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    Neue Ausstellung im Mineralogischen Museum

    21.01.2014

    Eine einzigartige Sammlung von Mineralen und Gesteinen aus dem Harz bildet den Grundstock einer neuen Ausstellung im Mineralogischen Museum der Universität Würzburg. Es handelt sich dabei um eine Dauerleihgabe des Kunstsammlers Peter C. Ruppert; die Eröffnung findet am 24. Januar statt.

    Minerale und Gesteine aus dem Harz – hier ein Calcit aus der Grube Samson – zeigt eine neue Ausstellung im Mineralogischen Museum der Universität. (Foto: Gunnar Bartsch)
    Minerale und Gesteine aus dem Harz – hier ein Calcit aus der Grube Samson – zeigt eine neue Ausstellung im Mineralogischen Museum der Universität. (Foto: Gunnar Bartsch)

    245 Minerale und Gesteine, darunter wunderschöne Exemplare großer Calcit-Kristalle, zweifarbiger Fluorit-Kristalle und eine Reihe von Sphalerit-Kristallen zählt die Sammlung, die Peter C. Ruppert seit den 1970er-Jahren aufgebaut hat. Sie alle stammen aus bedeutenden Erzlagerstätten im Harz, einem der ältesten und traditionsreichsten Bergbaugebiete Deutschlands.

    Im Jahr 2012 hat Ruppert dem Mineralogischen Museum der Universität Würzburg seine Sammlung als unbefristete Dauerleihgabe überlassen; jetzt hat das Museum seine Räume neu gestaltet und eine neue Ausstellungsfläche geschaffen, auf der es den Besuchern diese Sammlung präsentieren kann. Die feierliche Eröffnung findet statt am Freitag, 24. Januar, ab 17.30 Uhr.

    Ein vielseitig interessierter Sammler

    Wem der Name Peter C. Ruppert bekannt vorkommt, der liegt richtig: Schon einmal hat Ruppert die Stadt Würzburg großzügig bedacht. Seit dem Jahr 2002 ist seine Sammlung mit Werken konkreter Kunst von mehr als 200 Künstlern aus ganz Europa als Dauerleihgabe im Museum im Kulturspeicher zu sehen.

    Konkrete Kunst und Minerale: Was für den Laien nach einem Gegensatz klingt, ist für den Sammler die perfekte Ergänzung. „Die Kristalle der Mineralien sind im Gegensatz zu anderen Naturformen geometrisch-basiert ausgebildet. Damit entsprechen sie den Kunstformen in meiner Sammlung konkret-konstruktiver Kunst, die sich im Museum im Kulturspeicher befindet“, sagt Ruppert.

    In seiner Sammelleidenschaft hat sich Peter C. Ruppert auf den Harz konzentriert. Das hatte zum einen praktische Gründe: „Der Harz war für mich ein nahe gelegenes, überschaubares Gebiet, damals noch mit aktivem Bergbau“, sagt der Sammler. Zum anderen sprachen auch fachliche Gründe für diese Konzentration – immerhin gilt der Harz als das geologisch vielfältigste deutsche Mittelgebirge. „Aus Sicht des Sammlers haben mich von den sowohl vulkanisch, wie auch sedimentär entstandenen Mineralien und Gesteinen deren lokaltypische Vorkommen gereizt“, erklärt Ruppert.

    Eine Sammlung von hohem Wert

    „Die Harzsammlung von Peter C. Ruppert hat allerdings nicht nur wissenschaftlich und historisch gesehen hohen Wert“, sagt Dr. Dorothée Kleinschrot, Leiterin des Mineralogischen Museums. Ruppert habe bei der Auswahl seiner Sammlungsstücke auch hohe ästhetische Ansprüche gestellt. Deshalb finden sich unter den 245 Exemplaren viele außergewöhnliche Kristallformen von teilweise seltener Größe, die nicht nur den Mineraliensammler ansprechen, sondern auch den mineralogisch interessierten Laien. Für das Museum stelle die Leihgabe eine „enorme Bereicherung“ dar, so Dorothée Kleinschrot.

    Wieso hat sich Peter C. Ruppert eigentlich dazu entschlossen, seine Sammlung dem Mineralogischen Museum der Uni Würzburg zur Verfügung zu stellen? „Ich habe dort einerseits ein zwar kleines, aber feines und gutgeführtes Museum kennengelernt mit einer Sektion für Lagerstätten, auf die auch meine Sammlung fokussiert ist“, erklärt er. Darüber hinaus fühle er sich mit Würzburg auf besondere Weise verbunden, weil sich hier bereits seine Kunstsammlung befindet und seine Frau und er die Ehrenbürgerwürde besitzen.

    Bergbau im Harz

    Der Harz ist Teil der deutschen Mittelgebirge und zeigt, wie kaum eine andere deutsche Landschaft, auf engstem Raum die unterschiedlichsten geologischen Prozesse, die sich in der Vielfalt der Gesteine und Erze in den verschiedenen Regionen dieses Mittelgebirges widerspiegeln. Die zahlreichen Erzvorkommen führten zu einer über Jahrtausende andauernden Bergbautätigkeit im Harz, die sogar bis in die Bronzezeit nachgewiesen werden kann.

    Über mehrere Jahrhunderte blühte vor allem der Erzabbau von Silber, Eisen, Kupfer, Blei und Zink; gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurden die meisten Gruben stillgelegt. Im Jahre 2007 war auch das letzte Bergwerk in Bad Lauterbach leer geräumt. In der Sammlung Ruppert befinden sich zahlreiche Erzstufen aus diesen Gruben; sie sind geologisch und historisch gesehen wertvolle Belegstücke dieser einzigartigen Bergbauregion.

    Die neue Ausstellung

    Die neue Ausstellung gibt dem Museumsbesucher Einblick in die geologische Entwicklung dieses Mittelgebirges und in die Entstehung der wirtschaftlich bedeutenden Erzanreicherungen. Zielgruppe sind – neben Mineraliensammlern und interessierten Laien – deshalb vor allem Studierende der Geowissenschaften, Chemie und Ingenieurwissenschaften sowie Schüler der gymnasialen Oberstufe und Berufsschule sein. Sie alle erhalten ab sofort im Mineralogischen Museum Anschauungsmaterial, das Auskunft über die Entstehung unterschiedlicher Lagerstättentypen gibt. Hier finden sie Informationen über die wirtschaftliche Bedeutung von Rohstoffen, hier können sie sich in praktischen Übungen mit Themen wie Gesteinskreislauf, Minerale und ihre Verwendung im Alltag und Erzlagerstätten vertraut machen.

    Auch für die Rohstoffforschung am Lehrstuhl für Geodynamik und Geomaterialforschung ist Rupperts Sammlung eine wertvolle Bereicherung. „Obwohl die Geologie des Harzes und seine Erzlagerstätten in der Vergangenheit gründlich erforscht wurden, gibt dieses Mittelgebirge noch viele Rätsel auf“, sagt Dorothée Kleinschrot. Vor allem die historischen Exponate aus der Sammlung von Peter C. Ruppert seien für die Wissenschaftler wichtiges Belegmaterial, da diese an den Fundorten nicht mehr zur Verfügung stehen.

    Tauschtag im Mineralogischen Museum

    Für die Öffentlichkeit hat die neue Ausstellung zum ersten Mal am Sonntag, 26. Januar, ihre Türen geöffnet. Dann veranstalten zwischen 14 und 17 Uhr die Mineralien- und Fossilienfreunde Würzburg in den Räumen des Mineralogischen Museums ihren 6. Tauschtag für Mineralien- und Fossilien.

    Dazu eingeladen sind alle Freunde der Mineralogie, ganz gleich ob sie selbst gesammelte, überzählige Stücke gegen andere tauschen, die faszinierenden Ausstellungsstücke des Museum besichtigen oder sich über die Möglichkeiten des SammeIns von Mineralien und Fossilien und ihrer Bearbeitung informieren möchten. Das Museumsteam und die Vereinsmitglieder beraten gerne.

    Das Mineralogische Museum der Universität Würzburg befindet sich auf dem Hubland-Campus Süd. Öffnungszeiten: Mittwoch und Sonntag 14.00 bis 17.00 Uhr.

    Kontakt

    Dr. Dorothée Kleinschrot, T: (0931) 31-85407, kleinschrot@mail.uni-wuerzburg.de

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