piwik-script

Intern

    Ausstellung zur deutsch-französischen Freundschaft

    11.06.2013

    Deutsche und Franzosen hatten sich über Jahrzehnte hinweg bekriegt, bevor sie 1963 einen Freundschaftsvertrag schlossen. Zum 50. Jubiläum der Freundschaft haben Würzburger Studierende nun eine Wanderausstellung realisiert, die sie an Schulen und andere Einrichtungen ausleihen.

    Vier der 18 Ausstellungsmacher mit zwei ihrer Objekte: Timo Lowinger, Flora Tietgen, Christian Gäbele, François Hollande, Angela Merkel und Philipp Klein. (Foto: Marco Bosch)
    Vier der 18 Ausstellungsmacher mit zwei ihrer Objekte (von links): Timo Lowinger, Flora Tietgen, Christian Gäbele, François Hollande, Angela Merkel und Philipp Klein. (Foto: Marco Bosch)

    Im Krieg von 1870/71 und später in den beiden Weltkriegen standen sich Deutsche und Franzosen als Feinde gegenüber. Diese konfliktgeladene Beziehung wurde vor 50 Jahren offiziell beendet: 1963 schlossen die beiden Staaten einen Freundschaftsvertrag, der vom deutschen Kanzler Konrad Adenauer und vom französischen Präsidenten Charles de Gaulle unterzeichnet wurde.

    „Der Freundschaftsvertrag wurde regelrecht auf verbrannter Erde geschlossen“, sagt Politikstudent Philipp Klein von der Uni Würzburg. Und das ist nur ein Grund, warum den deutsch-französischen Beziehungen eine Sonderstellung zukommt. Entsprechend wird das 50. Jubiläum der Freundschaft in diesem Jahr in beiden Ländern gefeiert.

    An der Uni Würzburg haben zwei Professorinnen zu diesem Anlass ein Symposium organisiert: Gisela Müller-Brandeck-Bocquet (Politikwissenschaft) und Brigitte Burrichter (Romanistik) luden am 6. und 7. Juni zu Vorträgen und Diskussionen in den Toscanasaal der Residenz ein.

    Bei der Vorbereitung des Symposiums entstand die Idee, eine Ausstellung zur deutsch-französischen Freundschaft zu realisieren. 18 Studierende aus Politikwissenschaft und Soziologie sowie aus der Romanistik machten sich freiwillig ans Werk. „Die Professorinnen haben uns freie Hand gelassen, standen uns aber bei Bedarf mit Rat und Tat zur Seite“, sagt Politikstudentin Flora Tietgen.

    Tafeln zur Geschichte und Politik

    In drei Monaten Arbeit sind 15 bebilderte Schautafeln entstanden, die beim Symposium in der Residenz zum ersten Mal gezeigt wurden. Sie thematisieren vor allem die Geschichte der deutsch-französischen Beziehungen und deren besondere Bedeutung für Europa.

    „Deutschland und Frankreich waren ja der Motor für die Entstehung der Europäischen Union“, so Student Timo Lowinger. Diese besondere Rolle wirke noch heute nach. Unter Angela Merkel und Nicolas Sarkozy gaben die beiden Länder als starke Partner in der EU für längere Zeit den Ton an. Unter dem neuen Präsidenten François Hollande wandelten sich die Beziehungen dann erneut – wiederum mit Auswirkungen auf ganz Europa.

    Kultureller Austausch und Vorurteile

    Drei Schautafeln befassen sich mit kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich. So wurden auf der Basis des Freundschaftsvertrags zum Beispiel viele Städtepartnerschaften geschlossen – rund 2.200 gibt es derzeit – und Austauschprogramme für Schüler und Studierende in Gang gebracht. Die Uni Würzburg zum Beispiel pflegt seit 1977 eine Partnerschaft mit der Universität Caen in der Normandie.

    Amüsantes gibt es auch zu entdecken auf den Tafeln. Unter anderem werden gängige Vorurteile genannt, die Deutsche und Franzosen gegeneinander hegen. „Unpünktlich“ und „arrogant“ sollen demnach die Franzosen sein, die Deutschen „Weltmeister im Händeschütteln“ und „Gartenzwergliebhaber“.

    Ausstellung geht auf Wanderschaft

    Beim Symposium in der Residenz kam die Ausstellung der Studierenden so gut an, dass sie bald auf Wanderschaft gehen wird. Der Bezirk Unterfranken will sie ebenso zeigen wie Gymnasien und andere Interessierte. Zu sehen ist sie außerdem im Oktober bei den Europa-Projekttagen des zentralen Alumni-Vereins sowie voraussichtlich Anfang 2014 im Würzburger Rathaus.

    „Wenn Schulen die Ausstellung zeigen möchten, können sie sich gern bei uns melden“, sagen die Studierenden. Sie können sich auch vorstellen, zusätzlich Vorträge oder kleine Workshops zum Thema deutsch-französische Freundschaft anzubieten. Einen ersten Eindruck von der Ausstellung können Interessierte unter www.elysee2013.de bekommen.

    Viel gelernt

    Bei der Arbeit an der Ausstellung haben sich die Studierenden nicht nur mit den Postern befasst. Auch um die Finanzierung haben sie sich gekümmert – und dabei so manches gelernt: „Bei der Sponsorensuche sollte man nicht nur E-Mails verschicken, sondern die potenziellen Geldgeber auch mal anrufen, das kann viel bewirken“, sagt Christian Gäbele, der sich hauptsächlich um die Finanzierung gekümmert hat.

    Realisiert wurde die Ausstellung mit finanzieller Unterstützung der Stadt Würzburg, der Sparkasse Mainfranken, der Druckerei EyeSee, des Institut Français, des Vogel-Verlags und der Initiative „Junge Europäer“.

    Kontakt

    Timo Lowinger, Institut für Politikwissenschaft und Soziologie, Universität Würzburg,
    T (0931) 31-84854, timo.lowinger@uni-wuerzburg.de

    Homepage der Ausstellung

    Weitere Bilder

    Zurück