8. Semester

Das 8. Semester lässt den Studenten mehr und mehr erahnen, dass er sich nun tatsächlich der praktischen Tätigkeit nähert: Mit Fächern wie Chirurgie, Kinderheilkunde oder Notfallmedizin entsteht das Gefühl, „am richtigen Ort angekommen zu sein“ – ganz egal, welche Richtung man später einschlagen möchte. Was die Prüfungen angeht, so stehen vor allem die zweite Triple-Klausur (mit Chirurgie, Orthopädie und Urologie) sowie die Kinderheilkunde im Vordergrund – die fast „unzählbaren“ anderen Klausuren sollten dabei aber nicht vergessen werden.

Chirurgie/Orhtopädie/Urologie

Die (Tripel-)Klausur findet in der zweiten Woche der Semesterferien, meistens am Donnerstag statt.

Gynäkologie
Infektiologie

Das Querschnittsfach der Infektiologie, das sich mit diversen infektbedingten Erkrankungen beschäftigt und als eine Art „klinische Anwendung“ zur Mikrobiologie aus dem fünften Semester angesehen werden darf, wird über zwei Semester abgehandelt – im achten Semester steht die erste Hälfte an.

Bei den behandelten Themen lässt sich dabei recht klar trennen: Im Wintersemester stehen die erheblich interessanteren Themen wie HIV, Hepatitiden oder tropische Erkrankungen (Malaria und Konsorten) an, im Sommersemester treten dagegen Themen wie Gelenk- und Wundinfektionen in den Vordergrund.

Einziges Lehrangebot zu diesem Fach ist eine wöchentliche Ringvorlesung, deren Qualität je nach Dozent erheblich schwankt. Da sonst aber keine Möglichkeit zur Eingrenzung des Stoffs besteht und nur ein Teil der Vorlesungsfolien im Internet zu finden ist, darf der Besuch der Vorlesung insgesamt als lohnenswert angesehen werden. Daneben sind im WueCampus noch einige CaseTrain-Fälle zu finden, die vor allem zur Wiederholung vor der Klausur ganz gut geeignet sind.

Die Klausur am Ende des Semesters ist größtenteils fallbasiert, wobei der Schwierigkeitsgrad der Fragen teilweise erheblich schwankt – mit einer ordentlichen Aufarbeitung der Vorlesungsinhalte ist sie aber gut zu bestehen.

Klinische Immunologie und Rheumatologie

Dieses Fach ist erheblich näher an der ärztlichen Praxis orientiert als es der Titel erwarten lässt: In einer Ringvorlesung, deren Qualität je nach Dozent und Präsentation von „hervorragend“ bis „furchtbar“ schwankt, werden Themen wie die „Volkskrankheiten“ Allergie und Rheumatoide Arthritis, aber auch Immundefekte, Kollagenosen und Vaskulitiden behandelt.

Zur Vorbereitung auf die Klausur genügen die Vorlesungsfolien, welche die meisten Dozenten auf Nachfrage auch herausgeben. Daneben ist für die Zulassung zur Klausur die Absolvierung einiger CaseTrain-Fälle der „Virtuellen Hochschule Bayern“ Pflicht, zu deren Bearbeitung aber unabhängig davon sowieso nur geraten werden kann: Drei der Fälle tauchen nämlich auch in der Klausur wieder auf und bringen dabei sogar mehr Punkte als alle anderen vorlesungsbasierten Fragen ein.

Im neunten Semester steht dann noch ein eintägiges Praktikum der Klinischen Immunologie und Rheumatologie an, für das man nach Bestehen der Klausur automatisch angemeldet ist.

Rezensionen zur Klinischen Immunologie und Rheumatologie

Neurologie
Notfallmedizin

Nachdem sich der gewöhnliche Medizinstudent in den letzten Semestern schon einiges an theoretischem Wissen angeeignet hat, in einer Notfallsituation zum Beispiel auf der Straße aber immer noch recht ahnungslos wäre, schafft das achte Semester Abhilfe: Die Notfallmedizin bietet ein von der studentischen Arbeitsgemeinschaft Notfallmedizin organisiertes Praktikumswochenende, das einen der absoluten Höhepunkte des Medizinstudiums in Würzburg stellt.

An einem Samstag und Sonntag werden nahezu alle vorstellbaren Notfallsituationen von der einfachen Basisreanimation bis zur Versorgung eines Epileptikers nachgestellt und unter fachmännischer Leitung behandelt – das macht nicht nur unglaublich Spaß, sondern verschafft auch einen wahren „Wissenssprung“. War man am Samstagmorgen noch unsicher und würde sich im Notfall am liebsten verkriechen, fühlt man sich am Sonntagabend richtig fit und würde eine Notfallsituation nahezu „suchen“.

Die theoretische Grundlage wird durch eine leider bei weitem nicht so hervorragend gestaltete Vorlesung geschaffen, deren Besuch nur am Beginn des Semesters verpflichtend ist. Die Prüfung besteht aus einer sehr leichten und mit Altfragen (und logischem Verständnis!) gut zu bestehenden Klausur sowie aus einer praktischen Prüfung, in der in Zweierteams eine Basisreanimation (also eine Herz-Lungen-Wiederbelebung ohne Defibrillator und Medikamente) durchgeführt werden muss – mit der praktischen Erfahrung aus dem erwähnten Notfallwochenende stellt die aber auch keine Hürde dar.

Rezensionen zur Notfallmedizin

Kinderheilkunde
Transfusionsmedizin