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    Bayerns Hochschulen unterzeichnen Zielvereinbarungen

    21.07.2006

    Das hat es in Bayern noch nie gegeben: Erstmals unterzeichnen die Hochschulen des Freistaates an diesem Freitag (21. Juli, 17.00 Uhr) in Kloster Irsee so genannte Zielvereinbarungen mit dem Wissenschaftsministerium. In den Schriftstücken wird die weitere Entwicklung und Profilbildung der Hochschulen bis Ende 2008 festgelegt.

    Das Instrument der Zielvereinbarungen wurde am 1. Juni 2006 mit der Novelle des Bayerischen Hochschulgesetzes eingeführt. „Die Vereinbarung für die Uni Würzburg ist aus Diskussionen zwischen unserer Hochschule und dem Ministerium entstanden, beinhaltet aber auch Beiträge aus dem Landtag", sagt Unipräsident Axel Haase. Im Senat der Universität hat die Mehrheit eine positive Stellungnahme zur Zielvereinbarung abgegeben.

    „Darin unterstützt das Ministerium die Universität in ihrem Bestreben, die in den vergangenen Jahren eingeleitete Schwerpunktbildung in den Lebens-, Natur- und Ingenieurwissenschaften fortzusetzen", erklärt der Präsident. Die Geisteswissenschaften sollen dabei nicht zu kurz kommen – Ziel ist ein ausgewogenes natur- und geisteswissenschaftliches Spektrum mit ingenieurwissenschaftlichen Komponenten. „Wir realisieren damit das lange gehegte Ziel der Universität, die technischen Studiengänge auszubauen ohne dabei die Geisteswissenschaften zu schwächen", so Haase.

    Aus dem so genannten Innovationspool des Ministeriums bekommt die Universität Personalstellen für größere Vorhaben zugewiesen. Dazu gehört der Aufbau des neuen Studiengangs „Technologie der Funktionswerkstoffe", der im kommenden Wintersemester beginnt. Dazu gehört auch die Errichtung des „Zentrums für Musikforschung Nordbayern", das die Uni in Kooperation mit der Hochschule für Musik realisiert. Hierfür werden die musikwissenschaftlichen Einrichtungen der Universitäten Bamberg und Erlangen/Nürnberg nach Würzburg verlagert.

    Stellen erhält die Uni weiterhin für den Ausbau ihrer Internationalen Graduiertenschule, also für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses: Die Ausbildung der Doktoranden soll gebündelt und weiter verbessert werden. Geplant sind hier Graduiertenschulen für die Lebenswissenschaften, für Naturwissenschaft und Technologie sowie für die Geisteswissenschaften.

    Zudem intensiviert die Uni die Ausbildung der Lehrer, und zwar durch die Neuordnung der naturwissenschaftlichen Fachdidaktiken. Diese sollen künftig in einem Naturwissenschaftlichen Didaktikzentrum eng kooperieren. Außerdem wird die Psychologie aufgewertet, die von der Uni Passau das Institut für Geschichte der Psychologie übernimmt. Aus Erlangen wird eine Professor für Assyriologie nach Würzburg verlagert, um hier das Fach Altorientalistik abzurunden.

    Diesem Zugewinn steht im Zuge der Profilschärfung auch ein Abbau entgegen, bei dem die Universität die Empfehlungen der internationalen Experten-Kommission „Wissenschaftsland Bayern 2020" umgesetzt hat. Aufgegeben werden die Studienelemente Niederlandistik und Lusitanicum (Portugiesisch) sowie die Studiengänge Slavische Philologie, Japanologie und Geologie/Paläontologie/Mineralogie.

    Die Fakultät für Geowissenschaften wird aufgelöst, die Geographie bis Ende 2008 in eine Philosophische Fakultät überführt, die es so bislang nicht gab: Die Zielvereinbarung sieht nämlich eine Fusionierung der Philosophischen Fakultäten I und II vor. Die Uni Würzburg wird künftig also zehn statt zwölf Fakultäten haben.

    Der Unipräsident erklärt den Hintergrund: „Wir wollen größere Einheiten schaffen, auch innerhalb der Fakultäten, um die vorhandenen Ressourcen besser zu nutzen." Dieser Prozess läuft bereits, unter anderem haben sich die bisherigen Institute für Romanistik und für Anglistik/Amerikanistik zu einem neuen Institut für Moderne Fremdsprachen vereint. Umgesetzt wird beispielsweise auch der Zusammenschluss der Institute für Soziologie und Politische Wissenschaft.

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