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    Medaillen für Verdienste um die Universität

    10.05.2016

    Alljährlich beim Stiftungsfest verleiht die Universität Würzburg die Medaillen „Bene Merenti“ für besondere Verdienste um die Universität. Für 2016 wurden je eine Medaille in Gold, Silber und Bronze vergeben.

    Verdienstmedaille in Gold: Professor Hartmut Noltemeier.
    Verdienstmedaille in Gold: Professor Hartmut Noltemeier.

    Drei Persönlichkeiten erhielten am 11. Mai 2016 beim Stiftungsfest der Universität Würzburg die Verdienstmedaillen „Bene merenti“. Die Laudationes sprachen die Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten sowie der Kanzler der Universität.

    „Bene Merenti“ in Gold für Prof. Dr. Hartmut Noltemeier

    Hartmut Noltemeier wurde 1940 in Bad Salzuflen geboren und studierte ab 1959 Mathematik, Physik, Philosophie und Erziehungswissenschaften in Göttingen und München. Nach Ablegung der Wissenschaftlichen Prüfung für das Lehramt an Höheren Schulen (1962 in Erziehungswissenschaften und Philosophie und 1964 in Mathematik und Physik) war er ein Jahr als Assistent bei IBM Deutschland tätig.

    Anschließend forschte er an der Technischen Universität Karlsruhe, wo er 1969 in Mathematik mit summa cum laude promovierte. 1970 habilitierte sich Noltemeier, als einer der ersten Wissenschaftler in Deutschland, an der TU Karlsruhe in Informatik und im Fach „Operations Research“.

    Es folgten Lehrstuhlvertretungen am Lehrstuhl für Angewandte Informatik an der Universität Karlsruhe und am Lehrstuhl für Elektronische Datenverarbeitung in Göttingen, wo Noltemeier im August 1971 zum Ordentlichen Professor ernannt wurde.

    Ab April 1978 hatte Hartmut Noltemeier den Lehrstuhl für Informatik III an der TH Aachen inne, bevor er 1981 den Ruf auf den ersten Lehrstuhl für Informatik an der Universität Würzburg erhielt. Von April 1982 an baute er diesen Lehrstuhl auf und trug maßgeblich dazu bei, dass schließlich aus dem Schwerpunktfach Informatik in der Fakultät für Mathematik ein eigener Studiengang  erwuchs. Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2008 betrieb Hartmut Noltemeier mit großer Zielstrebigkeit und Zukunftsorientiertheit den Ausbau des Instituts, das heute acht Lehrstühle hat und international hervorragend vernetzt ist.

    Noltemeiers Forschung und Lehre waren ausgesprochen breit gefächert und umfassten Operations Research und Algorithmische Geometrie ebenso wie Graphentheorie und Standortplanung oder auch Robotik, flexible Produktion und Fahrsimulatoren.

    Hartmut Noltemeier war Mitbegründer des „Internationalen Workshops über graphentheoretische Konzepte in der Informatik“ (WG) sowie Mitorganisator des jährlich stattfindenden „Europäischen Workshops für Algorithmische Geometrie“ (EuroCG), außerdem Mitglied im Interdisziplinären Zentrum für Verkehrswissenschaften der Universität Würzburg. Daneben war er Mitveranstalter von acht Seminaren in der renommierten Seminarreihe des Leibniz-Zentrums für Informatik in Schloss Dagstuhl.

    Auch über seinen eigenen Fachbereich hinaus gab Noltemeier mit seiner Forschung wichtige Impulse. So wurde an seinem Lehrstuhl eine Methode entscheidend verbessert, bei der sich aus von Satelliten gelieferten Radardaten digitale Höhenmodelle der Erdoberfläche erzeugen lassen. Damit konnte der 2009 etablierte Studiengang „Luft- und Raumfahrtinformatik“ wesentlich auf Hartmut Noltemeiers Arbeit aufbauen.

    In der Lehre war Hartmut Noltemeier ebenfalls ausgesprochen erfolgreich: Von seinen 35 Doktoranden sind mittlerweile elf selbst Professoren.

    Die Laudatio hielt Uni-Vizepräsident Phuoc Tran-Ghia.

    „Bene Merenti“ in Silber für Dr. Walter Burghardt

    Walter Burghardt studierte von 1969 bis 1976 an der Universität Würzburg Medizin. 1975 legte er die ärztliche Prüfung ab, ein Jahr später promovierte er. Anschließend war Burghardt Medizinalassistent und Assistenzarzt am Kreiskrankenhaus Münchberg, ab 1978 dann Assistenzarzt an der Medizinischen Universitätsklinik Würzburg.

    Nachdem er sich zunächst klinisch-wissenschaftlich mit der Leberzirrhose beschäftigt hatte, wechselte er 1980 zur Gastroenterologie und Ernährungsmedizin. Hier widmete er sich der damals neuen Technik der perkutanen endoskopischen Gastrostomie (PEG) und trug damit wesentlich dazu bei, dass Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren im Rahmen der multimodalen Behandlung enteral ernährt werden konnten und so bessere Behandlungsergebnisse erzielt wurden.

    1985 gründete Burghardt zusammen mit Prof. Kasper eines der ersten Ernährungsteams an einer Universitätsklinik in Deutschland und begründete damit ein heute selbstverständliches Therapieangebot.

    Heutige Standardverfahren der gastrointestinalen Endoskopie wurden unter Burghardts Leitung am Universitätsklinikum Würzburg entwickelt, er hat damit einen großen und nachhaltigen Anteil an der Entwicklung einer modernen gastroenterologischen Medizin am Universitätsklinikum.

    Burghardt war außerdem lange Jahre Lehrbeauftragter an der Medizinischen Universitätsklinik und später der Medizinischen Klinik II und darüber hinaus auch in der Weiterbildung der Ärzte an der Medizinischen Klinik und in der Region sehr aktiv.

    Neben all dem hat sich Walter Burghardt immer auch in der Gremienarbeit engagiert. Lange Jahre war er Vertreter des akademischen Mittelbaus im Fachbereichsrat der Medizinischen Fakultät und in zahlreichen Berufungskommissionen. Des Weiteren war er Mitglied des Senats; als gewählter Vertreter der Klinikärzte ist er seit langem Delegierter für Unterfranken bei der Bayerischen Landesärztekammer.

    Seit 1997 leitet Dr. Burghardt ärztlich die Berufsfachschule für Diätassistenten und unterrichtet dort noch immer regelmäßig. Dr. Burghardt ist außerdem langjähriges Mitglied und seit kurzem im Vorstand der Deutschen Akademie für Ernährungsmedizin e.V. und damit wesentlich an der Fortentwicklung dieser für die Bevölkerung sehr wichtigen medizinischen Disziplin beteiligt.

    Die Laudatio hielt Uni-Vizepräsident Wolfgang Riedel.

    „Bene Merenti“ in Bronze für Dr. Rudolf Behl

    Rudolf Behl war von 1995 bis 2015 Leiter der Abteilung VII, später Stabsstelle Arbeitssicherheit, Tier- und Umweltschutz, sowie Strahlenschutzbevollmächtigter der Universität und des Universitätsklinikums Würzburg. Ab 2001 war er darüber hinaus Kursleiter für alle Kurse und Weiterbildungsveranstaltungen der von ihm geleiteten Strahlenschutzstelle. Dass diese Kurse über viele Jahre durchgeführt werden konnten und noch heute zum festen Angebot der Universität zählen, ist ein Verdienst seines Einsatzes.

    Als Rudolf Behl seine Amtszeit antrat, war die spätere Stabsstelle noch im Aufbau begriffen. Die einzelnen Sachgebiete Arbeitssicherheit, Gefahrstoffe, Strahlenschutz, Tierschutz und Umweltschutz waren über vier Standorte verteilt und teilweise auch unterschiedlichen Organisationseinheiten zugewiesen. Die 1997 erfolgte räumliche Zusammenführung in der Marcusstraße, die einen immensen Vorteil für die persönliche und fachliche Zusammenarbeit des Teams bedeutete, war ebenso das Verdienst von Rudolf Behl wie die organisatorische Strukturierung und die Förderung der teamorientierten Zusammenarbeit der unterschiedlichen Sachgebiete.

    Rudolf Behls Arbeit war geprägt von enormem Sachverstand, großer Geduld bei gleichzeitigem hohem Durchsetzungsvermögen und außerordentlicher Hilfsbereitschaft bei jeder auftretenden Problemstellung. Zugute kam ihm dabei, dass er über jahrelange Erfahrungen sowohl als Wissenschaftler wie auch in verwaltungstechnischen Abläufen verfügte.

    Behls Arbeitsphilosophie war es, präventiv zu agieren, um Fehler gar nicht erst entstehen zu lassen, rechtzeitig das Gespräch mit Laborleitern, Nutzern und Planern zu suchen, „best practice“ zum Standard zu machen und so bestmögliche Sicherheit bei gleichzeitiger hoher Arbeitsqualität zu garantieren.

    Unter seiner Leitung wurde die Stabsstelle bald ein wichtiger Ansprechpartner auch für das Staatliche Bauamt, mit dem sich im Rahmen der Planung und Durchführung von Bau- und Sanierungsmaßnahmen eine intensive Zusammenarbeit entwickelte.

    Schon früh dem Gedanken der Nachhaltigkeit verpflichtet, brachte Rudolf Behl zusammen mit der Hochschulleitung das Zentrum für Entsorgung und Recycling (ZER) auf den Weg, in dem gefährliche Abfälle gesammelt und sortiert, Chemikalien aber auch für die Wiederverwendung gereinigt und aufgearbeitet werden können.

    Rudolf Behl war über zwei Jahrzehnte ein wichtiger, außerordentlich zuverlässiger und in seiner fachlichen Expertise ausgesprochen kompetenter Berater für den Wissenschaftsbereich ebenso wie für die Universitätsleitung.

    Die Laudatio hielt Unikanzler Uwe Klug.

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