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    Lernen endet nie

    23.04.2013

    Lebenslanges Lernen und Erwachsenenbildung im internationalen Vergleich: Das sind zwei Forschungsschwerpunkte von Regina Egetenmeyer. Seit diesem Semester ist sie Professorin für Erwachsenenbildung/Weiterbildung an der Universität Würzburg.

    Regina Egetenmeyer war Juniorprofessorin an der Uni Mainz. Jetzt lehrt und forscht sie in Würzburg. (Foto: privat)
    Regina Egetenmeyer war Juniorprofessorin an der Uni Mainz. Jetzt lehrt und forscht sie in Würzburg. (Foto: privat)

    Eine Ausbildung absolvieren, vom Betrieb übernommen werden und 45 Jahre später mit einer goldenen Uhr in den Ruhestand verabschiedet werden: Solche Lebensläufe gibt es heutzutage nur noch selten. „Die internationale und die regionale Mobilität wachsen. Menschen wechseln ihren Arbeitsplatz und ihren Arbeitgeber mehrfach im Laufe ihrer Karriere. Auch die privaten Interessen und das Engagement in Familie, Vereinen und Initiativen ändern sich im Laufe eines Lebens“, sagt Regina Egetenmeyer. Deshalb könne Bildung nicht mehr nur auf einen bestimmten Lebensabschnitt begrenzt sein. Gefragt ist: lebenslanges Lernen.

    Forschungsschwerpunkte

    Lebenslanges Lernen ist ein Forschungsschwerpunkt von Regina Egetenmeyer. Seit Anfang April ist sie Professorin für Erwachsenenbildung/Weiterbildung an der Universität Würzburg. Weitere Schwerpunkte von ihr sind die international-vergleichende Erwachsenenbildungsforschung, insbesondere Lernforschung. Darüber hinaus untersucht sie die Professionalisierung der Erwachsenenbildung und das informelle Lernen in betrieblichen Kontexten – also das eigeninitiierte, erfahrungsbasierte Lernen Erwachsener.

    Lernen Erwachsene anders als Jugendliche? „Es verändert sich vor allem die Art und Weise, wie Menschen mit zunehmendem Alter lernen“, sagt die Professorin. So nehme mit steigendem Alter das Lerntempo ab, und die reine Aufnahme neuer Informationen falle schwerer; zum Ausgleich nehme jedoch die Effektivität zu. „Menschen wählen mit zunehmendem Alter aus, was sie lernen möchten und was nicht. Sie knüpfen an ihre Lebenserfahrung und an ihr Vorwissen an“, so Regina Egetenmeyer. Der Anschluss an Bekanntes und der potenzielle Nutzen des Erlernten seien für Ältere wichtiger als für Jugendliche.

    Recht auf Bildung – auch im Alter

    Eine Alternative zum lebenslangen Lernen sieht Regina Egetenmeyer nicht. „Unsere Lebenswirklichkeit ändert sich ständig. Dadurch entstehen neue Anforderungen, aber auch Möglichkeiten“, sagt sie. Der Einzug moderner Informationstechnologien in unsere Gesellschaft und die damit beschleunigte Wissensproduktion, steigende Ausgaben von Staat und Wirtschaft in Forschung und Entwicklung, der demographische Wandel: Dies alles sind ihrer Ansicht nach Faktoren, die Weiterbildung und Weiterdenken auch bis ins hohe Alter erforderlich machen. „Deshalb sind nicht nur jeder und jede Einzelne aufgefordert, lebenslang zu lernen. Eine Gesellschaft sollte auch jedem und jeder das Recht auf Bildung ermöglichen“, sagt sie.

    Teilnahme an Bildung bedeute letztlich gesellschaftliche Teilhabe. Bildung geschieht nicht automatisch, wo es nicht Routine ist, sagt die Wissenschaftlerin. Wer frühzeitig negative Erfahrungen im Bildungswesen gemacht hat – sei es in der Schule, sei es in der Ausbildung –, der sei später kaum noch dazu bereit, am außerinstitutionellen lebenslangen Lernen teilzunehmen, zeigen diverse Studien. Lebenslanges Lernen habe tiefe emotionale und innere Züge: Wann sich jemand dafür, wann dagegen entscheide, hänge stark vom persönlichen Selbstbild und den persönlichen Zumutungen ab. „Angesicht unserer demografischen Entwicklung wird es eine Herausforderung für uns alle darstellen, möglichst alle zu integrieren“, sagt Egetenmeyer. Aufgabe für das Bildungswesen sei es deshalb, Menschen für lebenslanges Lernen zu begeistern. Denn: „Bildung und lebenslanges Lernen sind untrennbar miteinander verbunden.“

    Zur Person

    Regina Egetenmeyer hat an den Universitäten Würzburg und Köln Erziehungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Erwachsenenbildung auf Diplom sowie Soziologie, Psychologie und Indonesische Philologie studiert. Danach war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Duisburg-Essen und dem Deutschen Institut für Erwachsenenbildung. In ihrer Doktorarbeit verglich sie das informelle Lernen am Arbeitsplatz in drei verschiedenen Ländern. 2010 wurde sie zur Juniorprofessorin für Lebenslanges Lernen an der Universität Mainz ernannt.

    Kontakt

    Prof. Dr. Regina Egetenmeyer, T: (0931) 31 83898,
    E-Mail: regina.egetenmeyer@uni-wuerzburg.de

    Links

    www.erwachsenenbildung.uni-wuerzburg.de

    www.adult-education.info

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