Höchste Richter-Dichte


Die Alte Uni

Das Jurastudium in Würzburg findet vor allem in der Alten Universität statt. Foto: Robert Emmerich

Wer Jura an der Uni Würzburg studiert, kann hier auch Vorlesungen bei renommierten Berufspraktikern besuchen. Dazu zählen unter anderem Richter vom Bundesgerichtshof in Karlsruhe. „Damit steht unsere Juristische Fakultät in Sachen Praxisnähe bundesweit bestens da“, freut sich Dekan Eric Hilgendorf.

Der Bundesgerichtshof (BGH) ist – neben dem Bundesverfassungsgericht, das nur für Verfassungsfragen zuständig ist – das höchste deutsche Gericht. An der Juristischen Fakultät der Uni Würzburg lehren derzeit gleich drei BGH-Richter: Jürgen-Peter Graf als Lehrbeauftragter, Thomas Fischer und Bertram Schmitt als Honorarprofessoren. In diesem Jahr soll noch Peter Günter als Lehrbeauftragter hinzukommen.

„Mit vier BGH-Richtern im Lehrkörper sind wir im deutschen Vergleich außerordentlich gut aufgestellt“, sagt Dekan Eric Hilgendorf. „Wir befinden uns dadurch in der Spitzengruppe mit Einrichtungen wie der Universität München und der Bucerius Law School in Hamburg.“

Die BGH-Richter, die in Würzburg lehren, seien sehr einflussreiche Kommentatoren des Rechts und damit ideale Brückenbildner zwischen Theorie und Praxis, zwischen Rechtsprechung und Rechtswissenschaft. „Das ist nicht nur unsere Studierenden gut, die ja später fast alle als Anwälte, Richter oder Staatsanwälte tätig sein werden. Auch wir hauptamtlichen Professoren können von den prominenten Kollegen aus der Praxis profitieren“, so Hilgendorf.

Zwei Honorarprofessoren im Strafrecht und Strafprozessrecht

Bertram Schmitt ist seit 2005 Richter am BGH und hat sich dort unter anderem mit dem Bank-, Börsen- und Wertpapierrecht befasst. 2008 wurde er zum Leiter der Pressestelle für den strafrechtlichen Bereich ernannt. An der Juristischen Fakultät der Uni Würzburg lehrt Schmitt als Honorarprofessor Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie.

Die Bezeichnung Honorarprofessor ist ein Ehrentitel. Sie kann Persönlichkeiten verliehen werden, die nicht direkt der Universität angehören, in Lehre und Forschung aber besondere Leistungen vorzuweisen haben. Zum Honorarprofessor für Strafrecht und Strafprozessrecht haben die Würzburger Uni-Juristen auch Thomas Fischer ernannt. Er ist Alumnus der Fakultät, hat hier Rechtswissenschaft und Soziologie studiert und 1986 promoviert. Zum BGH-Richter wurde er im Jahr 2000 gewählt.

Zwei Lehrbeauftragte: Zivilrecht und Medienstrafrecht

Peter Günter soll ab dem Wintersemester 2012/13 in Würzburg über Verfahren in Familiensachen und Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit lehren. Er war in den 1990er-Jahren als Staatsanwalt und als Richter am Landgericht Würzburg tätig. Ab 1999 leitete er hier hauptamtlich Referendarsarbeitsgemeinschaften, von 2004 bis 2009 war er dann verantwortlicher Ausbildungsleiter. Im März 2010 wurde er Richter am Bundesgerichtshof.

Jürgen-Peter Graf ist Lehrbeauftragter im Medienstrafrecht. Er hat sich allgemein auf Straftaten im Internet spezialisiert und besonders auf Fragen zur Telekommunikationsüberwachung und zu Providerverantwortlichkeiten. Dem Bundesgerichtshof gehört er seit 2003 an, zuvor war er beim BGH unter anderem als Oberstaatsanwalt tätig.

Jura-Studium: Einschreibung ab 20. Februar

Wer an der Uni Würzburg Jura studieren will, sollte sich den Montag, 20. Februar, vormerken: Ab diesem Tag ist die Einschreibung für Jura und alle anderen zulassungsfreien Studiengänge möglich – ganz unkompliziert über das Internet-Portal „Online-Immatrikulation“: Einfach die erforderlichen Daten eingeben, den Antrag ausdrucken, unterschreiben und mit den nötigen Unterlagen an die Uni schicken. Die Mitarbeiter dort erledigen alles Weitere und senden den frisch eingeschriebenen Studierenden dann die Semesterunterlagen zu.

Links

Informationen der Juristischen Fakultät für Studieninteressierte

Zur Online-Immatrikulation der Universität Würzburg 

Von: Robert Emmerich

13.02.2012, 13:06 Uhr