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    Neue Kooperationen beschlossen

    13.10.2015

    Die Universität Würzburg hat mit zwei weiteren Beruflichen Schulen Kooperationsverträge unterzeichnet. Damit erhöht sich die Zahl der bestehenden Kooperationen auf 51. Von der Zusammenarbeit können beide Seiten profitieren.

    Vertragsunterzeichnung in der Uni mit: Hansjörg Bosch, Ministerialbeauftragter für die Beruflichen Oberschulen in Nordbayern, Unipräsident Alfred Forchel und Susanne Kraus-Lindner, Schulleiterin der Beruflichen Oberschule Würzburg. Hinten: Johann Schw
    Vertragsunterzeichnung in der Uni mit (vorne v.l.): Hansjörg Bosch, Ministerialbeauftragter für die Beruflichen Oberschulen in Nordbayern, Unipräsident Alfred Forchel und Susanne Kraus-Lindner, Schulleiterin der Beruflichen Oberschule Würzburg. Hinten: Johann Schweiger, stellv. Schulleiter Franz-Oberthür-Schule, Harald Bauer, Schulleiter der Beruflichen Oberschule Schweinfurt, und Stephan Kohles, Mitglied der Schulleitung der Beruflichen Oberschule Würzburg. (Foto: Gunnar Bartsch)

    Die Beruflichen Oberschulen Schweinfurt und Würzburg sind neue Kooperationspartner der Universität Würzburg. Am Dienstag, 6. Oktober, unterzeichneten Susanne Kraus-Lindner, Schulleiterin in Würzburg, und Harald Bauer, Schulleiter in Schweinfurt, sowie Universitätspräsident Alfred Forchel die Verträge. Gleichzeitig verlängerten Uni und Franz-Oberthür-Schule, das städtische Berufsbildungszentrum I aus Würzburg, das bereits bestehende Abkommen.

    Damit unterhält die Universität jetzt Kooperationen zu 51 Schulen in Unterfranken und im angrenzenden Baden-Württemberg. Ziel ist es, für die Schüler den Übergang ins Studium bestmöglich zu gestalten. Auch eine intensivierte Zusammenarbeit bei der Lehrerausbildung und bei der Fortbildung von Lehrkräften sehen die Vereinbarungen vor.

    Über FOS und BOS an die Uni

    Berufliche Oberschulen bieten ihren Schülern zwei Möglichkeiten, sich für ein Studium an einer Hochschule oder Universität zu qualifizieren: Wer über einen mittleren Schulabschluss verfügt, aber keine Berufsausbildung absolviert hat, kann auf der Fachoberschule (FOS) innerhalb von zwei Jahren die Fachhochschulreife erlangen. Darüber hinaus wird besonders qualifizierten Schülern die Möglichkeit geboten, mit dem erfolgreichen Bestehen der 13. Jahrgangsstufe FOS die fachgebundene und – mit Nachweis der erforderlichen Kenntnis einer zweiten Fremdsprache – die allgemeine Hochschulreife zu erwerben.

    Die Berufsoberschule (BOS) führt Schülerinnen und Schüler mit mittlerem Schulabschluss und abgeschlossener Berufsausbildung oder mindestens fünfjähriger Berufserfahrung in zwei Schuljahren zur fachgebundenen Hochschulreife und mit dem Nachweis der Kenntnis einer zweiten Fremdsprache ebenfalls zur allgemeinen Hochschulreife.

    Vorteile für beide Seiten

    Der Vertrag bilde den Startschuss für die Intensivierung des Austausches zwischen der Universität und den beiden Beruflichen Oberschulen und biete beiden Seiten Vorteile, sagte Alfred Forchel bei der Vertragsunterzeichnung. Die Zusammenarbeit zwischen Beruflichen Oberschulen und der Universität unterstütze er gerne; handele es sich dabei doch um eine Maßnahme, die „die Durchlässigkeit des Systems erweitert“, so der Unipräsident.

    Hansjörg Bosch, Ministerialbeauftragter für die Beruflichen Oberschulen in Nordbayern, begrüßte die „Zusammenarbeit auf förmlicher Grundlage“ ebenfalls. An den neuen Kooperationsschulen finde die Universität erfolgreiche Schüler, die ihren Weg bewusst gewählt hätten oder sich neu orientieren. Dementsprechend seien sie an den Angeboten der Uni stark interessiert.

    Bestehende Kontakte ausweiten

    Natürlich gibt es schon seit Längerem Kontakte zwischen den beiden Beruflichen Oberschulen und der Julius-Maximilians-Universität: „Es wird bereits viel gemacht“, erklärte Susanne Kraus-Lindner, Leiterin der Beruflichen Oberschule Würzburg. Ein paar Beispiele: In der Unibibliothek erhalten Schüler Literatur für ihre Seminararbeiten. Wenn es gerade zum Stoff passt, können sie Vorlesungen in den verschiedenen Fakultäten besuchen. Und bei einer Führung über den Campus bekommen sie einen Eindruck vom Studentenleben.

    Lehrkräften bietet die Uni die Möglichkeit zum fachlichen Austausch mit Wissenschaftlern; das Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung der Universität organisiert regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen und Vorträge für Lehrerinnen und Lehrer und richtet Tagungen zu speziellen schulpädagogischen und –politischen Themen aus.

    Ideen für eine engere Kooperation

    Allerdings: „Es geht noch mehr“, sagte Kraus-Lindner. So wünschen sich die Vertreter der Beruflichen Oberschulen beispielsweise, dass sich mehr Labore aus Biologie, Chemie und Medizin den Schülern öffnen, oder Schulklassen in Kontakt mit Studierenden kommen und so aus erster Hand Informationen über die verschiedenen Studiengänge erhalten.

    Auch Harald Bauer, Leiter der Beruflichen Oberschule in Schweinfurt, hat Ideen für eine engere Kooperation der Schulen mit der Uni. Wenn etwa im Wirtschaftsunterricht der Schule die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank auf dem Plan stehe, sei es für die Schüler interessant zu sehen, wie das gleiche Thema an der Universität behandelt wird. Bei solchen Besuchen an der Uni könnten sie dann frühzeitig feststellen, ob das Fach für sie das richtige ist.

    Auch die Universität profitiert von der Zusammenarbeit

    Im Gegenzug profitiert auch die Universität von der Kooperation: So bereiten beispielsweise Lehramtsstudierende unter dem Dach des MIND-Centers ganze Unterrichtseinheiten vor, die sie anschließend Schulklassen präsentieren. Dabei können die angehenden Lehrerinnen und Lehrer wichtige praktische Erfahrungen sammeln. Und während ihrer Praktika an den Berufsoberschulen bekommen sie aus Lehrersicht Einblicke in den Schulalltag und dessen Herausforderungen.

    Vielleicht findet der ein oder andere auf diese Weise ja sogar ein ganz neues Berufsziel: „Vielen angehenden Gymnasiallehrern ist gar nicht bekannt, dass sie sich mit ihrem Studium auch für die Arbeit an einer Beruflichen Oberschule qualifizieren“, sagt Stephan Kohles, kommissarischer Mitarbeiter in der Leitung der Würzburger Schule. Mit der Konzentration auf die Oberstufe seien diese Schulen für Gymnasiallehrer überaus attraktiv.

    Gleichzeitig erhofft sich die Universität, durch die frühzeitige und gezielte Information der Schüler dem Problem der Studienfachwechsler und –abbrecher entgegen zu wirken.

    Zahlreiche Angebote für Schüler

    Selbstverständlich hat die Universität Würzburg noch jede Menge weiterer Angebote in petto, mit denen sie Schülern den Übergang ins Studium erleichtern will. Ein paar davon sind:

    uni@school: Um die Orientierung bei der Studienwahl zu verbessern, hat die Uni Würzburg das Projekt uni@school ins Leben gerufen: Studierende kommen an Schulen und informieren dort als „Botschafter der Universität“ über das Studium an der Uni Würzburg.

    Die Schüler-Uni: Für Neunt- und Zehntklässler bietet die Uni Würzburg regelmäßig spezielle Vorlesungen an, die sich abwechselnd mit aktuellen Themen aus den Geistes- und Naturwissenschaften beschäftigen – etwa mit der Bedeutung der EU für Deutschland und den Folgen von Doping.

    Das Schnupperstudium: Einen Monat lang können Schüler Student auf Probe sein, gemeinsam mit „echten“ Studierenden Vorlesungen hören und Seminare besuchen, kurz: hautnah Uni-Luft schnuppern.

    Frühstudium / Orientierungsberatung: Besonders begabte Schüler können noch während sie in der Schule sind an der Uni Vorlesungen und Seminare besuchen, Prüfungen mitschreiben und Leistungen erwerben, die ihnen bei einem späteren Studium anerkannt werden. Anlaufpunkt dafür ist die Begabungspsychologische Beratungsstelle der Universität. In der dort angesiedelten Orientierungsberatung bekommen Abiturienten zudem persönliche Hilfe bei Fragen zu Studienfachwahl, Berufszielen und Alternativen zum Studium.

    Ausführliche Informationen zum Angebot für Schüler gibt es hier.

    Kontakt

    Josef Wilhelm, T: (0931) 31-80975, josef.wilhelm@uni-wuerzburg.de

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