Fakultät für Biologie - Fachdidaktik Biologie

    Die Effekte von Umweltildungsprogrammen an ASLO auf das Umweltbewusstsein sowie die Naturverbundenheit bei Grundschülern und die daraus resultierenden Konsequenzen für die Umweltbildung

    Autorin: Kim Weitzel

    Betreuernin: Sabine Glaab

    Umweltkrisen sind in der heutigen Zeit ein enormes Problem. Die Aufgabe der gegenwärtigen und zukünftigen Generation liegt in Bewältigung dieser Probleme. Lösungswege müssen geschaffen werden, um Umweltkrisen zu reduzieren sowie diese zukünftig zu vermeiden. Dafür ist ein gestärktes Umweltbewusstsein in der Bevölkerung von elementarer Bedeutung. Eine wichtige Motivation für den Umweltschutz stellt die Naturverbundenheit dar. Die unvermeidlichen Voraussetzungen (Umweltbewusstsein und Naturverbundenheit) müssen durch eine adäquate Umweltbildung hervorgebracht werden. (Kaiser et al., 2008; Killermann et al., 2013; Liefländer, 2012; Liefländer & Bogner, 2011)

    Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, welche Effekte die Umweltbildung auf das Umweltbewusstsein und die Naturverbundenheit bei Grundschülern hervorrufen. Explizit wird die Umweltbildung an außerschulischen Lernorten analysiert.

     

    Das Konstrukt Umweltbewusstsein setzt sich aus den drei Aspekten Umweltwissen, Umwelteinstellung und Umweltverhalten zusammen (de Haan & Kuckartz, 1996). Diese Komponenten sind einzeln zu betrachten und werden in dieser Arbeit genauer vorgestellt. Zusätzlich wird Bezug auf die Naturverbundenheit genommen, die ebenfalls einen wesentlichen Anteil am Umweltschutz hat (Liefländer, 2012; Schultz, 2002). Eine Korrelation zwischen Umweltwissen, -einstellung und -verhalten kann nicht bestätigt werden (Neumann, 1999).

    In einem weiteren Schritt stellt diese Arbeit Studien vor, die die einzelnen Konstrukte des Umweltbewusstseins sowie die Naturverbundenheit ermittelt haben. Neben den theoretischen Grundlagen der Messinstrumente der jeweiligen Studien werden die Ergebnisse der Studien aufgezeigt. Durchgeführt wurden die Studien mittels Fragebögen, die die einzelnen Messinstrumente beinhalteten. (Bogner & Wiseman, 1999; Kaiser et al. 2007; Liefländer, 2012, 2013)

     

    Bei Studien, die ausschließlich auf Aussagen der Probanden basieren, ist der Aspekt der sozialen Erwünschtheit zu beachten. Verfälschte Aussagen werden von den Teilnehmern teils bewusst, teils unbewusst getätigt. (Winkler, 2006)

    Dieser Effekt kann durch den Einsatz einer weiteren Skala zur sozialen Erwünschtheit herausgefiltert werden (Oerke & Bogner, 2011).

     

    Nachdem die Effekte der Umweltbildung an außerschulischen Lernorten auf Umweltbewusstsein und Naturverbundenheit herausgearbeitet wurden, folgt der Bezug zur Praxis. Umweltbildung in der Grundschule basiert auf rechtlichen Grundlagen und muss schon allein aufgrund dessen unterrichtlich umgesetzt werden. Die Verfassung des Freistaates Bayern sowie das Bayerische Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen fordern eindeutig die Verantwortung gegenüber Natur und Umwelt (BayEUG, Art. 1; Verfassung des Freistaates Bayern, Art. 131, 141). Auf Basis dieser rechtlichen Grundlagen findet die Umweltbildung im LehrplanPLUS der bayerischen Grundschulen eine gesonderte Berechtigung (Killermann et al., 2013).

    Die Sensibilisierung für die Umwelt ist eine wichtige Aufgabe, die bereits in der Grundschule etabliert werden muss (Huber, 1995). Grundschulen müssen neben der Vermittlung von Umweltwissen auch die Motivation für Umwelthandlugen bei den Schülerinnen und Schülern wecken (Unterbruner, 2013). Eine gesonderte Bedeutung kommt dabei dem Unterricht am außerschulischen Lernorten zu. Themen können dort authentisch, realistisch und komplex dargeboten werden (Gropengießer et al., 2013).

     

    Die dargelegten theoretischen Grundlagen werden durch die Ergebnisse der Studien untermauert: Positive Effekte durch mehrtägige Umweltprogramme an außerschulischen Lernorten lassen sich sowohl auf die Komponenten des Umweltbewusstseins, als auch auf die Naturverbundenheit feststellen. (Bogner & Kaiser, 2012; Kaiser et al., 2008; Liefländer, 2012; Liefländer & Bogner, 2011)

    Anhand dieser Arbeit wird die Wichtigkeit von Umweltbildung an außerschulischen Lernorten aufgezeigt. Schulen, Lehrkräfte und Betreiber von außerschulischen Lernorten sollten die Ergebnisse zum Anlass nehmen, Bildungsinterventionen und Bildungsprogramme stärker miteinander abzustimmen und Unterrichtseinheiten daran auszulegen. (Guderian, 2006; Liefländer, 2012)

     

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