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Porträt: Fürstbischof Johann I. von Egloffstein - Teil 2

Johann als Fürstbischof von Würzburg und seine Verbindung
zu Reich und Kurie

Seit spätestens 1396 war Johann Probst des Würzburger Domkapitels. Zuvor war er bereits Mitglied der Domkapitel von Bamberg und Regensburg. Nach Gerhard von Schwarzburgs Tod fand die Bischofswahl sehr zügig am 19. November 1400 statt, jedoch kam es zu einer zwiespältigen Entscheidung. Erst König Ruprecht von Wittelsbach entschied letztlich die Wahl zu Gunsten von Johann, wodurch sich die gute Beziehung zwischen König und Fürstbischof schon ankündigte. Noch vor der Weihe verlieh König Ruprecht dem neuen Bischof von Würzburg die wichtigen Regalienrechte und Hochstiftsprivilegien.

Um die mit einer Bischofswahl verbundenen üblichen finanziellen Aufwendungen für eine Wahlbestätigung der römischen Kurie zahlen zu können, musste sich Johann erst ein Darlehen von seinem Bruder Konrad geben lassen. Nachdem alle Formalitäten geklärt waren, fand die Bischofsweihe im Sommer 1401 statt.

Bischofssiegel Johanns I. Quelle: Staatsarchiv Würzburg, WU 27/21aI.
Bischofssiegel Johanns I. Quelle: Staatsarchiv Würzburg, WU 27/21aI.

In Pisa fand 1409 ein Konzil statt, um das Große Schisma (1378-1417), bei dem drei gewählte Päpste um die Führung der Kirche kämpften, endgültig zu beenden, was jedoch gänzlich scheiterte. Deswegen einigten sich 1410 Bischof Johann und sein Domkapitel mit den Bischöfen von Bamberg und Eichstätt, dass sie alle fortan den von König Ruprecht favorisierten Gregor XII. als legitimen Papst anerkennen wollten.

Doch blieb es nicht bei dieser Vereinbarung, da die Bischöfe von Bamberg und Eichstätt kurz darauf - vielleicht wegen versprochener Befreiung von Kirchenstrafen - den in Pisa gewählten Gegenpapst Johannes XXIII. als rechtmäßig ansahen. Am Ende schloss sich Johann zum Missfallen König Ruprechts der offiziellen Meinung seiner geistlichen Nachbarn an.

Zu der nach dem Tode Ruprechts notwendig gewordenen Wahl eines neuen Königs ernannte der böhmische König Wenzel von Luxemburg den Würzburger Bischof Johann zum Prokurator. Am 21. Juli 1411 gab Johann seine Stimme an den Luxemburger Kandidaten Sigismund, einen Halbbruder Wenzels, ab, der nach erfolgreicher Wahl zum römisch-deutschen König auch sogleich die Würzburger Hochstiftsprivilegien für Johann bestätigte.

Teil 3: Schulden, Spannungen und Konflikte in Würzburg

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