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    Sportsoziologe verstärkt Würzburger Sportwissenschaft

    26.01.2016 | FORSCHUNG
    Declan Hill verstärkt ab sofort das Institut für Sportwissenschaft. (Foto: privat)

    Declan Hill verstärkt ab sofort das Institut für Sportwissenschaft. (Foto: privat)

    Das Institut für Sportwissenschaft kann einen prominenten Neuzugang vermelden: den weltweit renommierten Sportsoziologen Dr. Declan Hill. Der Experte für das Thema „Spielmanipulation“ wird als Senior Research Fellow das sportsoziologische Profil der Würzburger Sportwissenschaft stärken.

    Declan Hill ist ein international anerkannter Experte im Bereich der Spielmanipulation und Korruption im Profisport. Er war der erste Journalist und Wissenschaftler, der das Phänomen der Spielmanipulation im Sport in Verbindung mit dem globalen Glücksspiel-Markt untersucht hat.

    Verstärkung für das Institut für Fankultur

    Hill wird als Senior Research Fellow am Lehrstuhl für Sportwissenschaft lehren und forschen. In diesem Zusammenhang wird er auch dem Institut für Fankultur e.V. (IfF) beitreten – dem Institut, das Lehrstuhlinhaber Professor Harald Lange 2012 gegründet hat und heute gemeinsam mit James M. Dorsey leitet.

    Das IfF ist weltweit das erste und einzige akademische Institut, in dem Phänomene und Strukturen von Fankultur im Dialog zwischen Theorie und Praxis erforscht werden. Die Mitarbeiter kommen aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen – beispielsweise Sportwissenschaft, Jura, Psychologie, Geschichte und Soziologie – und bearbeiten ihre Projekte interdisziplinär.

    „Das Arbeitsfeld ‚Fanforschung‘ an der Universität Würzburg wird durch diesen Neuzugang enorm gestärkt und in seiner kritischen Ausrichtung profiliert“, freut sich Professor Harald Lange über die personelle Verstärkung.

    Zur Person: Declan Hill

    Die Arbeit von Declan Hill findet seit Jahren internationale Beachtung. Er ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Artikel und Buchbeiträge über Spielmanipulation und -korruption und ein international renommierter Redner zu diesem Thema. Als Keynote-Speaker hat er eine Reihe von großen internationalen Sportorganisationen, unter anderem die Royal Danish Olympic Association, den niederländischen Fußballverband (KNVB) und das Internationale Olympische Komitee, unterstützt. Er hat zudem vor dem Europarat, dem Europäischen Parlament in Brüssel und dem britischen Parlamentsausschusses für Medien und Sport in Westminster gesprochen und seine Forschungsergebnisse präsentiert.

    Schnittmengen zum investigativen Journalismus

    Im Jahr 2008 wurde Hills Buch „Sichere Siege“ (The Fix) veröffentlicht. Darin berichtet er über seine verdeckten Ermittlungen innerhalb der asiatischen Wettmafia und enthüllt den manipulativen Einfluss krimineller Strukturen auf die Fußball-Ligen weltweit und auf große internationale Turniere, wie beispielsweise die FIFA-Weltmeisterschaft. Das Buch wurde in 21 Sprachen übersetzt und in Hollywood als TV-Serie gehandelt. Über dreißig nationale polizeiliche Ermittlungen folgten den Erkenntnissen des Buches, was zu Hunderten von Verhaftungen und Verurteilungen von Spielern, Trainern und Spielmanipulatoren führte.

    Promotion in Oxford

    Im Jahr 2013 veröffentlichte Hill das erste wissenschaftliche Buch über Spiel-Manipulation mit dem Titel „The Insiders’ Guide to Match-Fixing“. Das Buch, in dem er unter Verwendung statistischer Methoden die Rational Choice-Theorie auf das Feld der Spielmanipulation überträgt, basiert auf seiner Doktorarbeit, die er an der Universität Oxford angefertigt hatte. Hill untersucht darin vor allem,

    • warum Athleten und Trainer manipulieren,
    • wie sie diese Spielmanipulationen durchführen und
    • welche präventiven Möglichkeiten sich zur Verhinderung großflächiger Spielmanipulationen am besten eignen.

    Ein wichtiges Ergebnis dieser Studie ist es, dass so genannte „ethische“ Lösungsansätze für die Verhinderung von Spielmanipulationen weitgehend nutzlos sind. Nach Hills Meinung ist es besser, die bestehenden Verträge der Athleten zu zahlen als zu versuchen, sie zu „erziehen“. Die Daten widerlegen auch die Mythen, dass die Spieler überwiegend zu Manipulation gezwungen würden, oder dass Sportfunktionäre besser als die Polizei Spiel-Korruptionen stoppen könnten.

    Lehre und Vorträge

    „Hill wird seine evidenzbasierten Forschung und Analyse von Korruption und Spielmanipulation an der Universität Würzburg fortsetzen“, so Harald Lange. Er werde sich zudem in der Lehre engagieren und Beiträge zu Themen der internationalen Sportsoziologie, Forschungsmethoden und investigativem Journalismus bereitstellen.

    Würzburger Fankolloquium

    Hill wird sich mit einem Vortrag im Rahmen des 8. Interdisziplinären Kolloquiums des Instituts für Fankultur und des Lehrstuhls für Sportwissenschaft der Universität Würzburg öffentlich vorstellen. Das Thema seiner Präsentation am 19. Februar 2016 – eine Woche vor der FIFA-Präsidentschaftswahl – wird die Verbindung zwischen der durch Ermittlungen des FBI und der Schweizer Polizei öffentlich gewordenen Korruption bei der FIFA mit globalen Spielmanipulationen bis in höchste Ligen hinein sein.

    Kontakt

    Prof. Dr. Harald Lange, Lehrstuhl Sportwissenschaft, harald.lange@uni-wuerzburg.de

    Dr. Gabriel Duttler, Institut für Sportwissenschaft, gabriel.duttler@uni-wuerzburg.de

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