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    Aufbruch in eine neue Ära des Lernens

    15.10.2007

    Mit einem neuen eLearning-Angebot geht die Uni Würzburg im Wintersemester an den Start. Mehr darüber können alle Studierenden und Dozenten sowie andere Interessierte am Montag, 15. Oktober, von 11.45 bis 12.15 Uhr im Audimax der Uni am Sanderring erfahren.

    Computerbildschirm und Tastatur. Foto: Klicker/Pixelio.de
    Lernen am Computer - die Uni Würzburg hat für ihre Studierenden ein neues Angebot entwickelt. Foto: Klicker/Pixelio.de

    Mehr Praxisbezug in der Lehre, eine nachhaltigere Vermittlung des Lernstoffs, vor allem aber die intensivere Vorbereitung der Studierenden auf das Berufsleben – das sind die Hauptziele des neuen Angebots. Finanziert wird es aus Studienbeiträgen; den offiziellen Startschuss gibt am Montag Uni-Vizepräsident Ulrich Sinn, der in der Hochschulleitung unter anderem für die Fortentwicklung der Lehre zuständig ist.

    „Anders als in klassischen Vorlesungen stehen bei dem neuen Lehrangebot realistische Problemfälle aus dem beruflichen Alltag im Mittelpunkt“, erläutert Frank Puppe, Professor für Informatik und Koordinator des Projekts. Wichtigster Partner ist dabei der Computer, an dem die Studierenden die Fälle interaktiv bearbeiten können. Die Medizinstudentin etwa trifft auf einen virtuellen Patienten, den sie zu behandeln hat, während ein BWL-Student zum Beispiel den Unternehmensberater spielen und die Probleme einer fiktiven Firma lösen muss. Derartige Trainingsfälle können die Studierenden schrittweise lösen, wobei der Computer als virtueller Tutor nicht nur das Endergebnis, sondern auch alle Zwischenschritte überprüft und bewertet. Er gibt den Studierenden außerdem laufend Hinweise und Erläuterungen zu den Fällen.

    Die Initiative, die von Wissenschaftlern aus ganz unterschiedlichen Fachbereichen wie Jura, Medizin, Wirtschaftswissenschaften, Informatik, Biologie, Geographie sowie Philosophie (speziell Pädagogik und Psychologie) gemeinsam auf den Weg gebracht wurde, hat mit der Arbeit erst vor einem guten halben Jahr begonnen. Umso bemerkenswerter ist, was in dieser Zeit bereits realisiert wurde: Die Beteiligten haben schon weit über hundert Fallbeispiele entwickelt, viele weitere sollen im Lauf des Wintersemesters dazukommen.

    Um möglichst viele Studierende in den Genuss des neuen Angebots kommen zu lassen und um dessen nachhaltigen Erfolg sicherzustellen, wurde der Prozess zur Erstellung der Trainingsfälle ganz einfach gestaltet. Dozenten entwickeln ein Szenario als Textdokument und laden dann den fertigen Fall über ein Internetformular in das System. Alle weiteren Schritte, in denen aus der Textvorlage ein interaktiver Fall entsteht, laufen vollautomatisch ab.

    Damit der Zugriff auf die virtuellen Trainingsfälle möglichst einfach ist, stellt die Universität eine neue hochschulweite Lernplattform bereit. Damit können die Studierenden über eine einheitliche Internetadresse nicht nur auf die Fallbeispiele zugreifen. Mittelfristig sollen sie einen vollständigen Zugang auf alle studiumsrelevanten Lernmaterialien erhalten – von einfachen Skripten und Foliensätzen zu einer Veranstaltung bis hin zu ausgefeilten multimedialen Inhalten, die ein weitgehend selbstständiges Lernen unabhängig von Zeit und Ort ermöglichen.

    Dass dieses Konzept eine deutliche Verbesserung der Lehre mit sich bringen wird, davon sind auch die Vertreter der Studierenden in den Universitätsgremien überzeugt. Auf ihre Empfehlung hin wird das Vorhaben aus den Studienbeiträgen finanziert, die an den Hochschulen in Bayern seit dem Sommersemester 2007 zur Verbesserung der Studienbedingungen erhoben werden. An der Universität Würzburg bezahlen die Studierenden pro Semester 500 Euro.

    Weitere Informationen: Diplom-Kaufmann Jürgen Helmerich, T (0931) 31-2460, helmerich@wiinf.uni-wuerzburg.de

    Von Robert Emmerich

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