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    einBLICK - Online-Magazin der Universität Würzburg


    Ausgabe 45 vom 11. Dezember 2007


    Museen brauchen Mäzene

    „Das Martin-von-Wagner-Museum ist eine der bedeutendsten universitären Kunstsammlungen überhaupt, es steht der in Oxford kaum nach.“ Mit diesen Worten würdigte Bayerns Kunst- und Wissenschaftsminister Thomas Goppel das Museum der Universität Würzburg. Anlass war ein Festakt zum 150. Jubiläum des Museums am Abend des 4. Dezember in der Neubaukirche.

    Seinen hohen Rang verdankt das Uni-Museum vor allem dem Künstler und Kunstsammler Martin von Wagner, welcher der Universität am 7. Dezember 1857 seinen gesamten Kunstbesitz übereignete. Der gebürtige Würzburger verbrachte einen Großteil seines Lebens als Kunstagent in Rom, wo er im Auftrag des bayerischen Königs Ludwigs I. tätig war. Durch seine Aktivitäten sind auch die Münchener Glyptothek und Antikensammlung im Besitz von Stücken, die heute als Hauptwerke des Hauses gelten. Darauf wies dessen Direktor, Professor Raimund Wünsche, in seiner Festrede hin.

    Gruppenfoto der Festredner. Foto: Robert EmmerichDer Münchener Archäologe stellte in seinem unterhaltsamen Vortrag unter anderem Martin von Wagner als „grummeligen, fast nicht gesellschaftsfähigen“ Menschen vor, der aber dank seiner Liebe zur Kunst und seines Verhandlungsgeschickes so manches wertvolle Objekt für König Ludwig erwarb.

    Beim Festakt zum 150. Jubiläum des Martin-von-Wagner-Museums in der Neubaukirche (von links): Professor Stefan Kummer, Universitätspräsident Axel Haase, Bürgermeister Adolf Bauer, Paul Beinhofer, Regierungspräsident von Unterfranken, Professor Ulrich Sinn, Bayerns Kunst- und Wissenschaftsminister Thomas Goppel. Foto: Robert Emmerich

     

    Auch den Kunsthandel, wie er sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Rom abspielte, ließ Wünsche aufleben – zum Beispiel so: „Mit den Preisen ging es ständig auf und ab. Kam ein Franzose in der Stadt an, stiegen sie. Kamen zwei Russen dazu, stiegen sie noch stärker. Reiste dann einer ab, fielen die Preise sofort wieder.“

    Auch Professor Ulrich Sinn, geschäftsführender Vorstand des Martin-von-Wagner-Museums, richtete in seiner Begrüßungsansprache zunächst den Blick in die Vergangenheit, nach München: Denn ohne das Ministerium, dem Thomas Goppel heute vorsteht, wäre es wohl gar nicht erst zur Schenkung Martin von Wagners gekommen. „Der akademische Senat hatte 1832 die Einrichtung eines Museums an der Universität abgelehnt, doch das Ministerium ordnete sie dann postwendend an.“ Heute sei das Wagner-Museum nicht nur eine Institution für Forschung und Lehre, sondern wirke auch in die Öffentlichkeit, in die Stadt und in die Region hinaus.

    Diese Einschätzung teilt Bürgermeister Adolf Bauer, der die Geburtstagsgrüße der Stadt überbrachte. Das Besondere am Universitätsmuseum sei auch, dass es die „Traditionslinien unserer Kultur bis in die Antike zurückverfolgt.“ Bauer äußerte den Wunsch, dass möglichst viele Menschen Martin von Wagner nachahmen sollten, dass sie Sammler und Mäzene sein sollten.

    Die große Bedeutung, die Stifter und Sponsoren für das Wagner-Museum haben, stellte Universitätspräsident Axel Haase in den Mittelpunkt seiner Grußworte. Der Museumsarbeit kommen unter anderem der 1967 vom Bankhaus Reuschel & Co eingerichtete Reuschel-Fonds und seit 2006 der speziell an die Antikenabteilung gerichtete Margarete-Gundlach-Fonds in der Wilhelm-H.-Ruchti-Stiftung zu Gute. Aber auch Privatpersonen, Unternehmen und andere Sponsoren wie der Universitätsbund gehören zu den Unterstützern.

    Professor Stefan Kummer, Leiter der Neueren Abteilung des Museums, führte schließlich kurz in die neue Sonderausstellung ein, die sich mit Martin von Wagner befasst. „Die letzte Ausstellung über unseren Mäzen gab es 1977, zu seinem 200. Geburtstag“, so der Kunsthistoriker. Damals sei das eigene Schaffen Wagners im Mittelpunkt gestanden, doch in der aktuellen Sonderschau gehe es um Wagner als Kunstsammler und Mäzen. Der Kunstagent des Königs habe dem Museum unter anderem 10.000 Handzeichnungen hinterlassen – „das kann man nicht Alles zeigen, da ist eine strenge Auswahl nötig“, wie Kummer betonte.

    Für Musik sorgte bei dem Festakt ein Trio: Verena Fischer (Traversflöte), Stefan Fuchs (Barockcello) und Henrike Seitz (Cembalo). Im Anschluss konnten die Gäste bei einem Empfang einen ersten Blick in die Sonderausstellung „Johann Martin von Wagner – Künstler, Sammler und Mäzen“ werfen. Die Schau verteilt sich auf beide Abteilungen des Martin-von-Wagner-Museums im Südflügel der Residenz.

    „Johann Martin von Wagner – Künstler, Sammler und Mäzen“. 5. Dezember bis 24. Februar, Dienstag bis Samstag 10 bis 13.30 Uhr in der Gemäldegalerie, 13.30 bis 17 Uhr in der Antikenabteilung, Sonntag 10 bis 13.30 Uhr in beiden Abteilungen. Montag geschlossen. Eintritt frei; Kontakt über die Telefonnummern (0931) 31-2288 (Kasse), 31-2866, 31-2282, 31-2283 und 31-2273.

    Zur Ausstellung gibt es einen Katalog:

    Stefan Kummer/Ulrich Sinn (Hrsg.), „Johann Martin von Wagner – Künstler, Sammler und Mäzen“, 238 Seiten mit 174 Farb- und 21 Schwarz-Weiß-Abbildungen, Ergon-Verlag, Würzburg 2007

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    Expertin für Völker- und Europarecht

    Stefanie Schmahl ist neue Professorin an der Juristischen Fakultät

    Der Lehrstuhl für deutsches und ausländisches öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht an der Uni Würzburg ist seit diesem Wintersemester mit Stefanie Schmahl besetzt. Die Professorin hat die Nachfolge von Dieter H. Scheuing angetreten.

    Stefanie Schmahl ist neue Professorin an der Juristischen FakultätIn der Lehre bietet die 38-jährige Rechtswissenschaftlerin Vorlesungen, Übungen und Seminare im öffentlichen Recht, Völkerrecht und Europarecht an, um die Studierenden vor allem auf die Erste Juristische Prüfung einschließlich der Prüfung im Schwerpunktbereich „Europäisches öffentliches Recht und Völkerrecht“ vorzubereiten. Außerdem wirkt sie an den Lehrangeboten im Begleit- und im Aufbaustudium im Europäischen Recht mit.

    In der Forschung widmet sie sich im Bereich des Staatsrechts vor allem dem Grundrechtsschutz, der bundesstaatlichen Ordnung und den Bezügen des deutschen Staatsrechts zum Völker- und Europarecht. Unter anderem wirkt sie als Autorin an einem Kommentar zum Grundgesetz mit.

    Beim Völkerrecht gilt ihr besonderes Interesse dem regionalen und universellen Schutz der Menschenrechte, dem humanitären Völkerrecht, dem Recht der Internationalen Organisationen und den Fragen der Terrorismusbekämpfung. Auf diesen Gebieten nimmt Stefanie Schmahl regelmäßig als Referentin an nationalen und internationalen Konferenzen teil. Sie kommentiert zudem einige Stichworte im rechtswissenschaftlichen Nachschlagewerk Max-Planck-Encyclopedia of Public International Law.

    Auf dem Gebiet des Europarechts beschäftigt sich die neue Professorin insbesondere mit den Grundfreiheiten des Binnenmarktes und mit einigen speziellen Politikfeldern der Europäischen Gemeinschaft. So ist sie zum Beispiel Mitautorin bei einem Handbuch zum Europäischen Medienrecht. Außerdem befasst sie sich mit der Verzahnung der nationalen, europäischen und internationalen Gerichtsbarkeit (Rechtsschutzfragen) einschließlich ihrer Auswirkungen auf die berufliche Praxis. In diesem Rahmen wirkt sie unter anderem an einem Kompaktkommentar zum Anwaltlichen Berufsrecht mit, der neben nationalen auch europäische Rechtsfragen zum Gegenstand hat.

    Stefanie Schmahl wurde 1969 in Mainz geboren. Sie studierte Rechtswissenschaften in Mainz, Heidelberg und Genf, dort als Stipendiatin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Ihre Staatsexamina legte sie 1993 und 1997 in Rheinland-Pfalz ab, außerdem erhielt sie ein Diplom in Rechtsvergleichung von der Académie Internationale de Droit Comparé in Straßburg. Ihren Master in Rechtswissenschaften, den LL.M., machte sie im Rahmen des europäischen Erasmus-Programms mit einem Postgraduierten-Stipendium an der Universidad Autόnoma in Barcelona. 1996 promovierte sie in Mainz, 2004 habilitierte sie sich dann an der Universität Potsdam. In den folgenden Jahren übernahm sie Lehrstuhlvertretungen in Tübingen, Regensburg, Bremen und Düsseldorf, bis sie schließlich zum Wintersemester 2007/08 dem Ruf an die Juristische Fakultät der Universität Würzburg folgte.

    Kontakt: Prof. Dr. Stefanie Schmahl, LL.M., T (0931) 31-2323, schmahl@jura.uni-wuerzburg.de

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    Weihnachtskonzert am Freitag

    Die Universität lädt zu ihrem Weihnachtskonzert am Freitag, 14. Dezember, in die Neubaukirche ein. Unter dem Motto „Es kommt der Herr der Herrlichkeit“ musizieren ab 20 Uhr Kammer- und Extrachor der Universität unter der Leitung von Hermann Freibott, das Akademische Orchester sowie Bernhard Janz an der Orgel. Die Gesamtleitung hat Markus Popp, zur Aufführung kommen unter anderem Werke von Händel, Bach und Mozart. Karten zu sechs Euro gibt es im Vorverkauf in den Räumen 12 und 13 der Universität am Sanderring sowie an der Abendkasse. Einlass ist ab 19 Uhr.

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    Suchtforscher stellen Ergebnisse vor

    Das Interdisziplinäre Zentrum für Suchtforschung der Universität Würzburg (IZSW) lädt am Mittwoch, 19. Dezember, interessierte Fachleute und Laien zur öffentlichen Präsentation wissenschaftlicher Projekte ein. Die Vorträge laufen von 16.30 bis 19.00 Uhr im Hörsaal der Universitätsnervenklinik in der Füchsleinstraße 15; der Eintritt ist frei.

    Fruchtfliegen haben eine Vorliebe für Alkohol. Warum das so ist, beschreibt eine Arbeitsgruppe vom Lehrstuhl für Genetik des Biozentrums. Ein Gastwissenschaftler von der Uni Bamberg referiert dann über die Giftwirkung von Alkohol auf das reifende Gehirn bei Kindern und Jugendlichen.

    Anschließend wird eine klinische Studie vorgestellt, bei der die Erholung des Gehirns bei abstinenten Alkoholkranken im Mittelpunkt steht. Den Abschluss bilden zwei Vorträge aus Würzburger Forschergruppen. Es geht dabei um die Messung der Hirnfunktion bei alkoholabhängigen Patienten und um die Wirkung spezifischer Hinweisreize bei Rauchern.

    Die kostenfreie Tagung berechtigt zum Erwerb von drei Punkten im Rahmen der allgemeinen ärztlichen Fortbildung. Das Programm gibt es hier als pdf-Datei.

     

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    Erste Chem-SyStM war großer Erfolg

    Studierende organisierten Tagung mit Posterausstellung

    „Ihr müsst aus euren Boxen herauskommen!“ Diese Aufforderung richtete Professor Helmut Ringsdorf nicht etwa an zu lahme Formel-1-Piloten, sondern an Studierende der Uni Würzburg. Und mit Boxen meinte er das, was alle Chemiker unter diesem Wort verstehen, nämlich die Arbeitsplätze im Labor.

    Ringsdorf schloss mit seinem Vortrag eine Tagung ab, die an der Universität zum ersten Mal stattgefunden hatte, die Chem-SyStM der Würzburger Chemie. „Aus den Boxen kommen“ – damit forderte der Mainzer Professor dazu auf, über den Tellerrand der Chemie hinauszublicken. Dass den Jungchemikern der Universität das bereits gelungen ist, haben sie am 4. Dezember mit ihrer Veranstaltung eindrucksvoll bewiesen.

    Noch vor drei Monaten war die Chem-SyStM, das Chemie-Symposium der Studierenden Mainfrankens, nicht mehr als eine vage Idee der Mitglieder des Jungchemikerforums (JCF) Würzburg gewesen: Mit einem interdisziplinären Symposium für Chemie und angrenzende Gebiete wie Pharmazie, Biochemie, Lebensmittelchemie und Materialwissenschaften wollten sie für frischen Wind und fachlichen Austausch zwischen allen Bereichen sorgen. Also boten sie Doktoranden, Diplomanden und Studierenden eine Plattform, um mit Posterpräsentationen und kurzen Vorträgen ihre Arbeitsgebiete und Forschungsergebnisse vorzustellen. Dass dieses Angebot sehr gut angenommen wurde, bewiesen die 94 aktiven Teilnehmer der Chem-SyStM. Mit dieser Zahl von Referenten und Posterausstellern muss sich die noch junge Würzburger Veranstaltung vor etablierten internationalen Tagungen nicht verstecken.

    Die Preisträger und Juroren der Chem-SystM2007. Foto: Sandra Schinzel

    Die Preisträger und Juroren der Chem-SyStM 2007 (von links): Professor Helmut Ringsdorf, Manuel Renz, David Scheschkewitz, Jennifer Nätscher, Andreas Öchsner, Kathrin Götz, Peter Wich, Miriam Gnadt, Professor Ingo Fischer, Marina Safont, Benjamin Waibel, Barbara Geibel, Andreas Irmer, Professor Siegfried Neumann, Professor Carsten Schmuck, Sebastian Schlund und Professor Gerd Müller. Foto: Sandra Schinzel

     

    Ein erster Höhepunkt der Tagung waren die „Appetithäppchen“, Vorträge von drei Minuten Dauer, in denen einige Teilnehmer ihre Poster dem Plenum schmackhaft machten. Während der dreistündigen Posterpräsentation zeigte sich dann, dass die rund 250 Besucher sehr interessiert an der Ausstellung waren. Auch Vertreter der Chemieunternehmen Merck, BASF, Wacker und Chemetall informierten über die Forschung ihrer Firmen. Sie standen zudem dem Würzburger Chemiker-Nachwuchs Rede und Antwort über berufliche Einstiegsmöglichkeiten und die Anforderungen in der Industrie.

    Im Abschlussvortrag wies Ringsdorf auf einige Missstände im Forschungsland Deutschland hin. Unter anderem kritisierte er den seiner Meinung nach zu hierarchischen Aufbau der Universitäten: Oft würden zum Beispiel Doktorväter auf einem zu hohen Ross sitzen und sich zu wenig um ihre Doktoranden kümmern. Auch den staatlichen Wettbewerb um die deutschen Elite-Universitäten nahm der Professor kritisch in Augenschein. Man könne nicht durch die Vergabe staatlicher Gelder eine Elite bestimmen, diese müsse sich vielmehr von selbst über Jahre hinweg entwickeln.

    Zum Ende der Chem-SyStM 2007 wurden für die besten Posterpräsentationen Preise verliehen, ausgewählt von einer Jury aus zahlreichen Professoren der Fakultät. Die Auszeichnungen gingen an Jennifer Nätscher, Andreas Öchsner, Kathrin Götz, Peter Wich, Miriam Gnadt, Marina Safont, Benjamin Waibel, Barbara Geibel, Andreas Irmer und Sebastian Schlund. Sie bekamen Urkunden und jeweils 100 Euro, gesponsert von der Firma Merck KGaA (Darmstadt). Eigentlich aber hätten alle Poster einen Preis verdient, wie Professor Ingo Fischer im Namen der Jury anmerkte.

    Das Jungchemikerforum strebe eine Neuauflage der Tagung im kommenden Jahr an, sei dabei aber stark auf das Engagement Freiwilliger angewiesen, so die Organisatoren. Die Grundvoraussetzungen jedenfalls seien gelegt, und der Ablauf der ChemSyStM 2007 mache ganz einfach Lust auf mehr.

    Viktoria Geßner

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    Virtuelle Blicke in Würzburgs Vergangenheit

    Drei neue digitale Projekte gibt es auf der Portalseite www.franconica-online.de, präsentiert vom Team um Professor Jürgen Albert (Lehrstuhl für Informatik II der Uni Würzburg) und der Abteilung Handschriften und Alte Drucke der Universitätsbibliothek. Sie setzen jeweils unterschiedliche Schwerpunkte.

    Zoomtechniken stehen im Mittelpunkt der „Papsturkunden aus dem Benediktinerkloster Sankt Stephan in Würzburg“. Zehn Bleibullen aus der Zeit zwischen 1236 und 1452 bieten Einblicke in das päpstliche Urkundenwesen des Spätmittelalters und die wechselvolle Geschichte des größten und lange Zeit bedeutendsten Würzburger Klosters. Kleine Videoclips veranschaulichen den Auffaltevorgang der Urkunden, den der Forscher im Archiv erst einmal zu bewältigen hat, denn die mitunter sehr großformatigen, auf zähes Pergament geschriebenen Papsturkunden liegen in der Regel gefaltet vor. Was in der Realität viel Geschick und Fingerspitzengefühl erfordert, funktioniert nun am Bildschirm ganz simpel.

    Virtuell in historischen Büchern blättern

    Virtuell in wertvollen historischen Büchern blättern – das Internet-Projekt Franconica-Online macht’s möglich.

    Das nächste Projekt bewegt in einer echten 3D-Animation das Rundbuch des Fürstbischofs Julius Echter. Vor Jahresfrist meldete die Universitätsbibliothek, dass es durch die Vermittlung von Professor Walter Eykmann und mit Unterstützung der Bayerischen Landesstiftung überraschend gelungen war, das bislang nur wenigen Spezialisten bekannte einzige kreisrunde Buch der Renaissance aus der ehemaligen Hofbibliothek des Würzburger Fürstbischofs bei Christie‘s in New York zu ersteigern und an seinen Entstehungsort zurückzuführen. Die im Rahmen eines studentischen Projektpraktikums erarbeitete Online-Präsentation des Rundbuches ermöglicht es jetzt allen Wissenschaftlern, Studierenden und sonstigen Interessierten weltweit, dieses Kuriosum kennen zu lernen und die außergewöhnliche Buchbindekunst, die dahinter steht, in Text, Bild und Animation nachzuvollziehen.

    Ein „alter Bekannter“ begegnet den Nutzern des Portals Franconica-Online schließlich im dritten Projekt, bei dem die Chronik der Bischöfe von Würzburg, verfasst vom bischöflichen Sekretär und Archivar Lorenz Fries (1489/91-1550), in neuem Gewand und mit neuen Techniken aufbereitet wurde. Ins aktuelle Corporate Design der Universität gegossen, bietet die Online-Version ein Instrumentarium zur Nutzung dieser Prachthandschrift, das in dieser Form einmalig ist:

    • fehlertolerante Volltextsuche sowie vielfältige Navigationselemente und Zoom-Möglichkeiten,
    • eine Doppellupe und Überblendungen für das Lesen der alten Schreibschrift durch Vergleich mit der Transkription, also der Übertragung der Handschrift in unsere heutige Schrift,
    • Doppelseitenansicht und Blätteranimation, die die Handschrift in ihrer Körperlichkeit und Text-Bild-Komposition authentisch vermittelt.

    Die hier entwickelte Oberfläche bietet erstmalig den künftigen Standard für die Web-Präsentation besonders wertvoller Bücher der Universitätsbibliothek an.

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    Neue Nachwuchsgruppe am Rudolf-Virchow-Zentrum

    Neu am Rudolf-Virchow-Zentrum: Heike HermannsWie Zytokine Signale von der Zelloberfläche ins Innere der Zellen weitergeben und so Entzündungsreaktionen regulieren – das will die Wissenschaftlerin Dr. Heike Hermanns (Foto) am Rudolf-Virchow-Zentrum erforschen. Seit August ist die 36-jährige Biologin als Nachwuchsgruppenleiterin am DFG-Forschungszentrum der Uni Würzburg tätig. Ihr Ziel: Die grundlegenden Prozesse verstehen, damit bessere Therapien entwickelt werden können. Denn eine fehlgesteuerte Signalübertragung durch Zytokine kann zu chronischen Entzündungen, zu Autoimmunerkrankungen und auch zu Krebs führen.

    Die Signalübertragung durch Zytokine ist komplex. Spannend ist vor allem die Spezifität der immunmodulierenden Proteine: Sie dringen nicht selbst in die Zellen ein, sondern binden an Rezeptoren auf der Zelloberfläche, die dann eine spezifische Reaktion in der Zelle auslösen. Dabei können verschiedene Proteine über denselben Rezeptor unterschiedliche Reaktionen hervorrufen – so, als würde dieselbe Telefonnummer zu unterschiedlichen Anschlüssen führen, je nachdem, wer sie wählt.

    Heike Hermanns ist für das Thema gut gewappnet: Seit ihrer Diplomarbeit an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen am Institut für Biochemie bei Professor Peter Claus Heinrich beschäftigt sie sich mit Zytokinen und deren Wirkungen. Ihre Doktorarbeit, ebenfalls in Aachen, schloss sie dabei sogar mit Auszeichnung ab und erhielt die Borchers-Plakette. Auf Grund ihrer Leistungen nahm sie die RWTH Aachen vor zwei Jahren in das Förderprogramm Tandem-Plus für Nachwuchswissenschaftlerinnen auf ihrem Weg zur Professur auf. Diesen Weg setzt sie nun am Rudolf-Virchow-Zentrum mit ihrer eigenen Arbeitsgruppe fort. Für die sucht die Forscherin noch Diplomanden, Master-Studierende und Doktoranden.

    Sonja Jülich,
    Leiterin Öffentlichkeitsarbeit des Rudolf-Virchow-Zentrums

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    T-Shirt der Uni preisgekrönt

    Der neue Uni-Shop ist erst wenige Wochen jung, hat aber schon jetzt eine Auszeichnung eingeheimst: Beim Campus-T-Shirt-Wettbewerb des Magazins Zeit Campus landete das „Traditional Style T-Shirt“ der Uni Würzburg auf dem dritten Platz.

    Preisgekrönt: Das Die Freude über diesen Erfolg will das studentische Uni-Shop-Team mit seinen Kunden teilen. Es bietet das preisgekrönte T-Shirt ab Dienstag, 11. Dezember, bis Weihnachten für 12 statt 14 Euro an. Auch andere Artikel sind in der Adventszeit im Preis reduziert.

    Die Öffnungszeiten des Uni-Shops am Sanderring, gleich beim Haupteingang: Dienstag 14 bis 18 Uhr, Mittwoch 12:30 bis 16:30 Uhr und Donnerstag 14 bis 19 Uhr. Im Foyer der Hubland-Mensa ist der Uni-Shop am Mittwoch, 19. Dezember, ab 10 Uhr mit einem Stand vertreten. Der Shop im Internet: www.shop.uni-wuerzburg.de

    Zum schönsten deutschen Uni-T-Shirt kürte die Jury übrigens ein Hemdchen von der Humboldt-Uni Berlin. Den zweiten Platz belegte die Technische Universität München; Rang vier teilen sich die Universität Tübingen und die European Business School. Einen Sonderpreis erhielt die TU Dresden für ihr Baby-T-Shirt. Insgesamt hatte die Zeit Campus-Redaktion T-Shirts von 23 Hochschulen für den Wettbewerb ausgewählt.

    Der Jury gehörten unter anderem der Modedesigner Michael Michalsky, die Strenesse-Juniorchefin Viktoria Strehle und Florian Hufnagl an, der Leiter der Designabteilung der Pinakothek der Moderne in München. Mit dabei war auch Marc Schwieger, Managing Director der Werbeagentur Scholz & Friends.

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    Forschungspreis für Kardiologen

    Patienten mit Diabetes haben ein höheres Risiko, Herzinfarkte oder Schlaganfälle zu erleiden. Eine mögliche Ursache dafür konnten Mediziner von der Universität Würzburg benennen: Sie fanden heraus, dass bei Diabetikern Anzahl und Funktion der so genannten endothelialen Vorläuferzellen vermindert sind. Diese Zellen spielen bei Reparaturvorgängen in den Blutgefäßen eine wichtige Rolle. Darum kann der Befund der Wissenschaftler die verstärkte Arteriosklerose und das vermehrte Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Diabetikern erklären.

    Der Kardiologe Johann BauersachsPrivatdozent Johann Bauersachs und seine Arbeitsgruppe haben zudem auch die Mechanismen geklärt, die bei Diabetes für die verminderte Zahl und Funktion der Vorläuferzellen verantwortlich sind. Das könnte eine Basis für zukünftige therapeutische Ansätze bieten. Ihre Erkenntnisse haben die Kardiologen im März 2007 in der angesehenen Zeitschrift Diabetes der Amerikanischen Diabetes Association veröffentlicht.

    Für diese Leistung erhielt Bauersachs am 8. Dezember in Berlin von der Stiftung „Der herzkranke Diabetiker“ deren Förderpreis 2007. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung bekommt er gemeinsam mit Thomas Thum und weiteren Arbeitsgruppenmitgliedern verliehen. Überreicht wurde ihm der Preis auf der VII. Jahrestagung „Der herzkranke Diabetiker“.

    Johann Bauersachs ist Oberarzt der Kardiologie an der Medizinischen Klinik und Poliklinik I der Universität Würzburg. Außerdem ist er wissenschaftlicher Sekretär des Würzburger Sonderforschungsbereichs 688 (Mechanismen und Bildgebung von Zell-Zell-Wechselwirkungen im kardiovaskulären System).

    „Endothelial Nitric Oxide Synthase Uncoupling Impairs Endothelial Progenitor Cell Mobilization and Function in Diabetes“, Thomas Thum, Daniela Fraccarollo, Maximilian Schultheiss, Sabrina Froese, Paolo Galuppo, Julian D. Widder, Dimitrios Tsikas, Georg Ertl, and Johann Bauersachs. Diabetes Vol. 56, März 2007, Seiten 666-674.

    Kontakt: PD Dr. Johann Bauersachs, T (0931) 201-36327, bauersachs_j@medizin.uni-wuerzburg.de

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    Neue Bauelemente für die Mikroelektronik realisiert

    Mit gleich zwei Preisen wurde Lukas Worschech, Privatdozent am Physikalischen Institut der Universität Würzburg, in diesen Tagen ausgezeichnet: Am 8. Dezember bekam er in München den mit 4.000 Euro dotierten Arnold-Sommerfeld-Preis der Bayerischen Akademie der Wissenschaften verliehen. Nur zwei Tage danach nahm er, stellvertretend für die Arbeitsgruppe Nanoelektronik des Lehrstuhls für Technische Physik, den Paul-Rappaport-Preis der Electronic Device Society der USA entgegen. Beiden Auszeichnungen liegen Arbeiten für ein neues Bauelement der Mikroelektronik und seine Anwendung in der Informationstechnologie zugrunde.

    erhält in diesen Tagen gleich zwei Preise: Lukas Worschech Ob es um Handys, Computer oder Autotechnik geht: Die moderne Halbleiter-Mikroelektronik basiert auf der Vernetzung von Feldeffekt-Transistoren. Diese Basis-Schaltelemente sollen mit enormem technologischem Aufwand kleiner und kleiner gemacht werden – antreibende Kraft dafür ist die Nachfrage nach immer kompakteren Prozessoren.

    Dieser zunehmenden Miniaturisierung sind allerdings Grenzen gesetzt. Bei der Erhöhung der Packungsdichte von Mikroelektronik-Schaltungen bereitet nicht nur die Reduzierung der Abmessungen technische Probleme; auch die Wärmeentwicklung macht Sorgen. Darum suchen Wissenschaftler intensiv nach neuen Konzepten, um diese negativen Effekte zu verringern. Die Arbeiten von Worschech haben zu dieser Thematik wichtige Beiträge geliefert. Es gelang ihm, ein neues Bauelement bis zur Prototyp-Reife zu konzipieren und zu entwickeln. Beim Passieren dieses so genannten Y-Transistors werden Elektronen an Störstellen nicht gestreut und entwickeln deshalb weniger Wärme.

    Im Laufe der Arbeiten, die sich über mehrere Jahre erstreckten, konnte der Würzburger Physiker in kleinen Transistoren zusätzliche Schalteffekte beobachten, die auf Quanteneffekten beruhen. Diese Effekte nutzte das Team der Technischen Physik aus, um ein weiteres neues Bauelement herzustellen: einen so genannten monolithischen, ohne externe Elektroden gesteuerten Halbaddierer, der lediglich aus zwei Y-Transistoren besteht. Auch ein Volladdierer wurde realisiert. Die preisgekrönte Arbeit wurde 2006 im Fachblatt IEEE Transactions on Electron Devices veröffentlicht. Sie war die beste von 350 Arbeiten und wurde nun in den USA ausgezeichnet. Die Autoren sind Billy Lau, David Hartmann, Lukas Worschech und Alfred Forchel.

    Lukas Worschech hat an der Universität Würzburg Physik studiert und sich hier 2002 auch habilitiert, nachdem er mit einem Hans-Zehetmair-Stipendium ausgezeichnet worden war. Derzeit ist er Gruppenleiter am Lehrstuhl für Technische Physik, der von Professor Alfred Forchel geleitet wird. Worschech arbeitet nun weiter daran, die Abmessungen der von ihm entwickelten Bauelemente und Schaltungen zu verkleinern.

    Kontakt: PD Dr. Lukas Worschech, T (0931) 888-5813, E-Mail: worschech@physik.uni-wuerzburg.de

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    Ohrfeige für die Geisteswissenschaften

    Bei der feierlichen Jahressitzung der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München wurde unter anderem der Würzburger Physiker Lukas Worschech mit dem Arnold-Sommerfeld-Preis ausgezeichnet (siehe vorherigen Bericht). Akademiepräsident Professor Dietmar Willoweit, Rechtswissenschaftler von der Universität Würzburg, verlieh die Preise und Medaillen vor rund 1.000 Ehrengästen aus Wissenschaft, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft.

    Ausführlich setzte sich Willoweit in seiner Ansprache mit einer Äußerung der Bundesministerin für Bildung und Forschung auseinander. Annette Schavan (CDU) hatte angekündigt, die Leopoldina zur Deutschen Akademie der Wissenschaften zu erheben. Willoweit bezeichnete diesen Plan als „schallende Ohrfeige“ für die deutschen Länderakademien und für die Geisteswissenschaften im Besonderen. Denn die Leopoldina ist eine Akademie der Naturforscher. Nach ihrer Ausrufung zur Deutschen Akademie schlechthin und der vorangegangenen Errichtung einer Deutschen Akademie für Technikwissenschaften wäre nunmehr die Gründung einer Deutschen Akademie für Geisteswissenschaften nur konsequent. Willoweit betonte, dass die deutschen Länderakademien eine solche Entwicklung gerade nicht wünschten. Wenn aber der sich abzeichnende Weg nicht gangbar sei, dann müsse man das Gespräch über das längst ausgehandelte und fertig vorliegende Konzept einer Deutschen Akademie der Wissenschaften wieder aufnehmen.

    Den Festvortrag hielt Professor Martin Lohse, Inhaber des Lehrstuhls für Pharmakologie an der Universität Würzburg und Leiter des Rudolf-Virchow-Zentrums/DFG-Forschungszentrums für Experimentelle Biomedizin. Er sprach zum Thema „Dem Herzen auf die Sprünge helfen. Forschungen für neue Therapien.“

    In vielen Kulturen und Religionen gilt das Herz als das Zentrum des Lebens, das auch eine besondere Bedeutung vor allem für die Gefühlswelt hat. Die modernen Biowissenschaften und Medizin scheinen diesem Organ viel von seiner Bedeutung genommen zu haben: Sie haben Geist und Gefühl, aber auch die Definition des Lebensendes an das Gehirn gebunden. Das Herz dagegen bezeichnen sie zum Teil als mechanische Blutpumpe.

    Doch Lohse zeigte in seinem Vortrag, dass sich das Herz als viel „intelligenter“ erwiesen hat als bisher angenommen und dass es auf komplizierte Weise mit dem Gesamtorganismus kommuniziert. Die Therapie von Herzerkrankungen gelinge vor allem, indem sie Fehlfunktionen in dieser Kommunikation korrigiert. Lohses Ausblick in die Zukunft galt den Versuchen, über ein grundlegendes Verständnis der Biologie des Herzens neue Wege zum Erhalt seiner Funktion und vielleicht sogar zu seiner Regeneration zu finden.

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    Der Biologie-Laborant Thomas Fischer bei seiner Ehrung mit dem IHK-Präsidenten Claus Bolza-Schünemann (rechts). Foto: privat
    Der Biologie-Laborant Thomas Fischer bei seiner Ehrung mit dem IHK-Präsidenten Claus Bolza-Schünemann (rechts). Foto: privat


    Bester Biologie-Laborant aus Würzburg

    Kein anderer im ganzen Freistaat hat die Prüfung so gut geschafft wie er: Der Biologie-Laborant Thomas Fischer, der seine Ausbildung am Lehrstuhl für Toxikologie der Uni Würzburg absolvierte, wurde am 7. Dezember als bayernweit bester Prüfling seines Jahrgangs ausgezeichnet. Schon im September war er Kammersieger im Bereich der IHK Würzburg-Schweinfurt geworden. Fischer ist derzeit noch als Laborant am Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Uni tätig, hat sich aber für einen Studienplatz in Medizin beworben.

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    Reisestipendien für die USA

    Wer im Studienjahr 2008/09 an einer Hochschule in den USA studieren möchte, kann sich jetzt um ein Fulbright-Reisestipendium bewerben. Die Bewerbungsfrist endet am 21. Januar. Angesprochen sind Studierende und Graduierte, die ihren USA-Aufenthalt selbst oder mit Hilfe Dritter – zum Beispiel über deutsch-amerikanische Hochschul-Partnerschaftsprogramme – arrangieren und finanzieren. Ein Fulbright-Reisestipendium umfasst die Flugreisekosten hin und zurück, die Teilnahme an einem zweitägigen Vorbereitungsseminar, die gebührenfreie Visabeantragung und die Teilnahme an Tagungen für internationale Fulbright-Stipendiaten in den USA. Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.fulbright.de/tousa/stipendien

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    Unterstützung für bedürftige Studentinnen

    Studieren ist nicht einfach und auch kein billiges Unternehmen. Oft genug sehen sich bedürftige Studierende gezwungen, neben der Finanzierung durch die Eltern oder nach dem BAföG weitere Geldquellen zu erschließen. Wenigstens für einen Teil der Betroffenen steht an der Universität Würzburg seit 2007 eine neue Möglichkeit der finanziellen Unterstützung offen: In diesem Jahr wurde der Dr.-Romana-Schott-Fonds ins Leben gerufen. Aus ihm können bedürftige sowie fachlich und charakterlich geeignete Studentinnen aus allen Fachbereichen der Universität eine finanzielle Zuwendung erhalten.

    Der Fonds geht auf ein stattliches Vermögen zurück, das Dr. Romana Schott der Universität vererbt hat. Die elternlos aufgewachsene Frau war zunächst als Lehrerin tätig, bevor sie nach dem Zweiten Weltkrieg das Medizinstudium in Würzburg aufnahm. Schließlich arbeitete sie viele Jahre lang erfolgreich als Ärztin am Juliusspital und gelangte zu Ansehen und Wohlstand. An diesem Wohlstand wollte sie durch ihr Testament diejenigen Studentinnen teilhaben lassen, die – wie sie selbst – trotz widriger Umstände das Wagnis eines Studiums auf sich genommen haben.

    Aus den Erträgen des Vermögens konnte die Universität im Jahr 2007 Förderzusagen von insgesamt 24.900 Euro machen. Zehn bedürftige Studentinnen, darunter fünf Mütter, kamen so in den Genuss von Stipendien oder Einmalzahlungen.

    Das nächste Vergabeverfahren findet 2008 und danach mindestens einmal jährlich statt. Interessierte Studentinnen können sich über die Homepage der Zentralverwaltung

    http://www.uni-wuerzburg.de/fuer/studierende/studienfinanzierung/romana_schott_-_fonds/

    über die Vergabevoraussetzungen und das Vergabeverfahren informieren. Da es sich um ein Vorschlagsverfahren handelt, sind Eigenbewerbungen nicht möglich. Wer sich für förderwürdig hält, muss sich daher an einen Vorschlagsberechtigten wenden. Da sind alle an der Universität Würzburg hauptberuflich tätigen Hochschullehrer und Hochschullehrerinnen sowie alle promovierten hauptberuflich tätigen wissenschaftlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nach dem Bayerischen Hochschulpersonalgesetz.

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    25 Jahre Schlesienforschung in Würzburg

    Auf ein Vierteljahrhundert fruchtbarer Tätigkeit kann das Würzburger Gerhard-Möbus-Institut für Schlesienforschung zurückblicken. Beim Festakt in den Würzburger Greisinghäusern überbrachten Vertreter von Stadt, Land und Bund Glückwünsche. Die 1982 gegründete Einrichtung ist seit 1986 An-Institut der Würzburger Universität und genießt in der Fachwelt internationales Ansehen – auch wenn sie in Würzburg selbst wenig bekannt ist.

    Das nach dem aus Schlesien stammenden Soziologen und Politologen Gerhard Möbus benannte Forschungsinstitut ist im Untergeschoss des ehemaligen Zoologischen Instituts an der Ecke Röntgenring/Koellikerstraße untergebracht. Bürgermeister Adolf Bauer würdigte daher augenzwinkernd die „Kellerkinder aus der Koellikerstraße“, deren Engagement Würzburg zusammen mit dem Kulturwerk Schlesien und dessen umfangreicher Spezialbibliothek zu einem in Westeuropa einzigartigen Zentrum der Schlesienforschung mache.

    Der Gründungsrektor der Universität Opava/Troppau, Professor Martin Cernohorský, hob in seiner Grußadresse die Verdienste des Instituts um die Gründung der mährischen Universität und den Aufbau der germanistischen Bibliothek dort hervor. 2003 hatte Institutsleiter Professor Gundolf Keil hierfür die Ehrendoktorwürde aus Opava erhalten.

    Ministerialdirektor Walter Rösner-Kraus erläuterte die Bemühungen der Staatsregierung um kulturelle Kontakte nach Osteuropa und bezeichnete die wissenschaftlichen Aktivitäten des Möbus-Instituts als glaubwürdig gelebte Nachbarschaft. Denn das Institut habe neben Gastwissenschaftlern aus den USA vor allem Stipendiaten und Doktoranden aus den osteuropäischen Nachbarstaaten eine attraktive Forschungsstätte geboten.

    Einen kleinen Eindruck von der Fülle, aber auch der Qualität der hier entstandenen Buch- und Zeitschriftenpublikationen konnten sich die Gäste auf einer Buchausstellung machen. Ein Wermutstropfen, so Professor Eberhard Schulz, bleibe jedoch bei aller Festtagsfreude und allen Hoffnungen auf ein weiteres Vierteljahrhundert schlesischer Forschung und Kulturarbeit: Die finanzielle Zukunft des An-Instituts sei noch immer nicht langfristig gesichert.

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    Schlesische Geschichte und Wissenschaft

    Zu seiner Ringvorlesung über Themen der schlesischen Geschichte, Kultur und Wissenschaft lädt das Gerhard-Möbus-Institut für Schlesienforschung an der Universität Würzburg alle Interessierten ein. Die Vorträge finden dienstags im Oswald-Külpe-Hörsaal der Alten Augenklinik am Röntgenring 12 statt; sie beginnen um 19.30 Uhr:

    • 11. Dezember: Dr. Michael Hirschfeld, Vechta: Die kirchliche Situation in der Grafschaft Glatz zwischen Kriegsende und Vertreibung
    • 15. Januar: Dr. Robert Offner, Bayreuth: Schlesische, polnische und italienische Beziehungen des Fürstentums Siebenbürgen im 16. und 17. Jahrhundert (unter besonderer Berücksichtigung des Medizinalwesens)
    • 22. Januar: Prof. Dr. Mária Papsonová, Košice/Kaschau: Geographische Namen der Ostslowakei (Zips) – Geschichte und Gegenwart
    • 29. Januar: Prof. Dr. Jörg Meier, Wien: Schlesische Einflüsse auf die Karpatendeutsche Mundart
    • 12. Februar: Dr. Jörg Krappmann, Olmütz/Olomouc: Deutsche Literatur in Mähren: Das Lexikon deutschmährischer Autoren

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    Carillon geht in die Winterpause

    Immer mittwochs am späten Nachmittag sind rund um die Neubaukirche Glockenklänge zu hören – das gefällt gerade in der Vorweihnachtszeit vielen Passanten. Pünktlich um 17 Uhr fängt Universitätscarilloneur Jürgen Buchner im Turm der Kirche damit an, auf dem Glockenspiel (Carillon) der Universität etwa 30 Minuten lang ein Gratis-Konzert zu geben. Wer die Musik in diesem Jahr nochmals bewundern will, sollte sich am 12. Dezember in der Nähe der Kirche aufhalten. Danach legt Buchner bis Ostern eine Spielpause ein.

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    Erwachsene mit ADHS für Therapiestudie gesucht

    Entgegen der landläufigen Meinung wachsen sich die Symptome der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) nur bei einem Teil der betroffenen Kinder aus. Viele zeigen auch im Erwachsenenalter weiterhin die typischen Symptome wie Unaufmerksamkeit, Konzentrationsstörungen, Impulsivität und Unruhe. Dadurch sind sie sowohl im Beruf als auch in der Alltagsgestaltung und im Privatleben benachteiligt.

    Nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie sollte eine Behandlung von ADHS bei Erwachsenen neben einer möglichen Medikation immer auch psychotherapeutische Maßnahmen beinhalten. Eine von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Würzburg angebotene Therapiestudie geht nun der Frage nach, was wirksamer ist: eine Gruppenpsychotherapie oder ärztliche Einzelgespräche, jeweils in Kombination mit Placebos oder Medikamenten.

    Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Studie ist auf ein Jahr angelegt und beginnt im Februar 2008. Daran beteiligen sich auch die Universitätskliniken in Freiburg und Homburg (Saar), das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim sowie die Charité Universitätsmedizin in Berlin.

    Nach einer ausführlichen Diagnostik werden die Patienten nach dem Zufallsprinzip entweder in die Gruppenpsychotherapie oder zu den Einzelgesprächen eingeteilt, die zwölf Wochen lang wöchentlich und danach einmal im Monat stattfinden. Zusätzlich werden die Patienten medikamentös behandelt, entweder mit Methylphenidat oder mit Placebos.

    Die Teilnehmer (Alter: 18 bis 60 Jahre) mit ADHS dürfen nicht an schwerwiegenden psychiatrischen, neurologischen oder internistischen Erkrankungen leiden und es sollte keine medikamentöse Vorbehandlung vorliegen.

    Weitere Informationen gibt es in der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie unter den Telefonnummern (0931) 201-77960, 201-78150 oder 201-77810.

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    Personalia

    Prof. Dr. Friedhelm Brusniak, Institut für Musikwissenschaft, wurde eine Freistellung für Forschung im Sommersemester 2008 bewilligt.

    Prof. Dr. Andreas Ebbinghaus, Institut für Slavistik, wurde eine Freistellung für Forschung im Sommersemester 2008 bewilligt.

    Dr. Georg-Friedrich von Tempelhoff, Leitender Oberarzt der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe der Frauenklinik des Klinikums Aschaffenburg, wurde mit Wirkung vom 29.11.2007 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet „Gynäkologie und Geburtshilfe“ erteilt.

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