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    Arabische Schrift und Kaffee mit Kardamom

    17.06.2015

    In einem Crashkurs das arabische Alphabet kennenlernen und mit den ungewohnten Buchstaben seinen Namen schreiben: Das war für viele Besucher eine Herausforderung beim orientalischen Nachmittag des Zentrums für Sprachen.

    Silke und Amine übten gemeinsam, den Namen der Dozentin auf Arabisch zu schreiben. (Foto: Robert Emmerich)
    Silke und Amine übten gemeinsam, den Namen der Dozentin auf Arabisch zu schreiben. (Foto: Robert Emmerich)

    Vor dem Zentrum für Sprachen auf dem Campus Nord sind Info-Stände, Tische und Stühle aufgereiht – alle schön im Schatten des Gebäudes, denn an diesem Freitagnachmittag brennt die Sonne heiß vom Himmel. Rund 150 Studierende und Gäste tummeln sich dort beim orientalischen Nachmittag. Sie unterhalten sich, kochen und trinken Kaffee, probieren Dattelgebäck und andere Köstlichkeiten. Vor allem aber erfahren sie Wissenswertes über die Kulturen der arabischen Welt, etwa über den Dabka-Tanz oder arabische Lieder.

    Schreibübungen fern von Kalligraphie

    An einem der Tische sitzen Unidozentin Silke und Student Amine. Silke versucht, ihren Namen auf Arabisch zu schreiben, Amine hilft und korrigiert dabei. Keine einfache Sache: Manche arabische Buchstaben werden ganz unterschiedlich geschrieben, je nachdem ob sie am Anfang, in der Mitte oder am Ende des Wortes stehen. Und kurz gesprochene Vokale werden einfach weggelassen. Am Ende der Schreibübung ist Silke einigermaßen zufrieden mit dem Ergebnis, auch wenn Kalligraphie anders aussieht.

    Amine kommt aus Marokko. Derzeit bereitet er sich in den Kursen des Zentrums für Sprachen auf seine Deutschprüfung vor. Hat er die bestanden, möchte er in Würzburg Informatik studieren. Amine ist einer der deutschen und arabischen Studierenden, die den orientalischen Nachmittag mit seinen Workshops am 12. Juni 2015 auf die Beine gestellt haben. Das Besondere daran: Die Studierenden arbeiteten dabei mit Flüchtlingen aus Syrien zusammen.

    Kaffee zuerst noch ohne Kardamom

    Mit Khalid zum Beispiel. Der junge Mann aus Syrien gehört zu dem Team, das für diesen Nachmittag das Thema „Kaffee“ aufbereitet hat. Klar, dass an ihrem Stand das heiße Getränk auch gekocht wird – eine Aufgabe, der sich Khalid mit viel Elan widmet.

    Für die Qualität seines Gebräus lässt sich der Syrer aber entschuldigen. Eigentlich gehört das Kaffeepulver vor dem Kochen mit dem Gewürz Kardamom vermischt. Einen solchen Kaffee habe man in Würzburger Geschäften aber nicht entdeckt. Dass auf seinem Tisch aber ein Döschen mit Kardamom steht, merkt Khalid erst später – mangels deutscher Sprachkenntnisse konnte er mit dem Döschen erst nichts anfangen.

    Flüchtlinge aus der Isolation holen

    Veranstaltet wurde der Nachmittag vom Arabisch-Bereich des Zentrums für Sprachen in Kooperation mit der Stadt Würzburg. Die arabische Kultur bekannter machen und syrische Flüchtlinge aus der Isolation holen: Das waren zwei Beweggründe dafür, erzählt Uni-Dozentin Gamiela Safiya. Sie hatte die Idee, sie schlug die Workshops vor, übernahm die Koordination sowie, unterstützt von Studierenden, den Hauptteil der Organisation.

    „Ich bin ganz begeistert, wie viel Frau Safiya da in so kurzer Zeit auf die Beine gestellt hat“, sagt Sabine Schmidt, stellvertretende Leiterin des Zentrums für Sprachen. Begeistert von der Idee waren auch rund 50 Studierende, die den Nachmittag und die Workshops zusammen mit 15 syrischen Flüchtlingen aus verschiedenen Würzburger Unterkünften realisiert hatten.

    Projekt sorgte für neue Kontakte

    Den Kontakt zu den Flüchtlingen hatte man über Burkard Fuchs geknüpft. Er ist bei der Stadt Würzburg im Fachbereich Soziales für die Koordination der Ehrenamtlichen zuständig, die sich um Asylbewerber und Flüchtlinge kümmern. „Sie waren sofort dabei“, beschreibt Fuchs die Reaktion der Flüchtlinge, „denn sie freuen sich, ihre Kultur vorstellen zu können und hier mit Einheimischen zu sprechen.“ Das Projekt habe seine Hoffnung voll und ganz erfüllt: „Da sind supergute Kontakte entstanden, auch zu Deutschen.“

    Wiederholung ist geplant

    Gamiela Safiya ist ebenfalls zufrieden. Die Arabisch-Dozentin verfolgte mit der Aktion auch das Ziel, ihren Studierenden noch mehr Sprachpraxis zu verschaffen: „Die deutschen Studierenden, die Arabisch lernen, mussten bei dem Projekt die Sprache benutzen. Das gilt auch für die arabischen Studierenden, die hier Deutsch lernen. Sie waren oft Vermittler zwischen den deutschen Studierenden und den Flüchtlingen, von denen nicht alle Deutsch können.“

    „Die Studierenden konnten die arabische Sprache und Kultur interaktiv erleben, die Flüchtlinge etwas von ihrer Kultur präsentieren“, so Safiya. Nach dieser gelungenen Premiere denkt sie fest daran, die Veranstaltung zu wiederholen. Das soll voraussichtlich im Sommersemester 2016 geschehen.

    Zur Homepage des Zentrums für Sprachen: www.zfs.uni-wuerzburg.de

    Kontakt

    Gamiela Safiya, Arabisch-Bereich am Zentrum für Sprachen, T (0931) 31-86672, gamiela.safiya@uni-wuerzburg.de

    Dr. Sabine Schmidt, stellvertretende Leiterin des Zentrums für Sprachen, T (0931) 31-83398, sschmidt@uni-wuerzburg.de

    Weitere Bilder

    Von Robert Emmerich

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