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3. November 2005 Viele Menschen könnten einen Herzinfarkt überleben - vorausgesetzt, sie würden bei den ersten Symptomen sofort den Telefon-Notruf wählen. Um darüber aufzuklären, veranstaltet die Deutsche Herzstiftung eine bundesweite Kampagne unter dem Motto "Herzinfarkt? Niemals zögern - Notruf wählen". Das Klinikum der Uni Würzburg beteiligt sich daran mit einem Seminar für Patienten. Die Herzspezialisten der Uni bieten das Seminar gemeinsam mit dem "Netzwerk der niedergelassenen Kardiologen Würzburg" am Samstag, 5. November, von 9.00 bis 12.00 Uhr im Hörsaal der Medizinischen Klinik I (Haus D 20) in der Josef-Schneider-Straße 2 an. Sie wollen zeigen, wie es zu einem Herzinfarkt kommt und was dagegen getan werden kann. Eingeladen sind alle Interessierten, der Eintritt ist frei. Es gibt auch Informationsstände der Deutschen Herzstiftung, des Bayerischen Roten Kreuzes und von Firmen. Warum Herzinfarkte so bedrohlich sind? "Dabei kann jederzeit ein lebensgefährliches Kammerflimmern auftreten, das ohne notärztliches Eingreifen einen Kreislaufstillstand nach sich zieht und somit unweigerlich zum Tode führt", erklärt Oberarzt Axel Krein. Zwar wissen viele Menschen, dass Schmerzen im Brustkorb ein typisches Zeichen für einen Herzinfarkt sind. Doch nur jeder Dritte greift in solch einem Notfall auch tatsächlich sofort zum Telefon und wählt die Notrufnummer - in Bayern ist das vom Festnetz aus die 19222 (Vorwahl ist nicht nötig), vom Handy aus die 110 oder die 112. Die traurige Bilanz: Trotz guter Behandlungsmöglichkeiten erliegen in Deutschland jedes Jahr rund 180.000 Menschen den Folgen eines Herzinfarktes, wobei ein erschreckender Anteil von 30 Prozent noch am Ort des Geschehens oder vor dem Eintreffen im Krankenhaus stirbt. Die Gründe, warum viele nicht umgehend die 19222 oder 112 rufen und damit ihr Leben aufs Spiel setzen, sind immer wieder ähnlich: Ein Großteil will erst einmal abwarten, ob die Beschwerden wieder von alleine verschwinden. Andere haben die Befürchtung, mit einem eventuellen Fehlalarm das Rettungspersonal unnötig zu stören. Insbesondere wenn die Beschwerden in der Nacht oder am Wochenende auftreten, warten viele bis zum nächsten Morgen oder bis zum folgenden Montag und verlieren damit kostbare Zeit. Doch schon der Verdacht auf einen Herzinfarkt sei jeden Wirbel wert, sagen die Würzburger Herzspezialisten. Sollte es sich doch einmal um einen Fehlalarm handeln, werde es keine Vorwürfe geben. Denn jeder Mitarbeiter des Rettungsdienstes wisse, dass beim geringsten Verdacht auf einen Herzinfarkt sofort der Notruf zu alarmieren ist und dabei jede Minute zählt. Abwarten sei der größte Fehler, den man in dieser Situation begehen kann. Eile ist allerdings nicht nur wegen des lebensgefährlichen Kammerflimmerns geboten, wie die Mediziner mitteilen. Ein wichtiges Ziel sei es auch, den Blutfluss zum Herzen schnellstmöglich wiederherzustellen, damit keine folgenschweren Schäden am Herzen zurückbleiben. Denn je länger man wartet, desto mehr Herzgewebe stirbt ab. Anfragen an: presse@zv.uni-wuerzburg.de |
