoordinatorin des Programms, zeigt sich am Ende des ersten Theorieblocks sehr zufrieden. „Die Evaluationen der einzelnen Veranstaltungen zeigen, dass die Teilnehmer und auch die Dozenten bisher weitgehend zufrieden sind. Es wird zwar in sehr kurzer Zeit sehr viel Wissen vermittelt, aber die Dozenten machen die Seminare so praxisorientiert und interaktiv wie möglich und gestalten die Prüfungen fair“. Insgesamt sei das Programm sehr gut angenommen worden, die Erfahrungen der Teilnehmer werden bei seiner Weiterentwicklung berücksichtigt.

    Fazit eines Dozenten

    Axel Winkelmann, Professor für BWL und Wirtschaftsinformatik, war beim Brücke-Projekt als Dozent dabei. Er brachte den Studierenden das Thema „Geschäftsprozesse“ näher und zieht ein positives Fazit: „Die Studierenden waren hoch motiviert und sehr an der Thematik interessiert, obwohl das Programm sie auch gefordert hat.“ Aufgrund der guten Erfahrungen wolle er auch beim nächsten Durchgang wieder Lehrveranstaltungen anbieten.

    Informationsabend am 24. April

    Bereits im Sommer startet der zweite Durchgang des Programms „DIREKT – Brücke Studium-Wirtschaft“. Für alle interessierten Studierenden der Geisteswissenschaften gibt es dazu am Donnerstag, 24. April, eine Informationsveranstaltung. Die persönlichen Beratungsgespräche finden vom 12. bis 16. Mai statt. Ab dem 19. Mai können dann die Bewerbungen für die Projekt-Plätze eingereicht werden. Start des ersten Theorieblocks wird dann der 14. Juli sein. Nähere Informationen sowie Hinweise zu den Beratungs- und Bewerbungsterminen gibt es auf der Homepage des Projekts www.direkt.uni-wuerzburg.de

    Fakten zum Projekt

    Das Projekt ist für die Studierenden kostenlos. Der Europäische Sozialfonds und der Freistaat Bayern fördern es. Umgesetzt wird das Programm von der Universität Würzburg in Zusammenarbeit mit der IHK Würzburg-Schweinfurt und dem Technologie- und Gründerzentrum Würzburg. Weitere Kooperationspartner sind die Handwerkskammer Unterfranken und die Agentur für Arbeit Würzburg.

    Die Akademie für Weiterbildung der Uni Würzburg stellt die Projektleitung und kümmert sich um die Koordination der Lehre. Beraten, begleitet und ausgewählt werden die Teilnehmer vom Career-Service der Universität.

    Zur Homepage des DIREKT-Projekts

    Von Julia Dreßen

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