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    Alles neu macht der Oktober

    06.07.2007

    Am 1. Oktober wird der Senat der Uni Würzburg schrumpfen: Statt derzeit 22 arbeiten dann nur noch acht gewählte Vertreter in diesem Gremium gemeinsam mit der Frauenbeauftragten, die dort kraft ihres Amtes vertreten ist. Wer die neuen Senatoren sind, darüber haben die Uni-Angehörigen bei den Wahlen Ende Juni entschieden.

    Der neue Sprecherrat, der ab Oktober alle Studierenden uniweit vertritt, wird am 10. und 11. Juli gewählt. Grafik: Stefan Weigand
    Der neue Sprecherrat, der ab Oktober alle Studierenden uniweit vertritt, wird am 10. und 11. Juli gewählt. Grafik: Stefan Weigand

    Fünf der künftigen Senatsmitglieder kommen aus den Reihen der Professoren. Aus der Medizinisch-Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Liste wurden gewählt: der Mediziner Martin Lohse (21,3 Prozent), der Physiker Alfred Forchel (20,7 Prozent) und der Pflanzenwissenschaftler Markus Riederer (17,3 Prozent). Aus der Geisteswissenschaftlichen Liste wurden der Philosoph Karl-Heinz Lembeck mit 27,8 Prozent und der Graezist Michael Erler (25,2 Prozent) gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei den 340 wahlberechtigten Professoren mit rund 77 Prozent gewohnt hoch. 64 Prozent davon entschieden sich für die Medizinisch-Mathematisch-Naturwissenschaftliche Liste, 36 für die Geisteswissenschaftler. Diese bekamen darum einen Sitz weniger.

    Jeweils einen Vertreter im Senat stellen die wissenschaftlichen und die sonstigen Beschäftigten sowie die Studierenden. Von den insgesamt 18.514 wahlberechtigten Studierenden gaben 2.981 ihre Stimmen ab (Wahlbeteiligung: 16,7 Prozent). Wahlsieger wurde die Liste Juso-Hochschulgruppe & Fachschaftsaktive, für die sich 37,9 Prozent der Wähler entschieden. Die Grünen holten 29,4 Prozent, die Liberalen 18,6 Prozent und der Ring Christlich Demokratischer Studierender, der RCDS, 14,1 Prozent. In den Senat gewählt wurde die Informatikstudentin Doris Aschenbrenner, die 73,8 Prozent der Jungsozialisten-Wähler für sich gewinnen konnte.

    Die Interessen der wissenschaftlichen Mitarbeiter vertritt künftig der Physiker Eberhard Rommel. Er war für die Konventliste angetreten, die 89 Prozent der Stimmen holte, während die Konkurrenz von der Juristischen Fakultät (Karsten Eirich) sich mit elf Prozent begnügen musste. 65,2 Prozent der Konventlisten-Wähler gaben Rommel ihre Stimmen.

    Für die sonstigen Beschäftigten zieht der Jurist Uwe Klug von der Uni-Verwaltung in den Senat ein. 62 Prozent der Wähler entschieden sich für seine Liste KLUG/HOHMANN, wobei auf Klug 78 Prozent der Stimmen entfielen. Der zweite Wahlvorschlag, die Liste der Fakultät für Biologie, erhielt 38 Prozent.

    Wahlbeteiligung

    Während die Wahlbeteiligung bei den Professoren wie immer hoch war (76,8 Prozent), lag sie bei den Studierenden gewohnt niedrig (16,7). Die Wahlmüdigkeit der Letzteren hat bei den jüngsten Uni-Wahlen offenbar auf die wissenschaftlichen Beschäftigten abgefärbt: Nur 18 Prozent der 2.249 Wahlberechtigten kamen an die Urnen – ein starker Einbruch, denn bei den vorhergehenden Wahlen machten noch fast 33 Prozent mit. Dagegen verspürten die sonstigen Beschäftigten (1.349 Wahlberechtigte) offenbar einen verstärkten Drang zur Wahl. Bei ihnen stieg die Beteiligung von 16,6 auf 32,5 Prozent.

    Den Erweiterten Senat wird es ab Oktober nicht mehr geben, er wurde im Zuge einer Änderung des Bayerischen Hochschulgesetzes im Jahr 2006 abgeschafft. Durch diese Reform wurde unter anderem die Position des Hochschulrates gestärkt, der künftig die Rolle eines Aufsichtsrats übernehmen wird. Die acht gewählten Senatoren gehören dann dem Hochschulrat an, weitere acht Räte kommen von außerhalb der Universität. Sie werden auf Vorschlag der Hochschulleitung vom Wissenschaftsministerium bestellt. Aufgabe der Hochschulräte ist es unter anderem, den Unipräsidenten zu wählen und die Arbeit der Hochschulleitung zu kontrollieren.

    Fakultätsräte und Fachschaftenrat

    Bei den aktuellen Uni-Wahlen wurden auch die Fakultätsräte gewählt, die ab Oktober die bisherigen Fachbereichsräte ablösen. Den Fakultätsräten gehören Dekan, Prodekan und Studiendekan sowie sechs Professoren, zwei wissenschaftliche Beschäftigte, ein sonstiger Mitarbeiter und zwei Vertreter der Studierenden sowie die Frauenbeauftragte an. Die Medizinische Fakultät und die künftige Philosophische Fakultät II (derzeit Phil III) haben diese Zahlen jeweils verdoppelt.

    Alle Vertreter der Studierenden in den Fakultätsräten bilden gemeinsam den neu ins Leben gerufenen Fachschaftenrat. Ausnahme: Fakultätsräte, die ihre Mitgliederzahl verdoppelt haben, entsenden nur die Studierenden, auf die bei der Wahl die ersten beiden Sitze entfallen sind. Der Fachschaftenrat wird Teil des studentischen Konvents.

    Studentischer Konvent

    Das höchste Gremium studentischer Mitbestimmung an der Uni ist und bleibt der studentische Konvent. Zurzeit diskutieren dort 28 Mitglieder Fragen rund um Studium und Lehre. Ihre Zahl wird ab Oktober auf mindestens 41 steigen. Ab dann gehören dem Konvent an: die Vertreterin der Studierenden aus dem Senat (Doris Aschenbrenner), die Mitglieder des Fachschaftenrates sowie noch einmal so viele Studierende, wie der Fachschaftenrat zahlenmäßig entsendet. Diese dritte Gruppe haben die Studierenden bei den aktuellen Hochschulwahlen direkt gewählt: Die Liste Juso-Hochschulgruppe & Fachschaftsaktive landete bei 36 Prozent, die Grünen bei 30 Prozent. Die Liberalen holten 18,5 Prozent der Stimmen, der RCDS 15,5 Prozent. Die gewählten Mitglieder des Konvents sind:

    Juso-Hochschulgruppe & Fachschaftsaktive

    Andreas Hanka, Dogan Cinbir, Sarah Al-Heli, Sarah Caggiano, Florian Hohendahl, Andreas Bauer, Kerstin Mikschl

    Grüne Hochschulgruppe

    Katharina Godzik, Martin Hümmert, Verena Seufert, Benedikt Vormwald, Matthias Gauger, Anna Willis

    Liberale Hochschulgruppe

    Marlene Bockmair, André Resch, Manuel Krone, Florian Sommer

    RCDS-Würzburg e.V.

    Claudia Kühl, Michael Altmann, Philippe Gruhl

    Sprecherrat

    Dem Sprecherrat gehören ab Oktober sieben Vertreter an statt bisher vier. Jeweils drei davon werden vom Studentischen Konvent und vom Fachschaftenrat gewählt, der siebte ist der studentische Vertreter im Senat. Der Fachschaftenrat konstituiert sich in nicht-öffentlicher Sitzung am Dienstag, 10. Juli, um 18.00 Uhr im Senatssaal am Sanderring und wählt dann seinen Vorsitzenden, dessen Stellvertreter und drei Sprecherräte. Der Konvent hält seine konstituierende Sitzung – ebenfalls nicht öffentlich – dann am Mittwoch, 11. Juli, um 18.00 Uhr im Hörsaal 318 der Sanderring-Uni. Dabei werden ebenfalls der Vorsitzende und drei Sprecherräte gewählt.

    Das Wahlamt der Uni hat die bislang vorliegenden Wahlergebnisse im Internet HIER veröffentlicht.

    Von Robert Emmerich

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