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    Orthopädie führend beim Gelenkersatz

    26.03.2013

    Beim Ersatz von Hüft- und Kniegelenken bietet die Klinik König-Ludwig-Haus, Lehrstuhl für Orthopädie der Universität, höchste Qualität. Das bescheinigt ihr die Zertifizierung zum „Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung“, die sie als erstes Krankenhaus in Nordbayern erhalten hat.

    Professor Maximilian Rudert , Ärztlicher Direktor der Orthopädischen Klinik König-Ludwig-Haus, und Oberarzt Dr. Christian Kramer sind stolz auf die Zertifizierung ihres Hauses zum „Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung“. (Foto: Orthopädische
    Professor Maximilian Rudert (links), Ärztlicher Direktor der Orthopädischen Klinik König-Ludwig-Haus, und Oberarzt Dr. Christian Kramer sind stolz auf die Zertifizierung ihres Hauses zum „Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung“. (Foto: Orthopädische Klinik König-Ludwig-Haus)

    In Deutschland werden jährlich rund 400.000 künstliche Hüft- und Kniegelenke eingesetzt, über 1.000 davon an der Orthopädischen Klinik König-Ludwig-Haus / Lehrstuhl für Orthopädie der Universität Würzburg. „Komplikationsfrei durchgeführte Operationen sind für die Lebensqualität unserer Patienten von entscheidender Bedeutung“, sagt Professor Maximilian Rudert, Lehrstuhlinhaber und Ärztlicher Direktor der vom Bezirk Unterfranken getragenen Einrichtung. „Um dieses Ziel zu erreichen, ist ein hohes Maß an Spezialisierung, Kompetenz und Erfahrung nötig.“

    Vor diesem Hintergrund haben es sich die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie der Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie zur Aufgabe gemacht, die Qualität der endoprothetischen Versorgung in Deutschland noch weiter anzuheben und auf hohem Niveau zu standardisieren. Dazu haben die beiden Institutionen das Zertifizierungssystem EndoCert entwickelt und im Oktober 2012 bundesweit eingeführt.

    Alleinstellung in Nordbayern

    Als bislang einziges Krankenhaus in Nordbayern hat sich das König-Ludwig-Haus erfolgreich dem aufwändigen, freiwilligen Qualitätscheck unterzogen – und ihn „bestanden“: Seit Mitte Februar 2013 darf es sich nun offiziell „Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung“ nennen.

    „Wir haben nachgewiesen, dass wir nicht nur über die fachliche Expertise verfügen, sondern auch hinsichtlich der Organisationsstruktur, der Prozessabläufe, der Dokumentation und der Forschungsleistung alle geforderten Kriterien einhalten“, so Professor Rudert.

    Besonders stolz ist der Klinikdirektor darauf, dass dies seinem Haus unter den „echten“ Zertifizierungsbedingungen gelungen ist. „23 der mittlerweile bundesweit 26 zertifizierten Endoprothetikzentren stammen aus einer Evaluationsphase vom Herbst 2012. Während in jener Pilotphase die Bedingungen zur Erlangung des Zertifikats noch wesentlich weicher waren, haben wir uns dem endgültigen, harten Prüfungskatalog gestellt“, erläutert Rudert.

    Lösungen auch für schwierigste Fälle

    Rudert und seine Mannschaft sind damit nachweislich in der Lage, endoprothetische Operationen jeden Schweregrades durchzuführen. Vergleichsweise einfach ist der Erstersatz von verschlissenen Hüft- und Kniegelenken. Dagegen kann der Austausch von Prothesen, die sich durch langjährigen Gebrauch gelockert haben, deutlich größere chirurgische Herausforderungen bergen. Das König-Ludwig-Haus führt jährlich über 300 solche Wechseloperationen durch.

    Hohe operative Kunstfertigkeit ist auch bei Knochendeformationen, Knochentumoren oder bei Gelenkflächen gefragt, die durch Unfälle teilweise zerstört sind. Um für jeden Fall die passende Behandlungsoption zu finden, bietet das König-Ludwig-Haus viele verschiedene Implantat-Typen an.

    Eine eher organisatorische Herausforderung ist die Behandlung von Menschen mit Blutgerinnungsstörungen, schweren Herzerkrankungen oder Dialysepflicht. „Beim Management dieser Patienten hilft uns die enge Kooperation mit der Würzburger Universität und dem Universitätsklinikum“, berichtet Oberarzt Dr. Christian Kramer. „Wir arbeiten dabei hauptsächlich mit der Anästhesiologie, der Intensivmedizin, der Pathologie und der Gefäßchirurgie zusammen.“

    Unterstützende Prozesse mitgeprüft

    Der Qualitätscheck geht weit über die Operation selbst hinaus. Für eine Erhöhung der Patientensicherheit werden auch alle unterstützenden Prozesse überprüft – zum Beispiel die Vorplanung, die personelle Logistik und die Versorgung mit den nötigen Materialien.

    „Unseren Patienten gibt die Zertifizierung die Gewissheit, dass an ihrem OP-Tag alles optimal gerichtet ist“, fasst Dr. Kramer zusammen. Durch diesen umfassenden Ansatz war es nötig, dass Beschäftigte aus allen Tätigkeitsbereichen des König-Ludwig-Hauses am Zertifizierungsvorgang mitwirkten. Das Zertifikat gilt drei Jahre. Dann wird sich das König-Ludwig-Haus erneut den Prüfern stellen.

    Hoch aktiv in der Forschung

    Der vom internationalen Zertifizierungsinstitut ClarCert durchführte EndoCert-Prozess prüft auch die wissenschaftliche Aktivität der Einrichtungen. „Als Lehrstuhl für Orthopädie der Universität Würzburg war es uns ein Leichtes, die geforderten Kriterien zu erfüllen“, sagt Rudert und verweist beispielhaft auf neun Studien, die aktuell in der Endoprothetik laufen. Eine osteologische Arbeitsgruppe erforscht zudem Erkrankungen des Knochenstoffwechsels.

    In der Materialforschung kooperiert das Krankenhaus mit dem Würzburger Universitätsklinikum – unter anderem geht es dabei um neue Metalloberflächen, die das Anwachsen des Knochenmaterials fördern und gleichzeitig Infektionen hemmen. „Unsere Patienten können sicher sein, dass wir in allen Aspekten des Gelenkersatzes am Nabel der Entwicklung sind und sie stets nach den neuesten Erkenntnissen behandeln“, betont Rudert.

    Steigende Nachfrage

    Der Ärztliche Direktor ist sicher, dass die Nachfrage nach exzellenten Lösungen in der Endoprothetik weiter wachsen wird – allein schon wegen der gestiegenen Mobilitätsansprüche der Menschen bis ins hohe Alter. „Die zahlenmäßig zunehmende ältere Generation will lieber ein schmerzfrei funktionierendes Kunstgelenk als eine Gehhilfe“, so Rudert.

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