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    Neues Buch über Lorenz Fries

    04.03.2014

    Im 16. Jahrhundert war er ein einflussreicher Mann: Lorenz Fries diente gleich unter drei Würzburger Bischöfen als Sekretär, Archivar und Berater. Mit seinem Werk befasst sich ein neues Buch, das Historiker der Universität mitherausgegeben haben.

    Sie stellten Lorenz Fries und sein Werk vor: Vorn Hannah Hein und Bürgermeister Adolf Bauer; hinten von links Verleger Adolf Wolz und die Herausgeber Ulrich Wagner, Stefan Petersen und Walter Ziegler. (Foto: Kerstin Schmeiser-Weiß, POW)
    Sie stellten Lorenz Fries und sein Werk vor: Vorn Hannah Hein und Bürgermeister Adolf Bauer; hinten von links Verleger Adolf Wolz und die Herausgeber Ulrich Wagner, Stefan Petersen und Walter Ziegler. (Foto: Kerstin Schmeiser-Weiß, POW)

    Lorenz Fries war im 16. Jahrhundert Sekretär unter drei Würzburger Bischöfen. Der Chronist des Hochstifts Würzburg gilt als bedeutendster fränkischer Geschichtsschreiber dieser Zeit. Jetzt gibt es ein neues Buch über ihn: „Lorenz Fries und sein Werk. Bilanz und Einordnung“, so der Titel des 480 Seiten starken Bands. Die Beiträge darin gehen auf eine Tagung vom Februar 2012 zurück. Veranstalter waren das Institut für Geschichte der Universität und das Würzburger Stadtarchiv.

    Einfluss auf die Politik der Bischöfe

    Offiziell vorgestellt wurde das Buch am 20. Februar in den Barockhäusern. Laut Bürgermeister Adolf Bauer habe Lorenz Fries den Würzburger Fürstbischöfen als loyaler und fleißiger Sekretär, Archivar und Berater zur Seite gestanden: „Aber er war sich seines Wertes und seiner Position durchaus bewusst und wirkte zeitweise auch auf die Politik des Hochstifts ein.“

    Wie das möglich war, zeigte Hannah Hien vom Staatsarchiv Bamberg in ihrem Vortrag auf: „Fries war ein einflussreicher Mann, dessen Kompetenzen die eines Sekretärs weit überstiegen.“ So habe er beispielsweise Gutachten verfasst, das Hochstift auf offiziellen Reisen vertreten und bei Personalentscheidungen mitgewirkt.

    Der Sekretär habe außerdem die Verwaltung des Schriftguts als Politik betrieben. Er bestimmte darüber, wer und was wie verzeichnet wurde: „Das ist die Macht über Erinnern oder Vergessen“, so Hien. „Wir sehen heute das 15. und 16. Jahrhundert so, wie er es sehen wollte. Er beeinflusst bis heute die Wahrnehmung seiner Zeit.“

    Stand der Fries-Forschung

    „Lorenz Fries war geradezu die graue Eminenz der Bischöfe“, sagte Privatdozent Stefan Petersen vom Lehrstuhl für Fränkische Landesgeschichte und Mitherausgeber des Buchs, „und er ist immer noch die graue Eminenz der Forschung.“ Nach wie vor komme man an Fries und seinem Werk nicht vorbei.

    Die Tagung im Jahr 2012 habe einer Standortbestimmung der Fries-Forschung gedient. So stehe etwa eine intensive Analyse der Bischofschronik noch aus, und auch die Erschließung der „Hohen Registratur“ mit einer Internetdatenbank sei im vollen Gange.

    Gliederung des Buches

    Einen Überblick über den Inhalt des Buchs gab Mitherausgeber Ulrich Wagner, Leiter des Stadtarchivs Würzburg. Schwerpunkte der vier Sektionen sind die Bischofschronik, die von Fries verfasste Geschichte des fränkischen Bauernkriegs, die „Hohe Registratur“ sowie die süddeutsche Geschichtsschreibung bis 1550. Im vierten Teil spannen die Autoren den Bogen zu anderen Geschichtsschreibern dieser Zeit, etwa zu Johannes Trithemius, dessen Grabplatte im Würzburger Neumünster zu finden ist, oder zu Johannes Aventinus in München.

    (Quelle: Mitteilung der Pressestelle des Ordinariats Würzburg, POW)

    Franz Fuchs, Stefan Petersen, Ulrich Wagner, Walter Ziegler (Hrsg.): „Lorenz Fries und sein Werk. Bilanz und Einordnung“. 480 Seiten, 54 Abbildungen. 24,80 Euro. Verlag Ferdinand Schöningh, Würzburg 2014, ISBN 978-3-87717-852-2

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