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    Wenn Boden unter Beton verschwindet

    01.08.2017 | FORSCHUNG
    Anteil der versiegelten Flächen in Bayern pro Einwohner: Die meisten Städte und Großstädte haben eine geringere Pro-Kopf-Versiegelung als ländliche Räume. (Bild: Lehrstuhl für Fernerkundung, Universität Würzburg)

    Anteil der versiegelten Flächen in Bayern pro Einwohner: Die meisten Städte und Großstädte haben eine geringere Pro-Kopf-Versiegelung als ländliche Räume. (Bild: Lehrstuhl für Fernerkundung, Universität Würzburg)

    In Bayern ist eine Fläche mit Beton versiegelt, die acht Mal so groß ist wie der Bodensee: Das kam bei einer Studie heraus, die der Lehrstuhl für Fernerkundung der Universität Würzburg im Auftrag des Bayerischen Landesamts für Umwelt durchgeführt hat.

    Wo Straßen, Häuser oder Industrieanlagen entstehen, verschwinden große Teile des Bodens unter Beton, Asphalt oder Pflastersteinen. Dieser als Versiegelung bezeichnete Prozess bringt etliche Umweltprobleme mit sich.

    Flächen, die luftdicht überdeckt wurden, können kein Regenwasser mehr aufnehmen oder speichern. Dadurch steigt bei starkem Regen das Risiko von Überschwemmungen. Im Sommer heizen versiegelte Flächen die Luft in den Städten zusätzlich auf. Außerdem geht wertvoller Lebensraum für Tiere und Pflanzen verloren – und zwar oft für immer. Denn ein einmal versiegelter Boden lasse sich kaum wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückführen, wie das Bayerische Landesamt für Umwelt auf seiner Website schreibt.

    Umso wichtiger sei es, das übermäßige Versiegeln der Böden einzudämmen. Bundesweit werde der Anteil versiegelter Böden auf den Flächen, die für Siedlung und Verkehr beansprucht werden, auf 40 bis 50 Prozent geschätzt. Die restlichen 50 bis 60 Prozent bestehen zum Beispiel aus Gärten, Parks, Sportflächen oder Friedhöfen.

    Versiegelung aus Satellitenperspektive

    Um über Ausmaß und Folgen der Versiegelung zu diskutieren, braucht es eine verlässliche Datengrundlage. Deshalb ließ Bayern den Grad der Versiegelung erstmals im Jahr 2007 detailliert untersuchen: Im Auftrag des Landesamtes für Umwelt ermittelte die Universität Würzburg anhand von Satellitenbildern, die aus dem Jahr 2000 stammten, wie hoch der Anteil der versiegelten Fläche in den bayerischen Städten und Gemeinden, Landkreisen und Regionen tatsächlich ist.

    Jetzt hat der Lehrstuhl für Fernerkundung der Universität diese Untersuchung mit Daten aus dem Jahr 2015 wiederholt. „Damit ist nun auch die Veränderung der Versiegelungssituation in einem Zeitabschnitt von 15 Jahren mit räumlicher Auflösung belegt“, so das Landesamt. Betrachtet wurden dabei nur Flächen, die in den Gemeinden als Siedlungs- und Verkehrsfläche ausgewiesen sind.

    Versiegelung um vier Prozentpunkte gestiegen

    Das Uni-Team um Studienleiter Dr. Michael Thiel hat herausgefunden: Die Siedlungs- und Verkehrsflächen im Freistaat waren im Jahr 2000 zu rund 47 Prozent versiegelt, im Jahr 2015 zu rund 51%. Auch für die meisten Landkreise und kreisfreien Städte zeigen sich für 2015 höhere Versiegelungsgrade, deren Ursachen regional unterschiedlich sein können. In der Studie wurden diese Ursachen aber nicht detailliert untersucht; laut Landesamt muss das vor Ort geschehen.

    Das Landesamt teilt außerdem mit: Die in Bayern versiegelte Fläche betrage im Jahr 2015 gut 4.200 Quadratkilometer, also fast die achtfache Fläche des Bodensees. Gegenüber 2000 habe sie durchschnittlich um 44,7 Quadratkilometer pro Jahr zugenommen – das entspreche pro Jahr etwas mehr als der halben Fläche des Chiemsees.

    Weitere Fakten zur Bodenversiegelung stehen auf der Website des Bayerischen Landesamtes für Umwelt bereit.

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