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    Fackelspalier zum Abschied

    04.03.2014

    Ende März geht Professor Bernd Klaiber, Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie, in den Ruhestand. Fast 27 Jahre lang hat er sich für die Ausbildung der Studierenden und die Zahnerhaltung bei seinen Patienten eingesetzt.

    Professor Bernd Klaiber bei seiner Abschiedsvorlesung am 7. Februar 2014. (Foto: Universitätsklinikum Würzburg)
    Professor Bernd Klaiber bei seiner Abschiedsvorlesung am 7. Februar 2014. (Foto: Universitätsklinikum Würzburg)

     „Als ich 1987 den Ruf auf den Lehrstuhl für Zahnerhaltung und Parodontologie an der Uni Würzburg erhielt, konnte ich mir kaum vorstellen, dass man auch außerhalb von Freiburg gut leben kann“, blickt Professor Bernd Klaiber zurück. Mittlerweile, nach fast 27 Jahren in Franken, hat der gebürtige Karlsruher den Abschied von seinem ersten Arbeitgeber, der Universität Freiburg, „längst verwunden“: Kurz vor seiner Pensionierung Ende März würde er Würzburg „aus freien Stücken nie mehr verlassen“.

    Den Start in der Stadt am Main haben dem damals 39-Jährigen nicht zuletzt seine Professoren-Kollegen leicht gemacht, zum Beispiel der Kieferorthopäde Emil Witt oder der Kieferchirurg Jürgen Reuther, die ihm von Anfang an mit großer Freundlichkeit und Offenheit entgegenkamen. „Generell habe ich mich über all die Jahre hinweg im kollegialen und fairen Arbeitsklima der Würzburger Universitätszahnklinik immer sehr wohl gefühlt“, betont Klaiber.

    Immer um gute Lehre bemüht

    Hochschullehrer, Zahnarzt, Wissenschaftler – das war und ist für den scheidenden Klinikdirektor die persönliche Prioritätenliste seiner Aufgabenbereiche. „Im Zentrum meines Interesses stand stets die Lehre. Die Arbeit mit wissbegierigen jungen Menschen macht mir großen Spaß und ist eine der Herausforderungen, die mir nach meiner Pensionierung sicher fehlen werden“, sagt der Professor.

    Er bedauert allerdings, dass es wegen der hohen Studierendenzahlen trotz aller Bemühungen heute nicht mehr möglich sei, den angehenden Zahnärzten ähnlich viel Praxiserfahrung mit auf den Weg zu geben wie noch vor 25 Jahren. „Wir haben im Vergleich zu damals in der Würzburger Zahnmedizin etwa doppelt so viele Studentinnen und Studenten, während die Zahl der Behandlungsplätze in etwa gleich geblieben ist“, rechnet Klaiber vor. Dies müsse zwangsläufig zu Einbußen bei den handwerklichen Übungsmöglichkeiten führen. „Ich bin aber sehr stolz darauf, dass wir es trotz der vielen Studierenden immer geschafft haben, ihnen Wartesemester zu ersparen – im ‚Notfall‘ auch durch Ferienkurse.“

    Zeichen der Anerkennung

    Seine Studierenden kennen und schätzen das Engagement von Professor Klaiber. Zum Ausdruck kam das unter anderem bei seiner Abschiedsvorlesung Anfang Februar 2014, bei der das Abschluss-Semester für ihn ein nächtliches Fackelspalier bildete. Das ist eine heute nur noch selten praktizierte Geste studentischer Anerkennung, die den Klinikdirektor tief bewegt hat.

    Als weitere besondere Ehre und Vertrauensbeweis in seiner Karriere wertet Klaiber, dass ihn seine Kollegen aus der Deutschen Forschungsgemeinschaft von 1991 bis 1999 für zwei aufeinanderfolgende Amtsperioden zum Hauptgutachter für das Fach Zahnerhaltung und Parodontologie wählten. Seinen Ruf in Fachkreisen festigten – neben der Mitgliedschaft in wissenschaftlichen Vereinigungen und Kommissionen – auch etwa 100 Publikationen in nationalen und internationalen Fachzeitschriften.

    Schöne Zähne mit klassischen Methoden Mit Blick auf die klinische Arbeit bezeichnet sich Klaiber gerne als „klassischen Zahnerhalter“: Seine Hauptinteressensgebiete sind die restaurative Zahnheilkunde, hier speziell die direkten adhäsiven Techniken, sowie minimalinvasive Maßnahmen zur Verbesserung der Ästhetik.

    Speziell das letztere Thema wird ihn in seinen Ruhestand hinein begleiten: „Neben einer jetzt anstehenden, schon längst überfälligen Buchpublikation wurde mir auch eine Gastprofessur zur minimalinvasiven Zahnästhetik in Bern angeboten“, so der 65-Jährige.

    Umbenennung der Zahnklinik

    Nicht zuletzt wegen Klaibers‘ erfolgreicher Bemühungen um die Erhaltung der Zahngesundheit soll die Würzburger Zahnklinik bald in „Zentrum für Zahn-, Mund- und Kiefergesundheit“ umbenannt werden. „Bei dieser Weiterentwicklung hoffen wir auch zukünftig auf den fachlichen Rat von Professor Klaiber“, betont Christoph Reiners, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Würzburgs, stellvertretend für viele Kollegen des Zentrums und des restlichen Großkrankenhauses.

    Keine Langeweile in Sicht

    Auch außerhalb der Zahnmedizin hat Klaiber schon viele Projekte für seinen Ruhestand im Visier: Er will Kochen lernen, sein Golfspiel verbessern und eine große Modelleisenbahnanlage aufbauen. Außerdem will der leidenschaftliche Opernfreund noch intensiver als bisher vor allem kleinere Opernhäuser besuchen.

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