5. Semester

Kaum ein Abschnitt des Studiums wird so herbeigewünscht wie das 5. Semester – schließlich markiert es den Einstieg in den klinischen Teil. Gleichzeitig waren aber gerade die Semesterferien nach dem Physikum verhältnismäßig kurz und bei manchen stellt sich eine gewisse Ernüchterung ein, wenn sie ihre Kurse belegen: „Mikrobiologie“ oder „Medizinische Informatik“ klingen nicht unbedingt nach klinischer Praxis.

Klinikführung

Nachdem sich die Vorklinik vor allem am Hubland und in der Innenstadt abgespielt hat, führen die weiteren Kurse fast ausschließlich zum Universitätsklinikum in Grombühl. Um sich dort überhaupt zurechtzufinden, bietet die Fachschaft vor Semesterbeginn eine Klinikführung an – weitere Informationen sind hier zu finden.

Epidemiologie, Medizinische Biometrie, Medizinische Statistik, Biomathematik, Bioinformatik

Rezensionen zur Epidemiologie, Biometrie, Statistik, Biomathematik und Bioinformatik

Hygiene, Mikrobiologie, Virologie

Die studentische Meinung über dieses Fach kennt (fast) nur zwei Extreme: Ein Teil findet es unglaublich spannend und gut gemacht, der andere Teil muss sich zu jeder Veranstaltung erneut quälen und will am liebsten überhaupt nichts damit zu tun haben.

Hinter dem Titel des Fachs verstecken sich mehrere Teilgebiete: Die Hygiene nimmt dabei den kleinsten Anteil ein und dreht sich vor allem um Maßnahmen, welche die Übertragung von Krankheiten verhindern sollen – das Fach steht eng in Verbindung mit der eigenständig geprüften „Klinischen Umweltmedizin“.

Die Mikrobiologie umfasst neben allen nur vorstellbaren Bakterien und den von ihnen verursachten Erkrankungen auch die Mykologie (Pilze) und Parasitologie (vom Bandwurm bis zur Zecke ist da alles geboten). Hier sind vor allem die Vorlesungen sehr empfehlenswert – die Mikrobiologie im eigentlichen Sinne wird von Prof. Frosch gelesen, der dafür sogar den Lehrpreis erhalten hat, und die Parasitologie ist einfach an sich faszinierend.

Den dritten Pfeiler stellt schließlich die Virologie, die sich mit den kleinsten aller Erreger befasst und dabei die „prominenten“ Vertreter HIV oder Hepatitis ebenso behandelt wie seltene, aber nicht weniger gefährliche Viren. Die Qualität der Vorlesung ist bei weitem nicht mit der Mikrobiologie vergleichbar.

Das Praktikum besteht aus Übungen verschiedenster Art rund um das jeweilige Thema: Da kommt es schon vor, dass man einen Abstrich der eigenen Jeans nimmt und eine Woche später die Zellkultur geliefert bekommt – die dazugehörigen unangenehmen Erkenntnisse inbegriffen.

Die Prüfung stellt eine absolute Besonderheit der Klinik dar, ist dem Studenten, der gerade das Physikum hinter sich gebracht hat, aber gar nicht so fremd: Hier findet die letzte mündliche Prüfung vor dem Staatsexamen statt. Dabei bekommt man zwei Prüfer, die willkürlich aus den oben genannten Teilgebieten stammen können. Prüfungsprotokolle gibt es hier leider nicht, weswegen man nur raten kann: Alle Gebiete ordentlich lernen!

Rezensionen zur Hygiene, Mikrobiologie, Virologie

Klinische Chemie und Laboratoriumsdiagnostik

Die „Klinische Chemie und Laboratoriumsdiagnostik“ wird nur über ein halbes Semester gelehrt und löst zeitlich den Pathologie-Teil des fünften Semesters ab. Dadurch sollte man sich aber keinesfalls zu dem Gedanken verleiten lassen, das Fach sei inhaltlich sehr kompakt: Mit den verschiedensten analytischen Verfahren und Laborparametern sowie spezifischen Bezügen zu Organen wie der Leber oder der Niere steht ausreichend Lernstoff zur Verfügung. Sehr empfehlenswert für den Scheinerwerb ist das vom Institut für Klinische Biochemie und Pathobiochemie mit Zentrallabor kostenlos herausgegebene Praktikumsskript, das alle relevanten Inhalte (in Farbe!) verständlich erklärt. Daneben ist ein Blick in die Altklausurensammlung der Fachschaft auf jeden Fall lohnenswert.

Rezensionen zur Klinischen Chemie und Laboratoriumsdiagnostik

Klinische Umweltmedizin

Kaum ein Schein ist so leicht zu erwerben wie der zum Kurs der „Klinischen Umweltmedizin“: Ein Dozent aus dem Institut für Hygiene hält an einem einzigen Termin, der auf keinen Fall verpasst werden sollte, eine neunzig Minuten lange Vorlesung zu Themen wie Feinstaub oder Acrylamid. Die Vorlesungsfolien stehen in der Fachschaft als Kopiervorlage bereit und sollten wirklich im Detail auswändig gelernt werden, da sich die Klausur ausschließlich auf diese Inhalte bezieht. Wer das beherrscht, wird dann aber keinerlei Probleme mit der Prüfung bekommen.

Pathologie

Die Pathologie ist sicherlich eines der spannendsten Fächer im fünften Semester und nimmt in der ersten Hälfte einen sehr großen Rahmen ein – ab der Mitte des Semesters wird das Fach dann von der Klinischen Chemie abgelöst.

In Würzburg kann sich der interessierte Student gleich eine ganze Reihe von Pathologie-Veranstaltungen gönnen: Die Vorlesung führt ganz allgemein durch das Thema, ließ in den letzten Semestern aber etwas zu wünschen übrig – schwarz-weiße Folien mit wenig Bildern sind heute einfach nicht mehr zeitgemäß. Das Pathologie-Seminar fordert von jedem Studenten ein Referat, das sogar bewertet wird und im besten Fall 15 Punkte bringt, die in die Pathologie-Note miteinberechnet werden. Bei insgesamt 48 möglichen Punkten (33 aus der Klausur und eben 15 aus dem Referat) macht das einen nicht unerheblichen Anteil aus. Es lohnt sich also definitiv, einen ordentlichen Vortrag vorzubereiten. Als praktische Kurse stehen der Kurs der mikroskopischen und der Kurs der makroskopischen Pathologie an. Während Letzterer teilweise sehr spannend und abwechslungsreich sein kann, ist der mikroskopische Kurs oft leider sehr trocken und zieht sich unnötig lange hin.

Am Ende des Kurses steht dann die Klausur, die im Multiple-Choice-Verfahren mit mehreren Antwortmöglichkeiten geschrieben wird. Für die Vorbereitung auf diese Prüfung ist neben den Altklausuren aus der Fachschaft vor allem auch die Durcharbeitung der Fragen im so genannten „Würzburger Online Quiz“ (unter http://www.d3webtrain.de/bildfragen zu erreichen) essentiell, denn ein Teil der Fragen taucht so oder leicht modifiziert auch in der Klausur wieder auf. Mit einer möglichst hohen Punktzahl aus dem Seminar und einiger Übung im Online-Quiz sollte die Prüfung dann aber auch gut zu bestehen sein.

Rezensionen zur Pathologie

Praktikum Klinische Untersuchungsmethoden

Den absoluten Höhepunkt des fünften Semesters stellt das „Praktikum Klinische Untersuchungsmethoden“ dar: An mehreren Nachmittagsterminen lernt der bisher recht unerfahrene Medizinstudent die Grundlagen der zukünftigen praktischen Arzttätigkeit: Die Untersuchung des Abdomens gehört da ebenso dazu wie die Analyse eines EKGs oder erste grundlegende Nahttechniken.

Die Übungen finden soweit möglich an Phantomen statt, doch das Praktikum wird nicht von ungefähr auch „Fummelkurs“ genannt: Bei einer Mitstudentin den Leistenpuls zu fühlen oder ein EKG auf die nur noch mit BH geschützte Brust aufzukleben hat schon so manchen Studenten in Aufregung versetzt. Ganz unabhängig davon macht der Kurs aber einfach unglaublich Spaß.

Am Ende des Semesters folgt eine praktische Prüfung, bei der innerhalb kürzester Zeit alle Stationen abgeprüft werden – dafür stehen dann sogar eigene Schauspielpatienten bereit. Die Tutoren sind in ihrer Bewertung sicherlich sehr fair, wollen aber auch sehen, dass man sein Handwerk beherrscht – deswegen kann nur geraten werden: Üben, üben und nochmals üben – die Lehrklinik steht dafür jeden Nachmittag offen!

Rezensionen zur Anamnese und Untersuchung