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16. November 2005 Virima Mudogo kommt aus Afrika. Vor Jahren hat er an der Uni Würzburg Chemie studiert und hier 1988 auch seinen Doktortitel erworben - heute ist er Vizepräsident der Universität Kinshasa. Der Professor aus der Demokratischen Republik Kongo hält sich derzeit wieder in Würzburg auf. Bei einem Treffen mit Universitätspräsident Axel Haase wurde nun vereinbart, die Zusammenarbeit der zwei Hochschulen weiter auszubauen. Seit langem unterhält Mudogo eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Würzburger Naturstoffchemiker Professor Gerhard Bringmann. Beide widmen sich der Suche nach Wirkstoffen aus der Natur gegen Infektionskrankheiten wie Malaria, Leishmaniose, Bilharziose oder die Afrikanische Schlafkrankheit - allesamt oft tödliche Tropenkrankheiten, gegen die es bislang gar keine oder nur unzureichende Medikamente gibt. Die Forscher haben in Pflanzen aus Zentralafrika bereits interessante neue Naturstoffe gefunden. Es handelt sich um zwei Alkaloide, die gegen die Erreger der Orientbeule (Leishmaniose) wirksam sind: Beide töten selektiv die Zellen des Krankheitserregers ab, ohne dabei toxisch auf die Zellen des Menschen zu wirken. Naturstoffchemiker, Pharmazeuten und Infektionsbiologen erforschen diese Alkaloide nun im Würzburger Sonderforschungsbereich (SFB) 630, dessen Sprecher Bringmann ist. Entdeckt wurden die viel versprechenden Substanzen in einer Liane, die im kongolesischen Regenwald in der Gegend um Ikela beheimatet ist. Es handelt sich dabei um eine bislang nicht näher beschriebene Ancistrocladus-Art aus der Familie der Hakenast-Gewächse - diese Pflanzen hangeln sich mit Haken an den Urwaldriesen nach oben. In der Nähe der Stadt Ilebo wurden weitere Lianengewächse aus dieser Familie gefunden. Auch sie sind aus botanischer Sicht und wegen ihrer Inhaltsstoffe lohnende Untersuchungsobjekte, so Bringmann.
Die Universitäten Kinshasa und Würzburg wollen in Zukunft noch mehr kooperieren. Das besprachen (von rechts) Unipräsident Axel Haase, Virima Mudogo, Vizepräsident der kongolesischen Hochschule, und der Würzburger Naturstoffchemiker Gerhard Bringmann. Foto: Robert Emmerich
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