Albert Kölliker (1817-1905)

Kölliker begann seine Karriere als Embryologe in Zürich. 1849 (im Alter von 32 Jahren und im gleichen Jahr wie Virchow) wurde er nach Würzburg berufen und zum Professor für Anatomie und Physiologie ernannt. In den Jahrzehnten nach Virchows Rückgang an die Charité (1856) war es vor allem Kölliker, der als Studentenmagnet seiner Fakultät zu großer Blüte verhalf und sie zu einer der größten im Deutschen Reich machte.

Kölliker –ebenso wie Virchow – revolutionierte die Ausbildung in seinem Fach durch praktische Mikroskopierkurse und vollzog in seiner Forschung ebenfalls den Übergang von der Makroskopie zur Mikroskopie. Insbesondere seine histologischen Arbeiten machten Kölliker berühmt. So entdeckte er neben der glatten Muskelzelle zahlreiche weitere feingewebliche Strukturen und systematisierte seine Arbeiten als Autor des ersten Handbuches der Histologie. Kölliker entdeckte, dass das Ei eine Zelle ist, und dass alle Zellen in einem Organismus sich durch Teilung aus der Eizelle entwickeln. 1849 zeigt er, dass Nervenfasern Fortsätze von Nervenzellen sind. Zu Recht gilt er als der Begründer der modernen, mikroskopischen Morphologie.

Kölliker diente seiner Fakultät mehr als 50 Jahre und versammelte bedeutende Schüler wie Haeckel, Leydig, Heinrich Müller, Heidenhain und Cohn um sich.

Auf Köllikers Initiative erfolgte Ende 1949 die Gründung der „Physikalisch-Medizinischen Gesellschaft“ in Würzburg. Diese sehr erfolgreiche Gesellschaft erlebte 46 Jahre später ihre Sternstunde, als am Abend des 23. Januar 18 96 der Würzburger Physikprofessor Wilhelm Konrad Röntgen in einem Vortrag über die von ihm entdeckten Strahlen berichtete und dabei eine Röntgenaufnahme der Hand des Anatomen Kölliker anfertigte.

Quelle: Pathologisches Institut der Uni Würzburg