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15. September 2005 Speziell für Ärzte, die Patienten mit implantierten Herzschrittmachern betreuen, bietet die Uni Würzburg erstmals einen Workshop an. Veranstaltet wird er von Dr. Axel Krein, Oberarzt an der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie. Der "1. Würzburger ICD- und CRT-Workshop" findet am Freitag und Samstag, 16. und 17. September, im Hotel Daxbaude in Würzburg statt. Hinter dem Kürzel ICD (Implantierbarer Cardioverter-Defibrillator) verbirgt sich ein Gerät, das lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen erkennt. Als Reaktion darauf gibt es einen Elektroschock ab, durch den der normale Herzschlag wieder hergestellt wird. Eine weitere elektrische Therapieform (CRT = "Cardiale Resynchronisationstherapie") steht für Patienten mit einer Herzschwäche zur Verfügung. 1,3 Millionen Deutsche leiden an Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz). Jährlich kommen etwa 116 000 neue Fälle hinzu. Rund 1500 schwer kranke Menschen in Deutschland haben in vergangenem Jahr auf eine Herztransplantation gewartet. Rund 500 von ihnen hatten Glück und erhielten ein Spenderherz. 200 jedoch starben an ihrer Herzmuskelschwäche. Seit 1999 stehen in Deutschland neue spezielle Herzschrittmachersysteme zur Verfügung, die eine solche Herzinsuffizienz effizient behandeln können. Bei Patienten mit einer Herzinsuffizienz hat in vielen Fällen eine Störung des Reizleitungssystems im Herzen, das den Herzschlag steuert, eine verzögerte Erregung der linken Hauptkammer zur Folge. Dies hat zur Folge, dass die rechte und linke Herzhälfte nicht mehr synchron miteinander arbeiten. Man spricht hier von einem Hula-Hoop-Phänomen. Das Herz verliert an Pumpkraft, vergrößert sich deshalb, pumpt umso schlechter- ein Teufelskreislauf. Die neuen intelligenten Schrittmacher können die Pumpbewegung wieder korrigieren (resynchronisieren), d.h. die Schlagfolge der rechten und linken Herzkammer werden wieder aufeinander abgestimmt. Dies führt zu einer deutlichen Verbesserung der Pumpleistung. Kombiniert man den Schrittmacher mit einem sogenannten Defibrillator, der automatisch ein plötzlich auftretendes Kammerflimmern mit elektrischen Stromstößen beseitigt, kann den Patienten eine zusätzliche Sicherheit gegeben werden. Herkömmliche Herzschrittmacher stimulieren mit zwei Elektroden die rechte Vorkammer und die rechte Hauptkammer. Bei den neuen Systemen wird, neben der üblichen Elektroden, eine dritte Elektrode in einer besonderen Vene des Herzens eingeführt, um zusätzlich die linke Hauptkammer zu erregen. Durch die zusätzliche Stimulation des linken Herzens wird wieder eine Synchronizität erzielt und eine bessere Herzleistung erbringt. Hierzu müssen allerdings gewisse Kriterien erfüllt sein, die ca. 25 Prozent der herzinsuffizienten Patienten erfüllen. Die Teilnehmer des Workshops befassen sich mit den Grundlagen der Patientenauswahl, mit der Implantation und der Nachsorge. ICD und CRT werden zur Vermeidung des plötzlichen Herztodes und zur Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz heute deutlich öfter eingesetzt als früher, wie Dr. Krein erklärt. Diese "elektrische Therapie" erfordere von den Ärzten aber detaillierte Kenntnisse über die implantierten Geräte ebenso wie über die Lösung eventuell auftretender Komplikationen. Hierzu soll der Workshop beitragen. Weitere Informationen: Dr. Axel Krein, T (0931) 201-33016, Fax (0931) 201-33019, E-Mail: Anfragen an: presse@zv.uni-wuerzburg.de |
