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    Ein neues Angebot für den Arbeitsmarkt

    07.10.2014

    Es war eine Premiere: Die ersten sechs Absolventen der Masterstudiengänge „Chinese and Economics“ und „China Business and Economics“ haben ihre Zeugnisse erhalten. Jetzt stellt sich für die einen die Frage, wie die Wirtschaft auf ihre Bewerbungen reagiert. Die anderen wissen das bereits.

    Den Masterabschluss haben sie in der Tasche: Die Absolventinnen der Studiengänge „Chinese Studies“, „Chinese and Economics“ und „China Business and Economics“ feiern das Ende ihres Studiums. (Foto: Gunnar Bartsch)
    Den Masterabschluss haben sie in der Tasche: Die Absolventinnen der Studiengänge „Chinese Studies“, „Chinese and Economics“ und „China Business and Economics“ feiern das Ende ihres Studiums. (Foto: Gunnar Bartsch)

    Sie ist die Erste und die bislang Einzige: Sarah Wehner hat soeben den Masterstudiengang „Chinese and Economics“ erfolgreich beendet. Vor zwei Jahren war der Studiengang an der Universität Würzburg an den Start gegangen; er richtet sich in erster Linie an Bachelorstudierende mit einem Abschluss in den Wirtschaftswissenschaften und vermittelt ihnen spezielle Kenntnisse über die chinesische Wirtschaft sowie die chinesische Sprache und Schrift.

    Schrift und Sprache stellen hohe Anforderungen

    „Am Anfang waren die Anforderungen teilweise ziemlich hoch“, erinnert sich Sarah Wehner an die ersten Seminare und Vorlesungen ihres Masterstudiums. Vor allem die chinesische Schrift und die Sprache erwiesen sich als hohe Hürden. Zwar hatte Sarah Wehner schon während ihres Bachelorstudiums der Wirtschaftswissenschaft an der Universität Würzburg Kurse in „Chinesisch für Wirtschaftswissenschaftler“ besucht. Als sie nun aber Texte in einem altertümlichen Chinesisch des frühen 20. Jahrhunderts lesen sollte, kam sie an ihre Grenzen.

    An der Hürde hängen geblieben ist sie trotzdem nicht. „Die Sprache ist eine Herausforderung; der habe ich mich aber gerne gestellt“, sagt sie. Und spätestens nach dem Auslandssemester, das alle „Chinese and Economics“-Master an der Peking Universität absolvieren, war die Hürde eh überwunden.

    Gespanntes Warten auf die Reaktion aus der Wirtschaft

    Ihr Wunsch, Wirtschaftswissenschaften mit Chinesisch zu kombinieren, sei ausschlaggebend für ihre Bewerbung in Würzburg gewesen, sagt die Berlinerin. Mit dieser bislang noch ungewöhnlichen Kombination wollte sie sich „Ecken und Kanten“ verschaffen und von den anderen Studierenden der Wirtschaftswissenschaften absetzen – wie sich zeigt: mit Erfolg.

    Und wie geht’s jetzt weiter? Am liebsten wolle sie im Bereich Consulting arbeiten, in einer Firma mit Geschäftsbeziehungen zu China, sagt die 26-Jährige. Ihre Chancen vermag sie nicht einzuschätzen, schließlich gehöre sie dem ersten Jahrgang an, der jetzt die Uni verlässt. Zwei Varianten hält sie für möglich: „Entweder es heißt: ‚Das ist genau das, was wir brauchen‘“, sagt sie. Oder aber Personaler können sich unter dem Studiengang nichts vorstellen und reagieren deshalb zögerlich. Die hofft Sarah Wehner mit ihrer Bewerbung zumindest neugierig machen zu können.

    Auswahl aus mehreren Angeboten

    Deutlich positiver sieht Theresa Kaut ihrer Zukunft entgegen. Sie ist eine der insgesamt fünf Absolventinnen des Studiengangs „China Business and Economics“ – dem Schwestermodell zu „Chinese and Economics“. Dieser Studiengang ist die passende Fortführung für die Absolventen des Bachelors „Modern China“, legt demnach weniger Gewicht auf die Sprachausbildung und vermittelt dafür mehr Kenntnisse aus dem Bereich der Wirtschaftswissenschaft.

    Theresa Kaut sieht ihre Zukunft im Management, im Vertrieb oder in der Beratung von Firmen, die mit China Geschäfte machen. Sie ist überzeugt davon, dass die Absolventen beider Masterstudiengänge in der Wirtschaft gefragt sind. Und auch wenn sie das nicht direkt bestätigt, lässt ihre Antwort doch keine Zweifel daran, dass sie sich sogar in der glücklichen Lage befindet, unter verschiedenen Angeboten die Qual der Wahl zu haben.

    Die Freude an Sprachen und das Interesse an China waren für Theresa Kauts Entscheidung ausschlaggebend, sich in Würzburg für den Studiengang „Modern China“ einzuschreiben. Zu diesem Zeitpunkt gab es die beiden Master noch nicht. Als sie von deren Gründung hörte, sei sie „total happy“ gewesen; schließlich habe sie sich an der Universität Würzburg und speziell in der Sinologie „total wohl gefühlt“. Kein Wunder, dass sie das Studium jederzeit weiterempfehlen würde.

    Deutsch-chinesische Partnerschaften sind verlässlich

    China und Wirtschaft: Diese beiden Themen stehen selbstverständlich auch im Mittelpunkt der Masterarbeiten der jungen Absolventinnen. Theresa Kaut hat sich einem Aspekt gewidmet, der in Deutschland regelmäßig für Aufregung sorgt: „Es heißt ja immer, dass chinesische Unternehmen Technologie und Ideen klauen und jede Menge Plagiate auf den Markt werfen“, sagt sie. Selbst die politische Führung stehe im Verdacht, solche Plagiate zu fördern. In ihrer Arbeit hat die Studentin untersucht, ob der deutsche Mittelstand seine Technologie quasi „abliefern“ muss, um im Gegenzug Zugang zum chinesischen Markt zu erhalten. Das Ergebnis: „Deutsch-chinesische Partnerschaften sind vertrauter und verlässlicher als die öffentliche Meinung glauben macht.“ Für diese Arbeit hat sie die Bestnote 1.0 erhalten.

    Eine Erfolgsgeschichte für alle Beteiligten

    Ihren Dank an alle Mitarbeiter und an alle Studierenden sprach Professorin Doris Fischer bei der Absolventenfeier aus. Fischer hat den Lehrstuhl für China Business and Economics an der Universität Würzburg inne; ihrer Initiative ist die Gründung der beiden Masterstudiengänge zu verdanken. „Wir sind gestartet ohne zu wissen, ob es funktionieren wird“, erinnert sich die Professorin an die Anfänge. Sehr schnell habe sich das Angebot jedoch zu einer „Story of Success“ entwickelt.

    Der erste Jahrgang werde ihr immer im Gedächtnis bleiben, versprach Fischer. Dazu trägt sicherlich auch eine Anekdote bei, die sie bei ihrer Festansprache erzählte: Während einer der ersten Vorlesungen habe eine Studentin sie permanent so freundlich angelächelt, dass sie schon anfing nervös zu werden und sich fragte, ob ihr möglicherweise eine Nudel am Kinn klebe. Als sie am Ende der Veranstaltung diese Studentin fragte, warum sie so ausdauernd lächelt, habe diese geantwortet: „Ich bin nur so glücklich. Es ist alles so interessant.“

    Neben den sechs Absolventinnen dieser beiden Masterstudiengänge konnte sich weitere Studierende der Sinologie bei der Abschlussfeier über ihre Zeugnisse freuen. 17 Studierende hatten im vergangenen Sommersemester den Bachelorstudiengang „Modern China“ erfolgreich beendet, drei waren es in dessen Fortführung als Master „Chinese Studies“.

    Kontakt

    Prof. Dr. Doris Fischer, T: (0931) 31-89101, Doris.Fischer@uni-wuerzburg.de

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