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    Herzforscher untersuchen Würzburger

    05.11.2013

    Viele Würzburger werden in den nächsten Monaten Post vom Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) bekommen: Sie wurden per Zufallsgenerator für die freiwillige Teilnahme an einer Studie ausgewählt, bei der es um Herzschwäche geht.

    Eine Mitarbeiterin des Studienzentrums untersucht die Gefäße einer Studienteilnehmerin. (Quelle: IKE-B / Thomas Metzger)
    Eine Mitarbeiterin des Studienzentrums untersucht die Gefäße einer Studienteilnehmerin. (Quelle: IKE-B / Thomas Metzger)

    Viel bewegen, sich gesund ernähren, nicht rauchen – wer nach diesen Grundsätzen lebt, hat meist ein geringes Risiko für eine Herzkrankheit. Doch auch wenig steuerbare Faktoren, wie etwa die genetischen Anlagen, haben Einfluss darauf, warum ein Mensch herzkrank wird und ein anderer nicht.

    „In der STAAB-Kohortenstudie möchten wir herausfinden, welche Faktoren eine Herzschwäche begünstigen“, sagt der Würzburger Kardiologe Stefan Störk. Er leitet die Studie zusammen mit dem Epidemiologen Peter Heuschmann. „Wir erhoffen uns, daraus gezieltere Vorsorgestrategien entwickeln zu können. Das würde vor allem den Menschen helfen, die ein erhöhtes Risiko für Herzschwäche haben oder schon an einer frühen Form der Erkrankung leiden.“

    Stadt unterstützt die Studie

    Dieser Forschungsansatz findet bei der Stadt Würzburg große Zustimmung: „Wir wollen die Gesundheit der Würzburger fördern. Deshalb unterstützen wir die Studie und ermuntern alle Bürger, daran teilzunehmen“, sagt Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake.

    Über das Einwohnermeldeamt der Stadt werden mögliche Teilnehmer mit Hilfe eines Zufallsgenerators ermittelt und in den kommenden Wochen angeschrieben. Insgesamt wollen die Wissenschaftler in den nächsten Jahren eine Stichprobe von zunächst 3.000 Würzburgern im Alter zwischen 30 und 79 Jahren untersuchen.

    Wie häufig ist Herzschwäche?

    „Wir möchten wissen: Wie häufig kommt die Herzschwäche tatsächlich vor? Deshalb suchen wir für unsere Studie nicht gezielt nach Patienten, die schon an einer Herzschwäche leiden, sondern untersuchen eine zufällige Stichprobe aus der Bevölkerung“, erklärt Heuschmann.

    Als Epidemiologe erforscht er die Häufigkeit von Krankheiten in der Bevölkerung. „Wenn möglichst viele der ausgewählten Personen teilnehmen, verbessert das die Aussagekraft unserer Studie.“ Dann können die Wissenschaftler künftig genauere Empfehlungen für die Vorbeugung und frühzeitige Behandlung der Herzschwäche ableiten.

    Umfangreicher Gesundheits-Checkup

    Die Teilnehmer der Studie erhalten einen ausführlichen Gesundheits-Checkup, unter anderem mit umfangreicher Untersuchung des Herzens und der Gefäße, der Lungenfunktion sowie des Zucker- und Fettstoffwechsels.

    Eine Behandlung ist im Studienzentrum nicht möglich. Jeder Studienteilnehmer bekommt aber einen Auszug der Untersuchungsergebnisse, die er mit seinem Hausarzt besprechen kann. Bei der Studie wird laut einer Mitteilung des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz größten Wert auf die Einhaltung aller datenschutzrechtlichen Bestimmungen, die Wahrung der Privatsphäre sowie die Vertraulichkeit der Daten gelegt. Die Teilnehmer werden im Voraus umfassend über den Ablauf der Studie und den Datenschutz informiert.

    Nach drei Jahren können sie dann an einer weiteren freiwilligen Untersuchung teilnehmen. So hoffen die Wissenschaftler verfolgen zu können, wie sich der Gesundheitszustand der Teilnehmer verändert.

    Weitere Informationen über die Studie gibt es im Internet unter

    www.dzhi.de/aerzte/studien/staab

    Hintergrund zur STAAB-Studie

    Die STAAB-Kohortenstudie ist ein gemeinsames Projekt von Kardiologen des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI Würzburg) sowie von Epidemiologen des Instituts für Klinische Epidemiologie und Biometrie der Universität Würzburg.

    Das DZHI ist eine Einrichtung der Universität und des Universitätsklinikums Würzburg. Es wird vom Bundesforschungsministerium als interdisziplinäres Forschungs- und Behandlungszentrum gefördert. Seit seiner Gründung im Jahr 2010 erforscht das Zentrum die Grundlagen der Herzinsuffizienz und arbeitet daran, die Behandlung der Erkrankung zu verbessern.

    Fakten zur Herzinsuffizienz

    Etwa zwei bis drei Millionen vor allem ältere Menschen leiden bundesweit an Herzinsuffizienz. Über die frühen Formen der Herzschwäche ist bisher wenig bekannt. Denn normalerweise suchen Patienten erst dann einen Arzt auf, wenn sie entsprechende Beschwerden haben. Eine frühe Form der Herzschwäche wird darum eher zufällig entdeckt.

    Meist verläuft die Herzschwäche als chronisch fortschreitende Krankheit, die einer dauerhaften und umfangreichen Behandlung bedarf. Menschen mit einem erhöhten Risiko für Herzschwäche (Stadium A) oder Erkrankte, die an einer frühen, symptomfreien Form der Erkrankung (Stadium B) leiden, können durch frühzeitige Prävention und Behandlung dem Fortschreiten der Erkrankung gegensteuern.

    Weitere Informationen zur Herzschwäche unter www.herzschwaeche-info.de

    Kontakt

    Eva Maria Mentzel, Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
    T (0931) 201-46325, Mentzel_E@klinik.uni-wuerzburg.de

     

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